Fotos gaukeln falsche Sicherheit vor: Seealpsee-Tour liegt im Gefahrenbereich

Zeitungsfotos vom Seealpsee oder auch solche im Internet oder auf sozialen Kanälen können einen falschen Eindruck vermitteln. Der Weg ist zwar begehbar, doch es könnte schnell auch gefährlich werden.

Roger Fuchs
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Der Seealpsee im Winter: Nicht nur schön, sondern auch gefährlich. (Leserbild: Luciano Pau)

Der Seealpsee im Winter: Nicht nur schön, sondern auch gefährlich. (Leserbild: Luciano Pau)

Sepp Manser, Wanderwegverantwortlicher in Schwende. Bild: PD

Sepp Manser, Wanderwegverantwortlicher in Schwende. Bild: PD

Wandern liegt im Trend – auch im Winter. Und Fotografen kennen nichts, wenn es um schöne Sujets geht. Doch auch wenn die Wege zum Seealpsee begehbar sind, wie ein Leserbild gestern verdeutlichte, die Wanderwegverantwortlichen der Innerrhoder Bezirke Schwende und Rüte sehen dies mit anderen Augen. «Ich bin erstaunt, wenn trotz Warnungen des Lawinenforschungsinstituts und unseren Tafeln dieses Gebiet begangen wird», sagt Bezirksrat Sepp Manser aus Schwende. Auch wenn sie die einzelnen Wege nicht absperren, so sei eine Tour zum Seealpsee derzeit mit Gefahren verbunden, da man sich in freies Gelände abseits markierter Wege begebe.

Folglich sollten nicht durch schöne Bilder die Menschen noch animiert werden, ebenfalls dorthin zu gehen. Eine solche Tour erfordere aktuell ein hohes Mass an Verständnis für die Natur und eine Auseinandersetzung mit den alpinen Gefahren. Manser vergleicht es mit einer Autofahrt in eine Grossstadt, wo er als Landmensch auch weniger versiert sei als jemand, der sich täglich auf diesem Terrain bewege.

Gleitschneelawinen bei zunehmender Tagestemperatur

Insbesondere in den Nachmittagsstunden liegt aktuell die Gefahr darin, dass sich mit der tageszeitlichen Erwärmung sogenannte Gleitschneelawinen lösen können. Und solche könnten, wie es beim nationalen Lawinenforschungsinstitut heisst, grosse Ausmasse annehmen.

Auch ohne grundsätzliches Begehungsverbot appellieren Sepp Manser und Angela Koller deshalb an die Vernunft der Menschen und dass sie sich, bevor sie aufbrechen, mit der Natur und deren Gefahren auseinandersetzen und sich überlegen, welche Fussabdrücke sie hinterlassen wollen. Wenn sich Leute in der freien Natur aufhalten würden, sei dies durchaus lobenswert, «doch Schnee ist nicht nur weiss», bringt Sepp Manser die Situation auf den Punkt.