Schwestern sind nicht «aus der Welt»

WATTWIL. Wie seit Ende August bekannt ist, verlassen die Kapuzinerinnen von Maria der Engel das Wattwiler Chlöschterli im Herbst dieses Jahres. Sie verabschieden sich am Samstag, 9.Oktober, persönlich von der Toggenburger Bevölkerung.

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Trotz des bevorstehenden Umzugs hat Sr. Antonia Zeit zur Besinnung. (Bild: pd)

Trotz des bevorstehenden Umzugs hat Sr. Antonia Zeit zur Besinnung. (Bild: pd)

Um 18.30 Uhr feiern die Schwestern mit Bischof Markus Büchel, mit ihnen verbundenen Priestern und den Gläubigen einen Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche von Wattwil, die Klosterkirche wäre zu klein. Nach dem Gottesdienst gibt es beim Apéro die Gelegenheit, den Schwestern persönlich zu begegnen und sich von ihnen zu verabschieden.

Viele Menschen an der Pforte

Im Chlöschterli sind die Vorbereitungen für den Umzug im Gange, auch wenn dieser erst im Spätherbst erfolgt. Dabei werden die Schwestern von freiwilligen Helferinnen tatkräftig unterstützt. Die Kontakte mit den Klostergemeinschaften, die die Wattwilerinnen aufnehmen, werden intensiviert. Sr. Johanna, die Stellvertreterin der erkrankten Frau Mutter Sr. Andrea, spürt die Auswirkungen des bevorstehenden Abschiedes auch an der Klosterpforte deutlich.

Noch häufiger als bisher kommen Menschen vorbei, deponieren Gebetsanliegen, kaufen Kerzen oder andere Produkte, soweit diese noch vorhanden sind.

Kein «Verkaufsladen»

Für einige Wochen leben die Schwestern noch im Kloster und sie sollen in Ruhe Abschied nehmen können. «Wenig einfühlsam zeigen sich Leute, die bereits jetzt anfragen, um Möbelstücke oder andere Güter aus dem Kloster zu kaufen», betont Sabine Rüthemann, Kommunikationsbeauftragte des Bistums St.

Gallen. Verkäufe kommen in dieser Phase und vermutlich auch später nicht in Frage. Die Schwestern sind dankbar, wenn das respektiert wird und keine entsprechenden Anfragen an sie gerichtet werden.

Betreute Anlage

Für Unterhalt und Pflege der Liegenschaft ist vor und nach dem Umzug gesorgt. Das Archiv und Kunstgegenstände werden aus dem Kloster genommen und an einem sicheren und dafür geeigneten Ort aufbewahrt.

Der Administrationsrat, vertreten durch Margrit Stadler-Egli (Bazenheid), und Bischof Markus Büchel (vertreten durch den Sozialethiker und Kirchenrechtler Dr. Claudius Luterbacher) kümmern sich um alle weiteren Schritte, immer in Absprache mit den Kapuzinerinnen. Zuerst aber sollen sich die Kapuzinerinnen in Ruhe von Wattwil verabschieden dürfen. Nach dem Umzug, das betont Sr. Johanna eindringlich, sind die Schwestern «nicht aus der Welt».

Auch in Altstätten, Gonten und Menzingen nehmen sie Gebetsanliegen entgegen und schliessen das Toggenburg und seine Menschen in ihre Gedanken und Gebete ein. (inf)