SCHWELLBRUNN: Gute Aussichten für Gäste

Hoch oben auf einem Hügel bieten Priska und Ruedi Frehner Ferien auf dem Bauernhof an. Die modern ausgebaute Ferienwohnung ist nicht nur bei Familien beliebt.

Karin Erni
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Priska und Ruedi Frehner auf dem Stein, dem ihr Hof seinen Namen verdankt. (Bild: Karin Erni)

Priska und Ruedi Frehner auf dem Stein, dem ihr Hof seinen Namen verdankt. (Bild: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Das Beherbergen von Gästen liegt Ruedi Frehner quasi im Blut: Schon seine Eltern vermieteten auf dem Hof Stein in Schwellbrunn eine Ferienwohnung. Mit seiner Frau Priska hat Ruedi 2002 den Hof mit einliegender Ferienwohnung übernommen. Sie bewirtschaften heute 27 Hektar Land. Im Stall leben 23 Stück Milchvieh und etwa gleichviel Jungvieh. Ein Hund sowie einige Kaninchen und Katzen sind ebenfalls vorhanden. Das grosszügige Bauernhaus liegt auf rund 1000 Metern über Meer und bietet eine prachtvolle Bergsicht.

Im Jahr 2014 renovierten Frehners das Bauernhaus komplett und bauten im zweiten Stock eine grosszügige Ferienwohnung mit drei Zimmern ein. Ruedi, der früher als Betriebshelfer manchem Bauern beim Umbau geholfen hatte, konnte dabei viel Eigenleistung erbringen. Heute bieten sie als einer von sechs Anbietern im Appenzellerland Ferien auf dem Bauernhof an. In den Sommermonaten ist die Wohnung, die Platz für sechs Personen bietet, fast immer ausgebucht. Im Winter nutzt ein Geschäftsmann die Wohnung als Rückzugsmöglichkeit. Eine weitere Wohnung im Haus ist ganzjährig vermietet.

Frehners haben vier Kinder im schulpflichtigen Alter. Diese hätten sich immer über die Ferienkinder gefreut, sagt Priska Frehner. Einige Familien seien Stammgäste geworden und kämen jedes Jahr wieder. Die Ostschweiz biete viel, sind Frehners überzeugt. «Bei schönem Wetter gehen die Familien in die Berge, um auf den vielen Themenwegen zu wandern, oder an den Bodensee zum Baden.» Bei schlechtem Wetter sei der Säntispark beliebt. Doch die Hauptattraktion seien die Tiere. «Es gibt tatsächlich Kinder, die haben noch nie eine richtige Kuh gesehen», sagt Ruedi Frehner. Die Kinder seien mit Eifer bei der Sache und wollten dabei sein und mithelfen, wenn die Kühe gefüttert und gemolken werden. «Wenn sie mit den Eltern auf einen Ausflug gehen, wollen sie immer rechtzeitig daheim sein, um ja nichts zu verpassen», erzählt der Bauer lachend. Man müsse sich schon etwas Zeit nehmen für die Gäste, ergänzt Ehefrau Priska. Manchen müsse man erklären, dass der Hof nicht einfach ein Abenteuerspielplatz sei und man immer ein Auge auf die Kinder haben müsse.

Beste Bewertungen erhalten

Für Priska Frehner ist das Beherbergen von Gästen eine gute Möglichkeit, ein Nebeneinkommen zu erzielen. Denn in ihrem gelernten Pflegeberuf zu arbeiten, wäre schwierig. «Um eine attraktive Stelle zu bekommen, müsste ich ein grösseres Arbeitspensum übernehmen, und das wäre mit unserer Betriebsgrösse nicht zu vereinen», sagt die 41-Jährige. Zudem mache ihr die Arbeit grosse Freude. «Ich dekoriere gerne und richte die Zimmer liebevoll ein.» Das wird geschätzt: Auf der Buchungsplattform E-Domizil ist ihr Angebot mit fünf Sternen bewertet und hat das Prädikat «Perfekt» erhalten.

Priska und Ruedi Frehner sind überzeugt, mit ihrer Tätigkeit ein Stück Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und den Städtern die Landwirtschaft näherzubringen. Sie seien durch die Vermietungen zwar relativ angebunden, doch das mache nichts. «Die Welt kommt ja zu uns.»

Bauernserie: Mit dieser monatlichen Artikelserie zeigt der Bauernverband Besonderheiten der Appenzeller Landwirtschaft.