SCHWINGEN: Ernüchternde Bilanz

Zweimal Eichenlaub nehmen die Appenzeller aus Rapperswil-Jona mit nach Hause. Es wäre aber am St. Galler Kantonalschwingfest durchaus mehr möglich gewesen. Daniel Bösch siegt beim Comeback.

Claudia Frick
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Mit einem Plattwurf bodigt Martin Hersche (oben) seinen Gegner Marco Good. (Bild: Lorenz Reifler)

Mit einem Plattwurf bodigt Martin Hersche (oben) seinen Gegner Marco Good. (Bild: Lorenz Reifler)

Claudia Frick

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Für einmal fand das Schwingfest in Rapperswil-Jona nicht unter freiem Himmel statt, sondern in einer Eishalle. Die einen freuten sich, nicht den ganzen Tag an der prallen Sonne sitzen zu müssen, dachten bei einer Eishalle gewiss auch an kühle Temperaturen. Aber weit gefehlt! Bei den 3200 Zuschauern am St. Galler Kantonalschwingfest herrschte eine zurückhaltende Stimmung, wohl auch aufgrund der stickig, warmen Luft. Zweifellos konnte die gesamte Atmosphäre nicht mit einem Freiluftanlass mithalten.

Als bester Appenzeller klassierte sich der Gaiser Michael Bless auf Rang fünf. Der Wettkampf startet für ihn mit dem unbequemen Zürcher Eidgenossen Fabian Kindlimann. Dieser, bekannt für seine ruppige, gar grenzwertige Schwingweise, vermochte gegen Bless einen Gestellten zu erzwingen. Nach einer überraschend schnellen Niederlage gegen Kid Simon kurz vor der Mittagspause war er bereits aus der Entscheidung um den Tagessieg gefallen. Drei aufeinanderfolgende Plattwürfe sicherten ihm letztlich den Kranz.

Gute Ausgangslage nach fünf Gängen

Sein Klubkamerad Raphael Zwys­sig hatte nach fünf Gängen die vorteilhafte Ausgangslage, dass ihm der Kranzgewinn bereits sicher war. Da er zu Beginn dem Teilverbandskranzer Samir Leuppi unterlag und anschliessend gegen vier Kranzer gewinnen konnte, war absehbar, dass er im letzten Gang nochmals einem stärkeren Konkurrenten gegenüberstehen würde. Namentlich war dies Fabian Kindlimann, das Duell endete resultatlos, womit sich Zwyssig auf dem 7. Platz klassierte. Nach dem fünften Gang standen die Appenzeller in einer aussichtsreichen Position. Erwartungsvoll durfte den letzten Duellen entgegengesehen werden, denn sieben weitere von ihnen hatten noch die Chance auf das begehrte Eichenlaub. Martin Hersche verpasste dieses knapp um einen Viertelpunkt mit einer Blitzniederlage gegen den Lokalmatador Dominik Oertig. Seine Ambitionen schnell begraben musste auch Martin Roth vom Schwingklub Herisau, der gegen Ursin Battaglia das Nachsehen hatte, sowie Thomas Kuster im Zweikampf mit Roman Hochholdinger und Patrick Schmid mit dem Routinier Ruedi Eugster. Ebenso erging es dem Urnäscher Andreas Frick und Matthias Schläpfer. Dem jungen Schwellbrunner Roman Wittenwiler gelang es, im vierten Gang den schwergewichtigen Kranzer Beat Vogel zu bodigen. Der erste Kranzgewinn blieb ihm aufgrund der Niederlage am Schluss jedoch verwehrt.

Comeback von Bösch

Bereits zum sechsten Mal konnte Daniel Bösch das eigene Kantonalschwingfest für sich entscheiden. Vor wenigen Wochen brach er sich bei einem Schwingfest die Nase und gab am Sonntag sein Comeback. Nach etwas mehr als sechs Minuten bezwang er seinen Schlussganggegner Simon Kid mittels Kurz. Für den 23-Jährigen Simon Kid bedeutete der Einsatz in Rapperswil-Jona nach 2015 eine Premiere an einem Kranzfest. Nach rund einjähriger Absenz kehrte er eindrücklich ins Sägemehl zurück.

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