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SCHWENDE: Verfechterin des lebenslangen Lernens

Edith Wyss kann auf 35 Jahre als Primarlehrerin zurückblicken. In wenigen Tagen wird die 64-jährige Pädagogin pensioniert und plant nun, sich vermehrt dem Reisen und der Malerei zu widmen.
Edith Wyss hat 35 Jahre als Primarlehrerin gearbeitet, davon 26 in der Schwende. (Bild: ROM)

Edith Wyss hat 35 Jahre als Primarlehrerin gearbeitet, davon 26 in der Schwende. (Bild: ROM)

«Ein bisschen wehmütig ist mir dieser Tage schon ums Herz», gesteht Edith Wyss kurz vor ihrer Pensionierung. Sie verlasse ein eingespieltes, harmonisches Team und gebe einen Beruf auf, der ihr auch nach 35 Jahren täglich viel Freude bereite. «Mein persönlicher Ansporn war es, gerade bei wiederkehrenden Themen den Stoff immer wieder anders zu vermitteln und neue Felder miteinzuflechten. Jedes Jahr dasselbe Material aus der Schublade hervorzunehmen, wäre den Kindern nicht gerecht geworden und hätte meinem persönlichen Berufsethos widersprochen», sagt die Pädagogin.

Edith Wyss wuchs in Gossau auf und unterrichtete nach Absolvierung des Lehrerseminars zwei Jahre in Oberuzwil die Erst- und Zweitklässler. Zwischendurch reiste sie während eines Jahres in einem VW-Bus quer durch Europa und Afrika. Das Interesse für fremde Kulturen und Sprachen ist bei der Mutter von zwei erwachsenen Kindern auch heute noch gross. «Auf der Welt gibt es so viel zu entdecken und zu erfahren, da hat man nie ausgelernt», so die Primarlehrerin. Eine Auffassung, die sie stets auch ihren Schülern zu vermitteln versuchte. Und so besucht Edith Wyss seit längerem einen Italienischkurs, bildete sich berufsbegleitend zur diplomierten Kunsttherapeutin PTM weiter oder besuchte Lehrgänge im Bereich der Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung.

32 Kinder in einem Zimmer

Anfang der 80er-Jahre gründete Edith Wyss zusammen mit ihrem Mann Richard eine Familie und bewohnt seither ein Bauernhaus im Hirschberg. 1991, zu einer Zeit als akuter Lehrermangel herrschte, wurde Wyss vom damaligen Schwendner Schulratspräsident- en angefragt, ob sie sich nach einer achtjährigen Familienpause einen Wiedereinstieg als Primarlehrerin vorstellen könnte. «Unser jüngstes Kind wurde gerade eingeschult und deshalb nahm ich das Angebot an. Gemeinsam mit einem Kollegen unterrichtete ich zu Beginn 32 Dritt- und Viertklässler in einem Zimmer», erinnert sich Edith Wyss. Jobsharing war damals – zumindest im Innerrhodischen – ein noch unbekanntes Terrain. «Zu Beginn spürten wir auch eine gewisse Skepsis seitens der Eltern. Doch das legte sich rasch.» Wie viele Kinder sie in ihrer Karriere unterrichtet hat, vermag Edith Wyss nicht zu beziffern. Angst, nach den Sommerferien in ein Loch zu fallen, hat die passionierte Gärtnerin keine. «Künftig werde ich mich vermehrt meinen Hobbys wie dem Reisen, dem Wandern oder Velofahren und dem Malen widmen.» An der Dorfstrasse in Weissbad ist sie im Besitz ihres eigenen Ateliers, wo sie Malkurse für Kinder und Erwachsene anbietet. Es ist müssig zu fragen, welche Unterrichtsfächer sie favorisierte: «Zeichnen und Werken gehörten zu meinen Steckenpferden. Aber es ist die Vielfalt, das Generalist-sein-Dürfen, das meiner Meinung nach unseren Beruf so reizvoll macht», so die künftige Pensionärin. (rom)

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