«Sehr zufrieden mit Kantonsratsmandat»

Der neue Kantonsrat Pius Bürge ist überzeugt, dass das Projekt Klanghaus wirtschaftlich fürs Toggenburg wichtig ist. Er interessiert sich für die Wirtschafts-, die Finanz- und die Bildungspolitik und will die Interessen der Gemeinden mit tiefer Steuerkraft verteidigen.

Martin Knoepfel
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CVP-Vertreter Pius Bürge (rechts) aus Mosnang wurde gestern Montag als neuer Kantonsrat vereidigt. (Bild: Regina Kühne)

CVP-Vertreter Pius Bürge (rechts) aus Mosnang wurde gestern Montag als neuer Kantonsrat vereidigt. (Bild: Regina Kühne)

Kantonsräte müssen sich spezialisieren. Auf welche Themen wollen Sie sich konzentrieren?

Pius Bürge: Die Spezialisierung ergibt sich. Sehr wichtig ist mir die Wirtschaftsentwicklung in Kanton und Region. Es geht um Arbeitsplätze und Wohnraum, um die Abwanderung aufzuhalten. Wichtig ist mir der Bildungsstandort Ostschweiz mit der Universität und der Bildungsstandort Toggenburg mit der Kanti und dem BWZT. Sodann interessieren mich die Finanzpolitik und der Finanzausgleich.

Wo sehen Sie die dringendsten Probleme in der Finanzpolitik?

Bürge: Dank Sparpaket und Entlastungsprogramm sind wir auf gutem Weg. Man muss das Wünschbare hinter das Notwendige zurückstellen. Beim Finanzausgleich wird bald der nächste Wirksamkeitsbericht kommen. Die Anliegen der Gemeinden mit tiefer Steuerkraft werden im Verteilkampf um die Gelder mit den grossen Gemeinden, die die Abgeltung der Zentrumslasten fordern, ein Thema bleiben.

In welchen Kommissionen möchten Sie gerne mitarbeiten?

Bürge: Ich bin sehr interessiert, in einer Kommission mitzuarbeiten, die wichtig ist für die Entwicklung des Toggenburgs. Ich glaube auch, dass der Einstieg in die Ratsarbeit in einer nicht-ständigen Kommission einfacher ist als in einer ständigen.

Interessiert Sie die Kommission, die die Vorlage fürs Klanghaus berät?

Bürge: Ja, ich habe fraktionsintern mein Interesse angemeldet. Die Entscheidung der Fraktion erfolgt am Montagmorgen.*

Wie stehen Sie zum Klanghaus?

Bürge: Ich befürworte das Projekt. Ich sehe im Klanghaus nicht nur ein kulturelles Projekt, sondern auch ein Projekt mit grossem wirtschaftlichem Potenzial fürs Toggenburg.

Sie haben bis zur Kantonsratswahl noch ein halbes Jahr Zeit, um sich im ganzen Wahlkreis zu profilieren. Wie wollen Sie das schaffen?

Bürge: Es ist eine relativ kurze Zeit bis zum 28. Februar 2016. Ich denke aber, dass ich in der Jungen CVP schon Präsenz markieren und einiges bewegen konnte. Ich will mit sauberer Kommissionsarbeit Aktivität zeigen. Bisher habe ich mehr im Hintergrund gearbeitet. Ich weiss, dass ich mich jetzt mehr verkaufen muss, mit Aktivitäten in den Sozialen Medien, mit den regionalen Medien und durch Teilnahme an Podien, wenn solche stattfinden.

Werden Sie im Herbst 2016 als Gemeindepräsident Ihrer Heimatgemeinde Mosnang kandidieren? Gemeindepräsident Bernhard Graf wird ja nicht mehr antreten.

Bürge: Es stimmt, dass der Gemeindepräsident den Verzicht auf eine Wiederwahl bekanntgegeben hat. Die CVP Mosnang will natürlich wieder den Gemeindepräsidenten stellen und ist daran, einen Vorschlag aufzugleisen. Ich selber bin sehr zufrieden mit dem Kantonsratsmandat und stehe fürs Gemeindepräsidium nicht zur Verfügung.

* Das Interview wurde am letzten Freitagnachmittag geführt.