SCHWINGEN: Drei Toggenburger am Unspunnenfest

Beim Unspunnenfest am kommenden Sonntag übernehmen Daniel Bösch sowie Jörg und Beat Abderhalden Hauptrollen. Alle drei in jeweils anderer Funktion.

Pascal Schönenberger
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Das Toggenburg wird am Sonntag beim Unspunnenschwinget in Interlaken durch Einteiler Beat Abderhalden, Titelverteidiger Daniel Bösch und TV-Experte Jörg Abderhalden vertreten (von links). (Bild: Pascal Schönenberger)

Das Toggenburg wird am Sonntag beim Unspunnenschwinget in Interlaken durch Einteiler Beat Abderhalden, Titelverteidiger Daniel Bösch und TV-Experte Jörg Abderhalden vertreten (von links). (Bild: Pascal Schönenberger)

Am kommenden Sonntag findet mit dem Unspunnen der grösste Höhepunkt im Schwingerjahr 2017 statt. Beim prestigeträchtigen Schwingfest auf der Höhenmatte inmitten von Interlaken vertreten Daniel Bösch und die Gebrüder Beat und Jörg Abderhalden die Toggenburger Farben im Berner Oberland.

Der Titelverteidiger ist in glänzender Form

Nach der Absage von Arnold Forrer für das Unspunnen war klar, dass Daniel Bösch als einziger Toggenburger Schwinger in Interlaken starten wird. Zugleich ist er als Titelverteidiger des Jahres 2011 auch der Gejagte. Bis jetzt konnte noch nie ein Schwinger in der Geschichte des Unspunnen den Erfolg bei der nächsten Austragung wiederholen. Mit dem Sieg am Schwägalpschwinget rückte Bösch automatisch in die Favoritenrolle für den kommenden Sonntag. Am eigenen Bergfest demonstrierte er deutlich, wer der Chef auf der Schwägalp ist, und bodigte mit Simon Anderegg, Florian Gnägi und Thomas Sempach im Schlussgang gleich drei der besten Berner ohne Probleme.

Vor sechs Jahren gehörte er nicht zu den absoluten Favoriten und rollte das Feld von hinten auf. In diesem Jahr wird dies völlig anders sein. Da ist schon jetzt klar, dass er gegen die breite Berner Spitze zusammengreifen muss, und dies schon ab dem ersten Gang. Bösch meint: «Der Sieg auf der Schwägalp bedeutet mir sehr viel und gibt mir viel Power für den kommenden Sonntag.»

Wer weiss, vielleicht darf seine Wohngemeinde Zuzwil jetzt einen Empfang organisieren, nachdem dies vor sechs Jahren Kirchberg getan hat.

Beat Abderhalden – der Einteiler

Beat Abderhalden vertritt das Nordostschweizer Team in Interlaken in der Einteilung. Als Technischer Leiter des Nordostschweizer Schwingerverbandes (NOS) wird er zusammen mit seinen vier Teilverbandskollegen, Christian Schmutz (Südwestschweiz), Peter Schmutz (Bern), Stefan Strebel (Nordwestschweiz) und Thedy Waser (Innerschweiz) das Unspunnenfest einteilen. Der Chef im Einteilungsbüro ist Samuel Feller, der eidgenössische Technische Leiter. Er bestimmt am Schluss, welche Paarungen von Gang zu Gang bestritten werden, natürlich in Zusammenarbeit mit den fünf Technischen Leitern der Teilverbände. Für Beat Abderhalden und sein Team steht die Titelverteidigung klar im Vordergrund. Dies sagte er seinen Schwingern auch im Abschlusstraining am vergangenen Donnerstag in Weinfelden. «Wir haben die Leute und die Möglichkeiten dazu, den Unspunnentitel zu verteidigen», sagte er. Er selber bestritt den Unspunnenschwinget einmal. 1999 klassierte er sich nach zwei Startniederlagen im sechsten Schlussrang, hinter den Toggenburgern Arnold Forrer und Jörg Abderhalden.

Der erfahrene TV-Experte

Jörg Abderhalden selber hat sehr gute Erinnerungen an den Unspunnenschwinget. Im gleichen Jahr wie sein Bruder Beat bestritt er das Schwingfest 1999 zum ersten Mal und konnte das Fest als amtierender König gewinnen. Damals stellten Silvio Rüfenacht und Christian Vogel, wodurch Jörg Abderhalden zum lachenden Dritten wurde. Mit dem Titel als Schwingerkönig schrieb er Schwingergeschichte und war 2006 erneut der grosse Favorit für den Sieg. Im Schlussgang stoppte ihn jedoch der Innerschweizer Martin Grab mit einem unerwarteten Blitzsieg. Somit konnte auch Abderhalden den Titel nicht verteidigen. In diesem Jahr ist der Toggenburger als Experte beim Schweizer Fernsehen im Einsatz. Zusammen mit Adrian Käser, Stefan Hofmänner und Matthias Hüppi analysiert er die einzelnen Gänge, wie schon an den Eidgenössischen Anlässen vergangener Jahre.

SRF überträgt das ganze Schwingfest live. Jörg Abderhalden freut sich auf den Job und hofft natürlich, dass der Titel in Ostschweizer Hand bleibt.