SCHWINGEN: Doppelt Hersche nach?

Am Sonntag muss sich die Nordostschweizer Elite am Schwägalpschwinget gegen Berner und Südwestschweizer behaupten. Das Bergkranzfest gilt als Test vor dem Unspunnen. Christian Stucki fehlt.

Thomas Mock
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Legt Martin Hersche (links) einen ähnlich starken Auftritt wie am Nordwestschweizerischen Schwingfest hin, ist ihm auf der Schwägalp einiges zuzutrauen. (Bild: Lorenz Reifler)

Legt Martin Hersche (links) einen ähnlich starken Auftritt wie am Nordwestschweizerischen Schwingfest hin, ist ihm auf der Schwägalp einiges zuzutrauen. (Bild: Lorenz Reifler)

Thomas Mock

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Auf der Schwägalp werden am Sonntag 90 Schwinger erwartet, darunter 20 Eidgenossen. Christian Stucki und Willy Graber haben im Vorfeld Forfait gegeben. In Abwesenheit der beiden Könige Matthias Sempach und Kilian Wenger treffen die stärksten Ostschweizer Schwinger somit nicht auf einen übermächtigen Bernerverband und werden insofern alles daran setzen, um den Sieg wiederum in den eigenen Reihen behalten zu können. Nichtsdestotrotz werden die Ostschweizer gefordert sein. Zu den Hauptfavoriten zählen einmal mehr der gebürtige Appenzeller Samuel Giger und der Bündner Armon Orlik, welche im vergangen Jahr punktgleich den Festsieg teilten. Doch auch die Appenzeller müssen sich in keinster Weise verstecken.

Im Schatten der Gaiser Eidgenossen Michael Bless und Raphael Zwyssig hat sich der Innerrhoder Martin Hersche in den vergangenen Jahren an die Spitze gearbeitet. Mit dem letztjährigen Gewinn am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Estavayer stieg er zusammen mit dem in Appenzell wohnhaften Altstätter Marcel Kuster in die Garde der eidgenössischen Kranzschwinger auf. In dieser Position hat sich Hersche nun merklich weiterentwickelt. Der erste Brünigkranz und sein Sieg am Nordwestschweizerischen Schwingfest von vergangenem Wochenende resultierten als verdienter Lohn des Aufwands. Zudem ist Hersche fähig, sowohl gegen arrivierte Spitzenschwinger als auch gegen ansonsten nur schwer zu bezwingende Gegner zu bestehen. Nach seiner Leistung von vergangenem ­Wochenende wäre es falsch, wenn man Martin Hersche nicht auch zum Favoritenkreis zählen ­würde.

Raphael Zwyssigs Teilnahme ist ungewiss

Mit Michael Bless und Marcel Kuster sind sicherlich zwei weitere Appenzeller im Einsatz, welche im Kampf um die Spitzenplätze ein Wort mitreden können. Beide Schwinger überzeugten am vergangenen Wochenende mit starken Leistungen. Ungewiss bleibt indes die Teilnahme von Raphael Zwyssig, der sich am Schaffhauser Kantonalschwingfest am Finger verletzt hat.

Nicht weniger eindrücklich verlief die Saison von Dominik Schmid, der nunmehr eine wichtige Stütze im Appenzeller Schwingerverband einnimmt. Hat er das nötige Wettkampfglück, kann auch ihm ein Kranzgewinn zugetraut werden. Mit dem Sieg über Nöldi Forrer wird aber auch Martin Roth einiges an Selbstvertrauen getankt haben, und man darf gespannt sein, ob ihm wiederum ein ähnliches Kunststück gelingen wird. Für die restlichen Appenzeller dürfte das primäre Ziel sechs Gänge sein. Und bekanntlich sind Überraschungen, gerade wenn es um die Kranzränge geht, keine Seltenheit. Warum nicht auch am Sonntag auf der Schwägalp ? Als Gäste werden Bundesrat Ueli Maurer und Ehrenpräsident Samuel Schmid erwartet.

Hinweis

Das Anschwingen erfolgt am Sonntag um 8.30 Uhr. Der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt.