SEILBAHN-UNFALL: Unfall-Kabinen werden versteigert

BRÜLISAU. Die beiden Kabinen der Luftseilbahn Hoher Kasten, die wegen des Seilbahn-Unfalls ersetzt werden müssen, werden nicht verschrottet, sondern an den Meistbietenden verkauft.

Sarah Gerteis
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Macht sich gut als Gartenhäuschen: Kabine der Luftseilbahn Hoher Kasten. (Bild: Reto Martin)

Macht sich gut als Gartenhäuschen: Kabine der Luftseilbahn Hoher Kasten. (Bild: Reto Martin)

Am 1. Juni nimmt die Luftseilbahn Hoher Kasten ihren Betrieb wieder auf. Allerdings nur mit einer Kabine: Die zweite ist bei einem Unfall am 24. März zu stark beschädigt worden. Beide Kabinen werden deshalb Ende August durch neue ersetzt.

Hühnerstall oder Gartenhäuschen
Die ausgemusterten Kabinen sollen aber nicht auf dem Schrottplatz enden, sondern an Seilbahn-Fans verkauft werden. «Man könnte aus ihnen zum Beispiel einen Hühnerstall machen», sagt Emil Koller, Verwaltungsratspräsident der Hoher Kasten Drehrestaurant und Seilbahn AG. Auch ein Seilbahn-Gartenhäuschen wäre möglich. Schliesslich seien die Kabinen aus Blech und somit wetterfest.

2000 Franken für defekte Kabine
Ein Aktionär hat Koller auf die Idee gebracht, die Kabinen zu versteigern. «Er kam auf uns zu und bot uns 5000 Franken für die intakte Kabine», sagt der VR-Präsident. Um allen eine Chance zu geben, habe man die Kabinen zum Verkauf ausgeschrieben. Der Meistbietende erhält den Zuschlag.

«Es ist aber keine Versteigerung im herkömmlichen Sinn», wiegelt Koller ab. Es gebe keine Gant und auch keine Auktion auf Ebay und Ricardo. Wer eine Kabine will – die defekte ist für 2000 Franken zu haben – kann sich per Mail bei der Luftseilbahn melden. Interessenten gibt es laut Koller bislang nur wenige.

Menschliches Versagen als Unfallursache
Am 24. März dieses Jahres waren die beiden Kabinen bei der Revision ungebremst in die Berg- und Talstation eingefahren. Ein Mitarbeiter der Luftseilbahn wurde beim Unfall verletzt, Kabinen und Laufwerke wurden beschädigt. Der Betrieb musste für zwei Monate eingestellt werden. Wie sich herausgestellt hat, ist ein Mitarbeiter für den Unfall verantwortlich. Er hatte die Geschwindigkeit der Bahn nicht korrekt kontrolliert.