SCHWIMMEN: Kacheln zählen und Spass haben

Silvio Kopf ist seit 20 Jahren Trainer beim Schwimmclub Herisau. Der 46-jährige Diplomsportlehrer verrät, weshalb man ihn eher auf dem Golfplatz denn im Wasser antrifft.

Mea Mc Ghee
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Schwimmtrainer Silvio Kopf instruiert seine Schützlinge meist vom Beckenrand aus. (Bild: Mea Mc Ghee)

Schwimmtrainer Silvio Kopf instruiert seine Schützlinge meist vom Beckenrand aus. (Bild: Mea Mc Ghee)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Silvio Kopf gehört zum Schwimmclub Herisau wie das Chlor im Wasser eines Hallen­bades. Seit Anfang 1997 ist der gebürtige Deutsche Trainer beim Verein, hat zahlreichen Kindern und Erwachsenen Techniken wie Crawl oder Delfin beigebracht. «Die Athletik hat heute eine ­grössere Bedeutung», nennt er eine wichtige Veränderung im Schwimmsport. Dem wird im SC Herisau Rechnung getragen, indem beim Aufwärmen an Land Kräftigungsübungen eingebaut werden. Kopf ist Diplomsportlehrer, im Rahmen eines Praktikums kam er vor 20 Jahren von Leipzig nach Herisau. «Land, Leute und Club gefielen mir», erinnert er sich. Vom Vorstand erhielt ich stets Rückhalt und Unterstützung», nennt der 46-Jährige einen Grund, weshalb er seit zwei Jahrzehnten Trainer beim Schwimmclub Herisau ist.

Silvio Kopf vereint die Positionen des Technischen Leiters und des Cheftrainers. 120 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Damit sei die Obergrenze erreicht, so Kopf. Aufgenommen wird, wer eine Länge schwimmen kann. Trainiert wird je nach Niveau in den Gruppen Goldfischli, Haifischli, Seetüfeli, Elite A und B, Masters und Breitensport zwischen einem und sechs mal pro Woche. Auf den untersten Stufen werden alle Lagen gelehrt, wer mag, schliesst sich danach den Wettkampfgruppen an. Während bei den Kleinen viele spielerische Elemente wichtig seien, gelte bei der Elite «Kacheln zählen, Bahnen schwimmen», so der Trainer.

Silvio Kopf schwamm in seiner Jugend auf Regionalniveau. Sport war für ihn stets mit Wettkampf verbunden. Er versteht aber auch, dass manche Kinder einfach aus Spass am Wasser im Club sind. Zur Faszination des Schwimmsports sagt er: «Wenn du die Technik beherrschst und so das Gefühl des Gleitens im Wasser erfährst, ist das cool.» Es fallen die Stichworte «fliessende Bewegungen» und «Rhythmus». Die Kunst sei es, dieses Gefühl zu speichern, um darauf hinarbeiten zu können.

Vom Hallenbad auf den Golfplatz

Trainer Kopf instruiert seine Schwimmer in der Regel vom Beckenrand aus. So habe er die bessere Übersicht als im Wasser, und viele Bewegungsabläufe könne man an Land besser zeigen. Ins Wasser steige er, um neue Übungen zu testen, zu spüren, wie sie sich anfühlen. Aktiven Sport betreibt der 46-jährige Vater von zwei Kindern auf dem Golfplatz. «So komme ich nach vielen Stunden im Hallenbad an die frische Luft.» Durch das Golfen habe er gelernt, als Trainer geduldiger zu sein. «Ich habe erfahren, wie schwierig es ist, etwas Neues zu lernen. Es braucht zig Wiederholungen, bis eine Bewegung sitzt», sagt Kopf.

Aktuell zählt der Schwimmclub Herisau ein Dutzend Schwimmer, die sich an nationalen Wettkämpfen messen. «Ich mag es, wenn sie Eigenmotivation mitbringen», sagt der Trainer, der sich eher als lieb denn als harter Hund bezeichnet.

Mit anderen Clubs aus der Region organisiert der SC Herisau zweimal pro Jahr ein Trainingslager. In den Frühlingsferien nahmen 56 Kinder teil. «Die Ressourcen werden besser genutzt, die Kinder erhalten Inputs von anderen Trainern und können in Niveaugruppen trainieren», begründet Kopf die Zusammenarbeit.

Hinweis

Informationen zum Schwimmclub Herisau unter www.sc-herisau.ch