SCHWELLBRUNN: Maximalvariante nicht finanzierbar

Der Gemeinderat will die Mehrzweckanlage Sommertal im Jahr 2020 renovieren lassen. Dies würde den Spielraum für weitere Investitionen einschränken. Ausserdem braucht es zwei neue Gemeinderatsmitglieder.

Roger Fuchs
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Seit 2015 wird bereits Geld zur Sanierung der Mehrzweckanlage in Schwellbrunn beiseite gelegt. (Bild: Roger Fuchs)

Seit 2015 wird bereits Geld zur Sanierung der Mehrzweckanlage in Schwellbrunn beiseite gelegt. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Auch die schönste Gemeinde der Schweiz kann sich nicht alles leisten. Und so laufen derzeit Diskussionen zur Priorisierung der Investitionsvorhaben. Der Gemeinderat hat sich bereits entschieden und an einer Informationsveranstaltung seine Vorschläge präsentiert. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

Gemäss Gemeinderat soll die 35-jährige Mehrzweckanlage Sommertal im Jahr 2020 mit einem Kostendach von 5,4 Mil­lionen Franken renoviert und erweitert werden. Erste zweck­gebundene Einlagen zum Projekt wurden bereits getätigt. Auf das Jahr 2015 hin wurde dazu der Steuerfuss um 0,2 Einheiten erhöht.

Die Maximalvariante für das MZA mit allen Wunschvorstellungen würde mit 7,4 Millionen Franken zu Buche schlagen. «Das ist nicht finanzierbar», liess Gemeinderat Markus Schmidli, zugleich Präsident der Baukommission Mehrzweckanlage, die Anwesenden am Infoabend wissen. Die Hintergründe dazu führte kurz zuvor Gemeindepräsident Hansueli Reutegger aus. Demnach darf der sogenannte Nettoverschuldungsquotient in der Gemeinde nicht über 200 Prozent steigen, sonst würde das Finanzhaushaltsgesetz Sanktionen vorsehen. Und so will der Gemeinderat im Jahr 2020 gesamthaft mit Nettoinvestitionen von rund 5,8 Mil­lionen Franken in den Voranschlag gehen, was den Netto­verschuldungsquotienten auf 181 Prozent steigen liesse. «Entscheidet sich das Stimmvolk für den Lupf bei der Mehrzweckanlage, werden in den Folgejahren weitere grosse Investitionen nicht möglich sein», so Reutegger. Heisst konkret: Die Investitionen ab 2021 wären auf 400 000 Franken beschränkt, um den Nettoverschuldungsquotienten in langsamen Schritten wieder zu senken.

Diese Ausgangslage liess Gemeinderat Markus Schmidli zur Aussage verleiten, man stehe hier vor einem Problem der kleinen Gemeinden. Diese würden an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit stossen. Zum weiteren Zeitplan: Nach dem öffentlichen Ausschreibungsverfahren will man Mitte 2018 über das Vorprojekt entscheiden. Ende 2018 gilt es über einen Planungskredit zu befinden und im Herbst 2019 wäre dann die Abstimmung über den eigent­lichen Baukredit an der Reihe. Die Bauarbeiten könnten, wenn alles rund läuft, 2020/21 stattfinden.

Mehr Schulraum nötig wegen Kinderreichtum

Nebst der Mehrzweckanlage sind auch im Schulbereich aufgrund geburtenstarker Jahrgänge Investi­tionen nötig. Doch mit einer Priorisierung auf die MZA rückt der Neubau eines Schulhauses im Sommertal in weite Ferne. Und so schlägt der Gemeinderat andere Wege vor, wie Schulpräsident Ueli Frischknecht ausführte. Einerseits soll ab Schuljahr 2018/19 ein zusätzlicher Kindergarten in der Risi geführt wer­den, andererseits ab Schuljahr 2020/21 im Weiher eine zusätzliche 1./2. Doppelklasse. Den ­definitiven Entscheid über die zusätzliche Kindergartenklasse will der Gemeinderat im Januar 2018 unter Berücksichtigung der bis dann noch erfolgten Zu- und ­Wegzüge fällen. Beide Teil­projekte würden einmalige wie auch ­wiederkehrende Kosten nach sich ziehen.

Abwasser wird günstiger

Der Abwasserpreis wird auf Anfang nächsten Jahres von 2.90 Franken pro Kubikmeter auf 2.30 Franken gesenkt. Möglich macht dies der Kontostand dieser Spezialfinanzierung von 1,1 Millionen Franken. Erwirtschaftet wurde dieses Geld durch hohe Anschlussgebühren aufgrund der guten Bautätigkeit und diversen Abwassersanierungen. Verschickt werden sollen die Wasser­rechnungen künftig vor Ende Juni.

Die Versammlung zum Budget 2018 findet am 24. November, 20 Uhr, in der «Harmonie» statt.