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SCHWELLBRUNN: Luchs wurde erschossen

Der am Sonntag am Ettenberg tot aufgefundene Luchs erlag einer Schussverletzung. Dies hat die Obduktion des Tieres an der Universität Bern ergeben. Die Jagdverwaltung von Appenzell Ausserrhoden hat nun Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.
Der verendete Luchs B459 am Ettenberg. (Bild: Amt für Raum und Wald Ausserrhoden)

Der verendete Luchs B459 am Ettenberg. (Bild: Amt für Raum und Wald Ausserrhoden)

SCHWELLBRUNN. Am rechten Hinterlauf hat das tote Weibchen eine Verletzung aufgewiesen, die laut der Abteilung für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern von einem Streifschuss stammt. "Ein Projektil wurde zwar nicht gefunden, dennoch weisen die Spuren laut den Experten auf ein kleinkalibriges Geschoss hin", schreibt der Kanton Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung.

Das Geschoss soll laut des Obduktionsberichts den Oberschenkelknochen des Tieres zertrümmert haben ohne eine sofortige tödliche Wirkung zu entwickeln. "Die Luchsin ist anschliessend auf langsame und qualvolle Weise verendet", heisst es weiter im Communiqué. Eine ausführliche Dokumentation stehe noch aus.

Anzeige gegen Unbekannt
Die Fachstelle Kora (Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement) konnte das am Sonntag gefundene tote Wildtier aufgrund der Fellzeichnung identifizieren. Es hat sich um B459, Jahrgang 2015, gehandelt. Wie die meisten Luchse in diesem Alter (zweites Lebensjahr) war das weibliche Jungtier vermutlich auf der Suche nach einem eigenen Revier.

Die Jagdverwaltung von Appenzell Ausserrhoden verurteilt die begangene Tat. "Das Jagen von geschützten Tieren ist verboten und strafbar. Wir haben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt erstattet."

Erste Wilderung seit Wiederansiedelung
Seit der Wiederansiedelung ist es laut Mitteilung das erste Mal, dass im Appenzellerland nachweislich ein Luchs gewildert worden ist. Zwischen 2001 und 2008 wurden Luchse in die Nordostschweiz umgesiedelt. "Der Bestand hat sich seither entwickelt und ist eine Bereicherung für die Artenvielfalt und das einheimische Ökosystem."

Die Population - rund zwei Tiere pro 100 Quadratkilometer - liegt im schweizerischen Durchschnitt; diese Dichte ist bezogen auf den gesamten Lebensraum tragbar und unproblematisch. Bis heute sind im ganzen Luchskompartiment Nordostschweiz keine nennenswerten Schäden an Nutztieren festgestellt worden. (pd/lex)

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