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SCHWINGEN: Pro Geschenk 20 Liegestütze

Ueli Roth war 19 Jahre Jungschwingerleiter beim Schwingclub Wattwil und Umgebung. Am Freitag leitete er sein letztes Training. Seine Buben und Mädchen bereiteten ihm einen herzlichen Abschied.
Beat Lanzendorfer
Ueli Roth (hinten rechts) leitete zum letzten Mal das Training der Jungschwinger. (Bild: Beat Lanzendorfer (Ebnat-Kappel, 21. Oktober 2016))

Ueli Roth (hinten rechts) leitete zum letzten Mal das Training der Jungschwinger. (Bild: Beat Lanzendorfer (Ebnat-Kappel, 21. Oktober 2016))

SCHWINGEN. Der 37jährige Ueli Roth gehört zusammen mit Beat, Urs und Jörg Abderhalden, Nöldi und Christian Forrer, Daniel Bohl, Urban Götte sowie seinem Bruder Köbi jener goldenen Schwingergeneration an, die sieben Eidgenossen und zwei Könige für das Toggenburg hervorbrachte. Aktiv ist von ihr nur noch Nöldi Forrer. Er und alle anderen Erwähnten sind dem Schwingsport in einer Vereins- oder Verbandsfunktion erhalten geblieben. Mit am längsten als Funktionär unterwegs ist Ueli Roth. Kaum volljährig leitete er im Januar 1998 erstmals eine Übungseinheit der Jungschwinger.

Bis heute 760 Trainings gestaltet

Köbi Roth, Präsident des Schwingclubs Wattwil und Umgebung, brachte es am Ende des letzten Trainings auf den Punkt: «Du warst seit 1998 bis heute für rund 760 Trainings verantwortlich, dafür möchten wir uns ganz herzlich bei dir bedanken.» Beim Abschied dabei war auch Beat Abderhalden, heute Technischer Leiter beim Nordostschweizer Schwingerverband.

Die Trainings beginnen jeweils im Januar, werden auch in den Ferien nicht unterbrochen und enden erst vor dem dreimonatigen Winterschlaf im Oktober. Ueli Roth hat in den knapp zwei Jahrzehnten kaum eine Einheit verpasst. Auch nicht jene am Freitag, die mit Treicheln und Glocken begann. Die 32 Buben und drei Mädchen hiessen ihren Trainer in der Turnhalle Wier in Ebnat-Kappel akustisch willkommen. Nach den 90 Minuten Arbeit gab es als Belohnung Wienerli und Brot. Es war allerdings kein Abschied für immer, Ueli Roth versprach: «Zwischendurch schaue ich sicher wieder vorbei, ich will sehen, ob ihr Fortschritte erzielt habt.» Zum Schluss gab er dem Nachwuchs noch einen Tip auf den Weg: «Jetzt habt ihr Winterpause. Aber bald ist Weihnachten, und wenn ihr für jedes Geschenk, das ihr auspackt, zwanzig Liegestütze macht, dann kommt es gut.»

Ueli Roth, der im Alter von acht Jahren mit dem Schwingen begann, konnte sich in seiner Karriere als Aktiver 25mal einen Kranz aufs Haupt setzen. «Meine grössten Erfolge waren der vierte Rang beim Zürcher Kantonalen 2010 sowie Platz 11 beim Unspunnen im Jahr darauf.»

Die Nachfolge im Training ist geregelt

Ueli Roth, der aus einer Schwingerfamilie stammt und mit vier Brüdern aufgewachsen ist, hat vor zwei Jahren zusammen mit Ehefrau Vroni den elterlichen Bauernhof im Hüsliberg ob Ebnat-Kappel übernommen. Mit Ueli (6), Werner (4), Andrea (1) und Nesthäkchen Martina (drei Monate) ist die Familie nun auf sechs Personen angewachsen.

Seine Nachfolge als Jungschwingerleiter ist geregelt – sie bleibt in der Familie. Sein 18jähriger Göttibueb und Cousin Peter Roth hat sich bereit erklärt, sich am Freitagabend des Nachwuchses anzunehmen. Unterstützung erhält er von seinem Bruder Ruedi. Sie trainieren die Jungschwinger, die von Nesslau bis Oberhelfenschwil zu Hause sind. Den obersten Teil des Tals, von Wildhaus bis Nesslau, übernimmt wie gewohnt am Dienstagabend in Stein Urban Götte. Langweilig wird es Ueli Roth auch in Zukunft nicht. Nebst der Arbeit auf dem Bauernhof ist er noch als Teilzeit-Zimmermann unterwegs. In seiner Freizeit gehört er dem 17köpfigen Jodelchörli Hüsliberg an, das sich wöchentlich am Mittwochabend zur Probe trifft und circa 20 Auftritte im Jahr vor Publikum hat. Nebenbei ist er dessen Präsident.

Und ganz ohne Schwingen geht's dann doch nicht. Als Vizepräsident des Schwingclubs Wattwil und Umgebung wird Ueli Roth auch in Zukunft beim einen oder anderen Schwingfest anzutreffen sein.

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