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SCHWELLBRUNN: Eltern sind noch skeptisch

Die Hinterländer Gemeinde ist bald um ein Angebot in der Kinderbetreuung reicher. Eine Waldspielgruppe wird eröffnet. Noch braucht es aber Überzeugungsarbeit.
Simon Roth
Im Wald lernen Kinder auf spielerische Art und Weise den Umgang mit der Natur. (Bild: Ted S. Warren/AP)

Im Wald lernen Kinder auf spielerische Art und Weise den Umgang mit der Natur. (Bild: Ted S. Warren/AP)

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Bald stellt sich heraus, ob sich Rosmarie Suters Anstrengungen lohnen. Am 7. April öffnet ihre Waldspielgruppe «Naturgwunder» die Tore. Am Schnuppertag zeigt sie interessierten Eltern und Kindern im Wald zwischen Schwellbrunn und Degersheim, wie ein Nachmittag in der Natur ablaufen könnte.

Noch muss Rosmarie Suter aber Vorbehalte abbauen. Denn eines steht fest: Die Kinder werden beim Herumtollen dreckig. Auch Kratzer und Schrammen könne es beim Spielen im Wald geben. «Um Risiken zu minimieren, werden von Anfang an Regeln besprochen und eine Notfallapotheke ist immer dabei», sagt Suter. Die 31-Jährige hat im vergangenen Dezember die Ausbildung zur Spielgruppenleiterin abgeschlossen. Eine Vertiefung als Waldspielgruppenleiterin schliesst sie dieses Jahr ab.

Kinderhort findet zum selben Zeitpunkt statt

Mit dem Verein «Elternforum» gibt es in Schwellbrunn bereits ein breites Betreuungsangebot für Kinder. Just zum selben Zeitpunkt, an dem künftig die Waldspielgruppe unterwegs ist, findet jeweils der Kinderhort statt. «Die beiden Angebote stehen nicht in Konkurrenz zueinander», sagt Suter. Ihre Naturspielgruppe biete ein Programm, das im Dorf noch nicht existiert. Für die dreifache Mutter kommt ohnehin nur eines in Frage: «Mit der Spielgruppe raus an die frische Luft.» In der freien Natur hätten die Kinder mehr Freiheiten, sich auszutoben. «Oder aber eine Ruhe zu erfahren, wie sie im Alltag kaum mehr erlebbar ist.» In einer konstanten Gruppe von maximal zwölf Kindern kommen diese in der Waldspielgruppe in Kontakt mit gleichaltrigen zwischen drei und vier Jahren. Gemeinsam können sie laut sein, dreckeln und ihre Energie rauslassen. «Die Natur hat eine positive Wirkung auf die Emotionen und die Selbstwahrnehmung der Kinder», ist Suter überzeugt. Grosses Augenmerk legt Suter auf die fünf Sinne Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen.

Regulärer Betrieb startet erst im August

Die Gruppe verbringt aber nicht nur Zeit im Wald. Auch das Gemüse im Garten, die Bibeli im Hühnerstall oder der nahe gelegene Bach sollen gemeinsam erkundet werden. Wichtig seien auch Rituale: «Lieder singen, Geschichten erzählen, Feuer machen: Das alles schafft Struktur, die Sicherheit vermittelt.» Obwohl ein erster Kennenlernnachmittag im Frühling bei einem unverbindlichen Treffen geprobt wird, nimmt Rosmarie Suter den regulären Betrieb erst im August auf. Schon jetzt ist sie mit den Vorbereitungen beschäftigt. Der schwere Schnee im Dezember und Sturmtief «Burglind» haben so manches Totholz im Wald generiert, das zur Seite geschafft werden muss. Auch ist Suter auf der Suche nach einer Begleitperson. Als Ausgleich hätte Suter gerne männliche Unterstützung. «Das stösst bei manchen Eltern aber auf Skepsis.»

Bisher hat Rosmarie Suter bereits verschiedene Anfragen erhalten. «Wenn sich acht Kinder anmelden, ist das Projekt selbsttragend», sagt sie. Sie lege Wert darauf, die Angestellte angemessen zu bezahlen. «Mir geht es nicht ums Finanzielle, ich will den Kindern die Natur näher bringen und ihr Umweltbewusstsein fördern.»

Weitere Infos unter www.naturgwunder-waldspiel gruppe.jimdo.com

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