SCHWELLBRUNN: Beat Hefti trainiert für schottischen Wettkampf

Dass er zupacken kann, hat Beat Hefti schon zuhauf bewiesen. Jetzt geht der Bobweltmeister für einmal sportlich fremd. Am Samstag nimmt er erstmals an den Appowila Highland Games teil – ein Mordslupf.

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Neben Franz Ritter wirkt Beat Hefti auf den ersten Blick fast ­etwas schmächtig. Immerhin hat Ritter Oberarme wie Hefti Oberschenkel. Aber der Eindruck täuscht. Schon beim ersten Wurf beweist der Weltmeister im Viererbob, der mehrfache Europameister im Zweierbob und Olympiamedaillengewinner, dass er durchtrainiert ist bis in die letzte Faser. «Genial», lobt Franz Ritter, gemeinhin als starker Franz bekannt, seit er seine Leidenschaft für schottische Sportwettkämpfe entdeckt hat. Der 48-Jährige ist Vize-Schweizer-Meister und das sportliche Aushängeschild der Appowiler, die am Wochenende in Abtwil die fünften Appowila Highland Games veranstalten. Jetzt, beim ersten gemeinsamen Training, geht es aber nicht um den Highlander, sondern um Beat Hefti. «Ich hoffe schon auf ein paar Tipps von Franz», sagt der Schwellbrunner augenzwinkernd. Schliesslich trainiert er an diesem Nachmittag zum ersten Mal mit derart exotischen Wurfgeräten.

Schon beim ersten Versuch wirft Hefti den 16 Kilogramm schweren Stein nur minim weniger weit als Franz. Dieser nimmt’s sportlich. «Ich wollte ja Konkurrenz», sagt er und grinst. Das ­Lachen vergeht beiden für einen Moment, als sie sich der Königsdisziplin, dem Baumstamm­werfen, widmen. Nach einigen Würfen mit einem Übungsstamm geht’s richtig zur Sache. Mit einem Stamm in Wettkampf­massen: Rund sechs Meter lang und 50 Kilo schwer. Allein das Hochheben ist ein Mordslupf – daran lässt auch Heftis Gesichtsausdruck keinen Zweifel. Und den Stamm so zu werfen, dass er sich einmal um die Längsachse dreht und möglichst genau in Wurfrichtung zu liegen kommt, ist eine Meisterleistung, die selbst Franz Ritter nicht immer gelingt.

Für Beat Hefti, der mit seinem Viererbob-Team teilnehmen wird, sind es die ersten schottischen Wettkämpfe. Er sei angefragt worden, sagt der 39-Jährige, und habe spontan zugesagt. «Für uns ist es ein guter Teamanlass.» Ursprünglich wollte Hefti nicht nur an den Teamwettkämpfen vom Samstag mitmachen, sondern auch an den Einzelwettkämpfen am Sonntag. Da der Anschieber und Bobpilot mit seinem Team aber bis nächsten Freitag in Turin im Trainingslager ist, um aufs Eis zu gehen, wird ihm das zu viel. Gut möglich aber, dass er bei der sechsten Ausgabe in zwei Jahren wieder Baumstämme und Steine werfen will. Schliesslich gestand Hefti nach dem Training, er freue sich auf die High­land Games «wie ein kleines Kind».

www.appowila.ch

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch