Schwungvoll in die Morgenstunden

WATTWIL. Der «Heimatobed» der Trachtengruppe Wattwil bot am Samstagabend dem Publikum ein vielfältiges Programm, mit schönen Trachtentänzen, Jodel, einem humorvollen Theater und Tanz bis in die Morgenstunden.

Sylvia Baumann
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Die Trachtengruppe Wattwil lud zum «Heimatobet» und unterhielt das Publikum im voll besetzten Thurpark mit Tanz und Theater. (Bilder: Sylvia Baumann)

Die Trachtengruppe Wattwil lud zum «Heimatobet» und unterhielt das Publikum im voll besetzten Thurpark mit Tanz und Theater. (Bilder: Sylvia Baumann)

Wattwil. Der Unterhaltungsabend der Trachtengruppe Wattwil scheint ein Publikumsmagnet zu sein, denn der «Thurpark» war voll besetzt. Ein Augenschmaus waren die farbenfrohen Trachtentänze, passend vor den heimischen Churfirsten. Rassig und lüpfig begleiteten die «Gillihuusfäger Weesen», eine junge Formation, die Tanzenden zu den Stücken «Mecal gio per Cuotscha» und «Määrtgässler», «Fonduepfänni Marsch» und «Über 1000 Gipfel». Das Trio Wildbach Linthal lockte im Anschluss des Theaters mit rassiger Musik die Tanzfreudigen auf die Bühne und verbreitete eine gemütliche Stimmung bis in die Morgenstunden.

Tanzend in die Herzen

Als Gäste durften die «Jungjodler Ennetbühl» dreimal auf die Bühne. Acht Buben standen zusammen im Kreis und gaben Naturjodel oder Lieder wie «Uf mis Älpli bin i gange» zum Besten. Trachtengruppen-Präsident Hanspeter Stark wünschte ihnen zur Gesangskarriere viel Glück und lobte: «So hinzustehen auf der Bühne braucht Mut». Mit «Uf em Schilift z'Rüschegg» und dem «Vierpünktlischottisch» eroberte die Kindertanzgruppe Wattwil die Herzen des Publikums. Köstliche Szenen, wie des kleinen Trachtenmädchens, das ihrem ebenso kleinen Trachtenbuben als Partner immer wieder zeigen musste, wo es lang geht, trugen ebenso dazu bei, wie auch das Können der grösseren Kinder. Grosser Applaus bei allen Darbietungen verlangte nach Zugaben, die mit Freude gegeben wurden.

Ruth und Konrad Tschumper – sie leiten die Trachtentanzgruppe – sowie Walter Bösch und Margrit Bösch, Leitende der Kindertanzgruppe, erhielten für ihren Einsatz Geschenke mit dankenden Worte des Präsidenten. Dank dem grossen Gabentempel entpuppte sich der Verkauf von Losen in der Pause als ein Kinderspiel – sie fanden reissenden Absatz. Und dann – Vorhang auf für das Theater «Das isch Musig». Hauptakteur war der pensionierte, listige und coole Störenmetzger Alex Kramer (Lorenz Steinbacher) inmitten seiner Stube mit der grössten Sauordnung.

Ins Altersheim abschieben

Seine Familie, vertreten durch seine Tochter Theres Herzog (Ursula Lieberherr) und der Schwägerin Selma Kramer (Michaela Bleiker), wollte ihn unbedingt ins Altersheim abschieben. Als ein Reibeisen der besonderen Art trat Letztere auf – sie kämpfte wie eine Furie für das Vorhaben. Solidarischer mit Grossvater verhielt sich sein Enkel Oliver Kramer (Reto Anderegg). Er wollte für ihn eine Dusche einrichten, denn das Baden mit Spitex-Frauen behagte Alex überhaupt nicht – er hatte eine um die andere hinausgeekelt. Die Zahnarztgehilfin Andrea Rascht (Heidi Wickli) begehrte Requisiten für ein Theater, wie auch der Nachbar Erwin Rüegger (Hanspeter Stark). Dieser rettete am Ende Alex, indem er anbot, dass seine Frau die Pflege übernehme.

Mit dem erlösenden Kommentar: «Das isch Musig, ich nehme an», machte er alle glücklich. Maja Wildi (Margrit Bösch), Mitglied der Kulturkommission, die sein Haus als Museum einrichten wollte wie auch Chrigel (Koni Tschumper), Jasspartner und Freund von Alex, trugen zum guten Gelingen des Theaters bei. Der ergötzende Schlagabtausch war gespickt mit Missverständnissen, erheiternden Dialogen und Kommentaren, speziell des Hauptakteurs Alex Kramer.

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