SCHWINGEN: Erster Kranzfestsieg für Hersche

Die Appenzeller Schwinger können auf ein erfolgreiches Wochenende zurückblicken. In Therwil kann sich Martin Hersche als Gewinner des Teilverbandsfestes feiern lassen, und in Schaffhausen schlagen drei Kranzgewinne zu Buche.

Thomas Mock
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Bereits zum Auftakt siegte Martin Hersche gegen Christoph Bieri in überzeugender Art und Weise. (Bilder: Rolf Eicher)

Bereits zum Auftakt siegte Martin Hersche gegen Christoph Bieri in überzeugender Art und Weise. (Bilder: Rolf Eicher)

Thomas Mock

redaktion

@appenzellerzeitung.ch

Während am Samstag die Appenzeller am Schaffhauser Kantonalen Schwingfest in die Hosen stiegen, fand am Sonntag mit dem Nordwestschweizerischen Teilverbandsfest das letzte der fünf Teilverbandsfeste im basellandschaftlichen Therwil statt. Der Innerrhoder Eidgenosse Martin Hersche dominierte das Fest von Beginn weg und liess sich am Abend als verdienter Festsieger auf Schultern tragen.

Wie es an einem Teilverbandsfest üblich ist, werden jeweils zwei Gastschwinger aus den anderen Teilverbänden eingeladen. Die beiden Appenzeller Eidgenossen Martin Hersche und Marcel Kuster vertraten hierbei die Ostschweizer Fahnen. Beiden Schwingern gelang ein optimaler Start in den Wettkampf. In den beiden Eidgenossenduellen behielt Hersche die Oberhand ge­genüber Christoph Bieri, und auch Kuster siegte in seinem ­Duell gegen Mario Thürig bereits nach kurzer Gangdauer. Mit dem bescheiden angesetzten Ziel, den Kranzgewinn zu realisieren, überzeugte Hersche auch in den folgenden Gängen und lag zur Wettkampfhälfte mit drei Siegen auf dem zweiten Zwischenrang. In der Folge dominierte er auch die Gänge gegen die einheimischen Eidgenossen Bruno Gisler und Mario Thürig. Somit qualifizierte sich Hersche in eindrücklicher Art und Weise erstmals für den Schlussgang an einem Teilverbandsfest. Im Schlussgang stand er dem Berner Gastschwinger Matthias Aeschbacher gegenüber, welcher zuvor ebenfalls fünf Siege realisieren konnte. Dieselbe Paarung gab es bereits auf dem Brünig. Der Innerrhoder zog die richtigen Schlüsse daraus und dominierte in der Folge ebenfalls den Schlussgang, ehe er vor rund 5000 Zuschauern nach knapp vier Minuten mit einem Brienzer vorwärts die Entscheidung herbeiführen konnte.

Auch Marcel Kuster überzeugte in Therwil. Obwohl er nach seinem Startsieg gegen den zähen Aargauer Eidgenossen ­David Schmid nicht über einen gestellten Gang hinauskam, liess sich Kuster nicht beirren und wies zur Wettkampfhälfte ebenfalls zwei Siege auf. Leider konnte er den Schwung vom Vormittag nicht mitnehmen und musste im vierten Gang eine unglückliche Niederlage anerkennen. Mit zwei abschliessenden Maximalnoten war ihm zum Ende aber das Eichenlaub nicht mehr zu nehmen. Kuster klassierte sich auf dem erfreulichen siebten Rang.

Dreimal mit Eichenlaub ausgezeichnet

Mit dem Schaffhauser Kantonalschwingfest in Herblingen fand das zweitletzte Kranzfest in der Ostschweiz statt. Der gebürtige Appenzeller Samuel Giger konnte hierbei seinen vierten Kranzfestsieg der laufenden Saison ­feiern. Im Schlussgang bezwang er vor rund 1200 Zuschauern nach rund sechs Minuten den letztmaligen Unspunnen-Sieger Daniel Bösch mittels Kurz. Die Appenzeller wurden von den beiden Gaiser Eidgenossen Michael Bless und Raphael Zwyssig angeführt. Zwyssig verletzte sich bereits im ersten Gang unglücklich am Finger und musste den Wettkampf bereits früh wieder aufgeben. Wie der weitere Verlauf seiner Saison aussehen wird, bleibt noch unklar. Michael Bless musste einzig im zweiten Gang gegen Schlussgangteilnehmer Daniel Bösch die Stärke des Gegners anerkennen, ansonsten verliess der Appenzeller den Platz jeweils als Sieger. Bless klassierte sich hinter dem Festsieger Giger auf dem zweiten Schlussrang.

Ebenfalls fünfmal siegreich blieb der Herisauer Martin Roth. Die eher durchzogene Saison liess der Sennenschwinger somit auf eindrückliche Art vergessen. Sein gefürchteter Armzug wurde dem Schwingerkönig Nöldi Forrer zum Verhängnis. Während sich Roth über seinen 13. Kranzgewinn freuen durfte, musste Forrer die Heimreise ohne Eichenlaub antreten. Der Hundwiler Dominik Schmid zeigte ebenfalls eine eindrückliche Leistung und entführte dank vier ­Siegen, einer Punkteteilung und einer Niederlage den dritten Kranz ins Appenzellerland. Für Schmid ist es bereits der vierte Kranzgewinn in der laufenden Saison. Etwas weniger glücklich verlief der Wettkampf für die restlichen Appenzeller. Am ärgerlichsten endete der Wettkampf für Urs Giger. Trotz vier Siegen verpasste er die Kranzränge in Herblingen um den berüchtigten Viertelpunkt.