Schwellbrunn hilft Mombasa

Durch ihren Auftritt in der Sendung «SRF bi de Lüt» wurde Ida Steinemann, die schwarze Bäckersfrau in Schwellbrunn, bekannt. Viele, die ihr jetzt Kleider und Schuhe abliefern, sind durch die Sendung auf sie aufmerksam geworden.

Chris Gilb
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Ida Steinemann zeigt auf ihrem Dachboden einige der Spenden, die sie baldmöglichst nach Kenia verschiffen will. (Bild: cg)

Ida Steinemann zeigt auf ihrem Dachboden einige der Spenden, die sie baldmöglichst nach Kenia verschiffen will. (Bild: cg)

SCHWELLBRUNN. Ida Steinemann ist immer noch überwältigt von der Resonanz auf ihre spontane Sammelaktion für Kenia. Sie führt durch den Dachboden der kleinen Dorfbäckerei in Schwellbrunn, die sie gemeinsam mit ihrem Schweizer Ehemann Richie Steinemann betreibt. Ida Steinemann zeigt auf gestapelte Kisten und zeigt auf volle Säcke, darin Schuhe, Kleider; allerlei. Kürzlich sei der Dachboden noch voller gewesen: «Wir haben schon eine Ladung von 100 Kilogramm mit der Post versandt, da diese Sendeart aber sehr teuer ist, warten wir jetzt, bis wir genügend Güter beisammen haben, um einen Schiffscontainer zu füllen», sagt Steinemann.

Breite Unterstützung

Der Inhalt des Containers soll nach Mombasa, der zweitgrössten Stadt Kenias und die wichtigste Hafenstadt Ostafrikas. Dort erfreuen sich die Schüler der St. Marys Genesis Academy, eine von Spenden finanzierte Schule mit 70 Kindern, schon an den neuen Kleidern aus der Schweiz. «Meine Schwester engagiert sich nebenberuflich in der Schule, eines Tages hat sie mich gefragt, ob auch wir irgendwie helfen könnten.» Geld habe sie keins schicken können, so viel Gewinn werfe die kleine Bäckerei in Schwellbrunn auch nicht ab, also sei sie auf die Idee gekommen, Kunden und Bekannte zu fragen, ob sie Kleider oder Schuhe hätten, die sie gerne spenden würden. Die Sammelaktion der Bäckersfrau sprach sich schnell herum, auch die Männerriege des Turnvereins Herisau half eifrig mit. Ihr Bekanntheitsgrad durch «SRF bi de Lüt» kam ihr dabei zugute. «Die Leute kamen aus Interesse vorbei, um mehr über mich zu erfahren. Ich machte sie dann auf die Sammelaktion aufmerksam», sagt Steinemann. Die gesammelten Güter kommen in Kenia derweil nicht nur den Schulkindern zugute, sondern auch den Mitarbeitern und freiwilligen Helfern der Schule, die meist ebenso Bedarf hätten.

Fahrräder gesucht

Nun will Steinemann gerne die Palette an Hilfsgütern erweitern: «Fahrräder wären super. Ich habe mitbekommen, dass viele der Kinder bis zu zwei Stunden zu Fuss zur Schule gehen müssen.» Sie habe sich gedacht, das Fahrräder ihnen deswegen sicher nutzen würden. «Mit Fahrrädern wird dann auch der Container schneller voll.» Die Kosten für den Transport will die Bertold-Suhner-Stiftung übernehmen. Seit bald drei Jahren wohnt Ida Steinemann nun in Schwellbrunn. Ihren Ehemann Richie Steinemann lernte sie in Kenia kennen und folgte ihm in seine Heimat. Sie fühlt sich wohl hier, sagt, dass sie die Ruhe schätzt, die sympathischen und hilfsbereiten Menschen und die wunderschöne Natur. Einige dieser Menschen, die sie in der Schweiz kennengelernt hat, haben nun auch ihre Heimat besucht. «Ein Ehepaar aus dem Thurgau, dass durch die Sendung auf mich aufmerksam wurde und auch die Schule unterstützen will, hat sich kürzlich in Mombasa selbst ein Bild vom Projekt gemacht.» Gerade hatte Steinemann einen Unfall, sie war mit einem Berg-Trottinett unterwegs. Sie sei gut geflogen, aber schlecht gelandet, sagt Richie Steinemann. Ihr geht es aber schon wieder besser, und sie lächelt übers ganze Gesicht, wenn sie erzählt, wie ihre neuen Freunde ihren Dachboden mit Spenden für Mombasa füllen.

Steinemanns Schwester mit den neu eingekleideten Schulkindern. (Bild: pd)

Steinemanns Schwester mit den neu eingekleideten Schulkindern. (Bild: pd)

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