Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SCHWINGEN: Rekordkulisse auf der Schwägalp

Volksnaher Sport: 13250 Zuschauer finden sich am Bergfest ein. Niederschläge bleiben aus, und Stier Fernando verhält sich bei der Vorführung der Lebendpreise auf dem Weg in die Arena brav.
Lukas Pfiffner
Über 13'000 Zuschauer verfolgten das Schwingfest auf der Schwägalp. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Über 13'000 Zuschauer verfolgten das Schwingfest auf der Schwägalp. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

«We wish you an unforgetable day!» Die Begrüssung durch den Platzsprecher erfolgt auf der Schwägalp für die englischsprachigen Zuschauer in deren Muttersprache. Zwischen dem Zugang zur Tribüne «Hundwil», dem Schwingplatz eins und den drei kleinen Alphütten ist die inoffizielle «mixed zone». Dort stehen oder gehen sie alle eng nebeneinander, bahnen sich einen Weg: eifrige Serviceleute, konzentrierte Spitzenathleten, durstige Besucher, auf Bänken stehende Kenner der Szene, enttäuschte und sägemehlverzierte Schwinger.

Mit dem Sieg am Nordwestschweizerischen Schwingfest hat vor kurzem der Appenzeller Martin Hersche auf sich aufmerksam gemacht. Die Erwartungen der Öffentlichkeit an ihn sind gestiegen. Er hat sich im Vorfeld des Schwägalp-Schwinget aus der (Medien-)Öffentlichkeit zurückgezogen.

Ruhe anstatt Mikrofon und Kamera

Beim Warten auf den ersten Gang wirkt Hersche angespannt. Zwei Kinder wagen sich trotzdem mit dem Wunsch nach einer Unterschrift an ihn heran. Er vertröstet sie auf später. Der Fernsehsender Swiss 1 überträgt den ganzen Tag live. Hersche gewinnt den ersten Kampf, winkt aber ab, als er von einer Fernsehreporterin angesprochen wird. Er verzieht sich hinter eine Hütte. Ablenkung ist nicht gefragt, er bevorzugt die Ruhe anstelle von Mikrofon und Kameras. Rund eine Stunde später verlässt er das Sägemehlrund als humpelnder Sieger. Er greift sich ans Knie, schüttelt enttäuscht den Kopf. Eine Verletzung beendet seinen Wettkampftag vorzeitig.

Deutlich bessere Laune hat ein Helfer, der ein Absperrseil in den Händen hält. «Jetzt kommen die Rennmäuse», meint er. Was höchstens im Ansatz richtig ist. Es werden nämlich die Lebendpreise vorgeführt. «Ist der Stier jetzt ruhig?», erkundigt sich OK-Präsident Niklaus Hörler bei einem Funktionär und hilft höchstpersönlich, das Publikum neben die Schleuse zu leiten. Zuchtstier Fernando zeigt sich kurz vor seinem vierten Geburtstag allerdings ziemlich brav, als er mit den Zuchtrindern Blanka, Hilari, Nina sowie dem Zuchtfohlen Herma von Kappensand in die Arena geführt wird. Nach den stämmigen Tieren rücken wieder kräftige Männer in den Mittelpunkt. In ihrer Ankündigung bedient sich der Speaker verschiedener Muster. Die Schwinger «laufen hinein», sie «treten an», sie «geben einander die Hand». Und ab und zu ist auch zu hören: «… wird gesucht.» Die Stahlrohrtribünen sind früh komplett besetzt und auch die Wiesenplätze sehr gut besucht. 13 250 Zuschauer werden gemeldet – Rekord für den Schwägalp-Schwinget. Einer fehlt allerdings: Bundesrat Ueli Maurer muss sich wegen einer anderweitigen Verpflichtung entschuldigen.

Skimütze, aber Soft Ice: Der Grund leuchtet ein

Der Ausserrhoder Ständerat Andrea Caroni trägt die Sonnenbrille nicht auf der Nase, sondern auf dem Kopf. Der Himmel zeigt sich mehrheitlich verhangen. Es regnet nicht, aber die Witterung ist bis nach dem vierten Gang kühl. Ein Besucher mit Skimütze und seine beiden Kollegen essen Soft Ice. «Beim Wurststand hätten wir zu lange warten müssen», lautet ihre einleuchtende Erklärung. Auf der anderen Seite der Arena wird Fondue serviert und gejasst. Der eine oder andere Schwinger setzt sich zum Essen ins Publikum. Schwinganlässe sind volksnah; der Umgang ist in aller Regel unkompliziert.

Hinweis

Weitere Bilder unter:

www.appenzellerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.