Schwinger und Zahlenmensch

Nach achtjähriger Zugehörigkeit zum Vorstand des St. Galler Schwingerverbandes gab der Gähwiler Fredi Kurmann an der Delegiertenversammlung seinen Rücktritt. Für seine Verdienste wurde er in den Stand der Ehrenmitglieder erhoben.

Beat Lanzendorfer
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Der Gähwiler Fredi Kurmann ist vom St. Galler Schwingerverband für sein langjähriges Wirken zum Ehrenmitglied ernannt worden. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der Gähwiler Fredi Kurmann ist vom St. Galler Schwingerverband für sein langjähriges Wirken zum Ehrenmitglied ernannt worden. (Bild: Beat Lanzendorfer)

KIRCHBERG. Erstaunlich, über welch unterschiedliche Gaben Menschen verfügen. Der 48jährige Fredi Kurmann, wohnhaft in der Waldwis, an der Strecke zwischen Kirchberg und Gähwil, zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Zahlengedächtnis aus. Befragt nach seiner Schwingerlaufbahn, die er im Jahre 2001 nach einem Vierteljahrhundert beendete, kommen Jahreszahlen und Gegner der unzähligen Schwingfeste wie aus der Pistole geschossen.

Erstes Schwingen, erster Sieg

Seine Karriere begann vor bald vier Jahrzehnten mit einem Paukenschlag: «Mit zehn Jahren durfte ich erstmals an einem Buebeschwinget teilnehmen und habe jenes 1977 auf dem Hofberg in Wil gleich gewonnen.» Bei den Aktiven konnte er sich insgesamt 18 Kränze aufs Haupt setzen, zu einem Festsieg reichte es aber nie. «Ich war mehrfach im Schlussgang, einen gewonnen habe ich nicht», erinnert sich Fredi Kurmann an die alten Zeiten zurück. Gerne denkt er an die Kämpfe gegen Mathias Bleiker (Ebnat-Kappel), Jörg Abderhalden (Stein) oder den Appenzeller Thomas Sutter.

Letzterer leitete mit seinem Sieg beim Eidgenössischen 1995 in Chur die beispiellose Ostschweizer Erfolgsgeschichte ein, in dessen Folge mit Nöldi Forrer und Jörg Abderhalden weitere Könige hinzukamen. Als seine schönsten Erfolge bezeichnet Fredi Kurmann den Kranz beim Bergfest auf dem Stoos, jene zwei beim Nordostschweizer sowie die diversen bei den St. Galler Kantonalen. In besonderer Erinnerung bleibt jener aus dem Jahr 1996 beim St. Gallischen.

«In Wil wurde ich hinter dem Schwingerkönig Thomas Sutter Zweiter. Gleichzeitig gehörte ich dem Organisationskomitee als Vizepräsident an.» Er bewältigte eine Doppelbelastung, die auf seine Leistung aber keinen negativen Einfluss hatte.

Viele Jahre Funktionär

Fredi Kurmann war sich bereits während seiner Aktivkarriere nicht zu schade, Funktionärsaufgaben zu übernehmen. Er leitete von 1995 bis 2007 als Präsident die Geschicke des Schwingclubs Wil. «Ich war der Nachfolger von Ueli Kuhn, der in seiner 35jährigen Amtszeit den Aufschwung des Schwingclubs massgeblich mitgestaltete.» Darüber hinaus gehörte der 48jährige Gähwiler während 14 Jahren in verschiedenen Funktionen dem Toggenburger Schwingerverband an. Von 2005 bis 2010 hatte er sogar das Präsidentenamt inne. Er übergab dieses dann an Christian Tschumper, welcher den Toggenburgern heute noch vorsteht. Hinzu kommt seine erwähnte achtjährige Vorstandstätigkeit beim St. Galler Schwingerverband. «Ich begann als Etatverwalter und war anschliessend während sieben Jahren Vizepräsident.» Auf Fredi Kurmann war genauso Verlass, wenn es an den Schwingfesten Mitglieder im OK benötigte. So war er in den Jahren 2001 und 2011 OK-Präsident des Toggenburger Verbandsschwingfestes und amtet im kommenden Jahr beim selben Anlass in Kirchberg als Vizepräsident. Hinzu kommen auch Engagements an den jeweiligen Toggenburger Herbstschwingertagen. Und um den Reigen abzurunden: Fredi Kurmann feiert im 2016 sein 10-Jahre-Jubiläum beim Schwägalp Schwinget, bei dem er Verantwortlicher des Rechnungsbüros ist. Trotz Rücktritt aus dem Vorstand des St. Galler Kantonalen Schwingerverbandes wird es dem Teilnehmer von drei Eidgenössischen (Chur 1995, Bern 1998, Nyon 2001) auch in Zukunft nicht langweilig. Was haben doch seine Kameraden bei der Delegiertenversammlung Ende November in Mörschwil gesagt: «Fredi reist gern in den Norden und ist einem guten Essen nicht abgeneigt.» Das soll auch so bleiben.

Nächstes Projekt

Weit fortgeschritten sind die Arbeiten für das Toggenburger Verbandsschwingfest vom 24. April in Kirchberg. Tags zuvor wird noch ein Buebeschwinget durchgeführt.

Bei diesem Anlass amtet Fredi Kurmann zusammen mit seinem Bruder Martin als Vizepräsident. Das OK-Präsidium hat Silvan Breitenmoser inne.

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