Seilpark am Kronberg zerstört: «Wir wissen nicht, ob wir ihn im Frühling wieder öffnen können»

Sturm «Vaia» hat grossen Schaden angerichtet: Der Seilpark im Jakobsbad muss bis auf weiteres geschlossen werden. Umgeknickte Bäume im Wald haben den wesentlichen Teil des Parks zerstört.

Roger Fuchs
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Geschäftsführer Markus Koster. (Bild: Roger Fuchs)

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Markus Koster, Geschäftsführer der Kronbergbahn ist ernüchtert. Als er die Schäden im Wald nahe der Talstation sah, war schnell klar: Der Seilpark kann vorerst nicht weiterbetrieben werden. Zwar ist der sichtbare Teil des Parks direkt neben der Talstation unversehrt, doch zwei Drittel befinden sich im Wald. Und diesen Teil haben umgestürzte Bäume komplett zerstört.

Personen sind keine zu Schaden gekommen. Die Höhe der Schadenssumme lässt sich noch nicht beziffern. Doch mit der Schliessung des Seilparks bricht ein Absatzteil der Kronbergbahn vorerst weg und es gilt gemäss Koster über die Bücher zu gehen und eine Auslegeordnung zu machen. Wie alle Betriebszweige, so gebe es auch für den Seilpark eine Versicherungsdeckung.

Video: Geschäftsführer Markus Koster zum Schaden im Seilpark

Priorität hat nun das Aufräumen des Waldes. Markus Koster würde dazu zwar über eigene Leute verfügen, doch nebst dem Sturmholz herrscht im Wald derzeit noch eine andere Gefahr.

«Die Bäume im Seilpark sind mit dicken Stahlseilen verbunden. Auf diesen herrscht angesichts der kreuz und quer liegenden Bäume eine nicht abschätzbare Spannung, was sehr gefährlich sein kann.»

Spezialisten sollen sich deshalb dieser Sache annehmen. Ob es den Seilpark in der bisherigen Form je wieder gibt, ist zum heutigen Zeitpunkt offen. «Von Geschichte möchte ich auf jeden Fall noch nicht reden», sagt Markus Koster. In aller Ruhe soll nun analysiert werden, so dass bis im nächsten Frühjahr das weitere Vorgehen klar sei.

Grosse Waldflächen umgeworfen

In Appenzell Ausserrhoden verursachte Sturm «Vaia» im Wald stellenweise grosse Schäden. Auf dem Gemeindegebiet von Hundwil und Stein wurden grössere Waldbestände flächendeckend umgeworfen, wie die Kantonskanzlei am Mittwoch mitteilt. Zusammenhängende Schadengebiete wurden auch im weiteren Hinterland verzeichnet. Im Mittel- und Vorderland wurden laut Mitteilung grössere und kleinere Streuschäden festgestellt. Noch kann die Höhe des Schadens nicht beziffert werden.

Da umgeworfene Bäume teils unter grosser Spannung stehen, warnt der Kanton vor dem Betreten der geschädigten Waldgebiete. Zudem gebe es viele instabile Bäume, die jederzeit spontan umfallen könnten. An einigen Orten werden Holzschläge nötig sein – das Betreten dieser Orte ist verboten, die Absperrungen sind zu befolgen, auch wenn noch keine Arbeiten im Gang sind.

Das Amt für Raum und Wald fordert deshalb die Bevölkerung zu grösster Vorsicht auf. Windwurfgebiete sollen nicht betreten werden – auch nicht auf Waldstrassen und signalisierten Wanderwegen.

«Vaia» bläst auf Säntis mit 166 km/h – morgen kommt der nächste Sturm

In der Nacht ist Sturmtief «Vaia» über die Schweiz gefegt. Die Feuerwehr musste im Kanton St.Gallen 16 Mal ausrücken. Auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden war die Feuerwehr an mehreren Orten im Einsatz. Im Toggenburg und im Appenzellerland kam es zudem zu Stromausfällen. Der Bahnbetrieb auf den Säntis ist eingestellt.
Maria Kobler-Wyer