Sechs Mal ja zu den Spitalvorlagen

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Die kantonale Spitalvorlage sieht für den Standort Wattwil diverse Erweiterungen und Erneuerungen vor. (Bild: Urs Bucher)

Die kantonale Spitalvorlage sieht für den Standort Wattwil diverse Erweiterungen und Erneuerungen vor. (Bild: Urs Bucher)

Die Abstimmung über die Investitionen von 930 Millionen Franken ist ein Meilenstein im langen Prozess von Strategieentwicklungen und Planungsarbeiten für die St. Galler Spitallandschaft. Mehr als ein Jahrzehnt haben Regierung und Parlament verhandelt, bis die bestmögliche Strategie schlussendlich doch eine klare Mehrheit fand. Auch das St. Galler Stimmvolk hat bereits 2006 die gewählte Strategie bestätigt und sich damals für Leistungskonzentrationen und für die Strategie der Regierung ausgesprochen.

Einzelne Vorlagen aus dem Sechserpaket werden von Personen aus der Politik und der Wirtschaft bekämpft. Man kann die Opposition verstehen, so würden bei einem Nein zu einzelnen Spitälern neue Aufträge für die Planung entstehen, Spekulanten könnten ihre Grundstücke für Neubauten auf grüner Wiese vergolden und Fach- und Spezialärzte wären mit anderen und neuen Spitalkonzepten unter Umständen noch besser bedient. Und wie so oft dienen solch wichtige Geschäfte politischen Exponenten auch für die eigene Profilierung.

Die vorliegenden Bauprojekte verdienen aber aus dreierlei Hinsicht unsere Unterstützung. Die Zusammenlegungen und Neubauten auf grüner Wiese wären bedeutend teurer und würden viel Kulturland verbrauchen. Die Kosten für die Neubauten werden innert 33 Jahren durch die Nutzungsentschädigungen der Spitalunternehmen vollständig gedeckt sein, der Kanton erhält seine Investitionsleistungen somit in einer absehbaren Frist zurückerstattet. Mit dem Festhalten an den vorgeschlagenen Standorten und einer Leistungskonzentration sichern wir unseren Bürgerinnen und Bürgern einen wohnortsnahen Zugang zu den Spitalleistungen.

Wir tun gut daran, nicht nur zum Regionalspital in Wattwil ein überzeugtes Ja in die Urne zu legen, sondern dies auch bei den anderen vier Spitalbauten und beim Beitrag an das Kinderspital zu tun. Ein allfälliges Nein zu einzelnen Projekten könnte auch negative Auswirkungen auf die anderen genehmigten Standorte haben. Die Spitalstrategie müsste wohl oder übel neu überdacht werden. Ein solidarisches, sechsfaches Ja ist deshalb ein wichtiger Schritt für die dringend notwendigen Investitionen in die St. Galler Spitäler.

Andreas Widmer, CVP-Kantonsrat,

Kirchweg 4, 9613 Mühlrüti

Qualitätsprodukte verscherbeln?

«Auch die Gemeinden, die Kantone und der Bund sollten unternehmerisch handeln.» Wohl niemand wird diesen Satz vorbehaltloser unterzeichnen als jene Politikerinnen und Politiker, die momentan gegen die Abschaffung der Pauschalsteuer zu Felde ziehen. Machen wir ernst damit: Kein Unternehmen, das von der Qualität seiner Produkte überzeugt ist, wird diese zu Schleuderpreisen auf den Markt werfen. Auch unser Land sollte dies nicht tun, zu wertvoll sind unsere Exklusivitäten wie sozialer Frieden, Rechtsstaatlichkeit, hohes Mass an Sicherheit, gut ausgebauter Service Public, überzeugendes Bildungssystem, prachtvolle Landschaften…

Dies alles kommt nicht von ungefähr; es muss gepflegt werden. Und das hat seinen Preis. Diesen Preis haben laut unserer Bundesverfassung alle entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu bezahlen. Wenn nun eine Anzahl besonders reicher Ausländer nicht wie Normalbürger das reale weltweite Einkommen und Vermögen versteuern müssen, sondern meist nur das geschätzte Siebenfache der Wohnkosten, so ist das nicht nur ungerecht, es kommt einer Verschleuderung von Qualitätsprodukten gleich.

Es ist mir unverständlich, warum sich reihenweise Politikerinnen und Politiker zu Anwälten einzelner machen, die sich davor drücken, ihren gerechten Beitrag zu leisten. Ich bin sicher, dass sich dieselben bei den nächsten Wahlen wieder als Kämpfer für die öffentlichen Interessen anpreisen werden. Das Argument, bei einer angemessenen Besteuerung zögen die Superreichen weg, wird auch durch die andauernde Wiederholung nicht glaubwürdiger. Wohin sollen sie ziehen, wo sonst geniessen sie die erwähnten Qualitäten? Geradezu naiv wirkt das Argument mit dem Mäzenentum für kulturelle Institutionen. Eine Besteuerung im Sinne unserer Bundesverfassung brächte ein Mehrfaches, wovon auch die Kultur profitieren könnte.

Die Herausforderungen der Zukunft, denken wir nur an das Milliardenloch durch die bevorstehende Unternehmenssteuerreform III, erlauben es uns nicht, jene weiterhin so billig von unseren Werten profitieren zu lassen, denen das Steuernzahlen am wenigsten weh täte. Oder wollen wir lieber, dass sie sich am 30. November in ihren Luxusvillen ins Fäustchen lachen?

Hanspeter Schumacher, Schomattenstrasse 23,

9630 Wattwil

Wilhelm Tell im Neckertal

Ich weiss nicht, wo und wie Pio Meyer lebt. Aber dass er in seinem Leserbrief Wilhelm Tell und den Landweibel Germann bemüht, deutet darauf hin, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung sanft an ihm vorübergegangen ist.

Traditionen in Ehren, aber geschichtliche Ausflüge ins Mittelalter als Argument gegen einen Naturpark anzuführen, ist ziemlich abstrus und wenig konstruktiv. Wer immer sich in den vergangenen Jahrzehnten in den verschiedenen Gremien des Tals aktiv auseinandergesetzt hat, wie die wirtschaftliche Basis verbessert, eine nachhaltige Entwicklung gefördert und damit die Abwanderung gestoppt werden kann, kennt eine andere Realität: Die Umsetzung etlicher guter Ideen ist am Mangel an finanziellen Mitteln gescheitert. Sogenannte Schreibtischtäter sind eher jene, die in dieser Sache noch nie einen Finger gerührt haben und nun gegen den Naturpark wettern.

Die Landwirte im Neckertal werden für ihre vielfältigen Aufgaben und Leistungen mit Beiträgen in Millionenhöhe entschädigt und unterstützt – zu Recht, wie ich meine. Nebst anderen haben sie dazu beigetragen, dass unsere Talschaft eine weitgehend ursprüngliche und natürliche Landschaft geblieben ist. Aber wir brauchen eine sanfte Entwicklung. Es ist bekannt, dass ein Teil unseres vielfältigen und leistungsfähigen Gewerbes im Tal mehr als 50 Prozent der Wertschöpfung ausserhalb des Toggenburgs erwirtschaftet. Da liegt doch noch Potenzial für die eigene Region drin. Der Naturpark löst nicht alle Probleme, aber er kann uns in der dringend notwendigen Entwicklung finanziell unterstützen. Und so wie die Landwirte für ihr gutes Geld Leistungen erbringen müssen, ist dies auch im Naturpark gefordert. Und das hat nichts mit mangelndem Selbstbewusstsein der Neckertaler oder mit abhanden gekommenem Freiheitswillen oder mit Bittgängen zum «Berner Geldtopf» zu tun. Für die Landwirte sind derartige Aussagen beleidigend und für einen Naturpark Neckertal unwahr.

Für die dringend notwendige Entwicklung des Tals ist Marketing unerlässlich – auch das hat sich seit dem Mittelalter geändert. In einem Marketingbüro geht es nicht um Lenkung in eine uniformierte Denkrichtung oder das Ausschalten selbständigen Denkens, aber ohne professionelles und entsprechend finanziell aufwendiges Marketing ist eine Randregion wie das Neckertal auf verlorenem Posten. Der Bund («Bundesbern») ist sich seiner Verantwortung für Randregionen (und Minderheiten) bewusst und will eine Besiedlung und Bewirtschaftung aller Regionen erhalten – das hat sich seit unserer Staatsgründung nicht geändert. Er hat daher nebst Investitionen in Agglomerationen in Milliardenhöhe auch einige Millionen für Randregionen bereitgestellt, damit auch hier Entwicklung möglich wird. Aber nochmals: die Leistungen für dieses Geld müssen wir Neckertaler selber erbringen.

Gerade ältere Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sollten vor einem Entscheid daran denken, dass die junge Generation Entwicklungsmöglichkeiten braucht, um im Neckertal ihre Existenz auf- und auszubauen, das gilt für Landwirte, Gewerbler und die Tourismusbranche gleichermassen. Darum geht es am 30. November, nicht um mehr, aber auch nicht um weniger. Geben wir den Jungen diese Chance!

Ruedi Näf,

Dürrenbachweg 1,

9125 Brunnadern

Vertrauen in unsere Region

Ich bin beeindruckt, mit welch grossem Engagement in die Entwicklung unserer Region investiert wird. Auf der einen Seite schaffen die beteiligten Gemeinderäte mit dem Naturpark die Basis, auf der anderen Seite zeigt das beworbene Angebot von zahlreichen privaten Anbietern des Naturparks, was möglich ist, wenn man die Kräfte bündelt. Ich habe für mich entschieden, dass ich den von uns gewählten Vreni Wild, Hedi Knaus, Toni Hässig und Walter Fischbacher vertraue und sage Ja zum Naturpark Neckertal. Für mich ist es keine Alternative, den angstmachenden Worten von Toni Brunner zu folgen. Oder hält er neben der Ablehnung eigene, regionale Projekte und persönliches Engagement für das Neckertal bereit? Ich würde mich gerne überraschen lassen.

Lasst uns mit diesem Projekt eine Entwicklung einleiten, welche auch der nächsten Generation ermöglicht, in unserem Tal zu leben und zu arbeiten.

Andreas Niedermann, Präsident der CVP Oberhelfenschwil Sonnenbergstrasse 10

9621 Oberhelfenschwil

Kieswerk Nassen dem Naturpark opfern?

Wir von der IG Stop-Naturpark fragen uns, wollen die Befürworter das Kieswerk Nassen wirklich dem Naturpark opfern? Möchten Sie diese Arbeitsplätze wirklich aufs Spiel setzen? Beim genauen Lesen der Pärkeverordnung des Bundes und des nun vorliegenden Managementplanes zum Naturpark Neckertal drängen sich nämlich diese Fragen auf. Im Artikel 20d der Pärkeverordnung steht «bestehende Beeinträchtigungen des Landschafts- und Ortsbildes durch Bauten, Anlagen und Nutzungen sind bei sich bietender Gelegenheit zu vermindern oder zu beheben.» Auf Seite 47 des Managementplanes sind genau diese störenden Bauten Nutzungen und Anlagen aufgelistet, unter anderen ist leider auch das Kieswerk Nassen aufgelistet. Wer also dem Parkvertrag zustimmt, hilft aktiv mit, Arbeitsplätze im Tal zu vernichten. Wer aber den Müttern, Vätern, Töchtern und Söhnen, die im Kieswerk arbeiten, weiterhin ein Einkommen ermöglichen möchte und die Idee einer Regionalen Wertschöpfungskette stärken will, legt am 30. November 2014 ein kräftiges Nein in die Urne.

Ruedi Lieberherr, IG-Stop-Naturpark,

Waldschwil, 9125 Brunnadern

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