Schweizer Solisten mit Format

Das Preisträgerkonzert junger Schweizer Virtuosen löste mit einem zündenden Programm in der Appenzeller Ziegelhütte stürmischen Beifall aus.

Ferdinand Ortner
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APPENZELL. Ein besonders freudiges Musikerlebnis schenkten kürzlich drei junge Schweizer Musiker in der Kunsthalle Ziegelhütte. Bei diesem Konzert bewiesen die Musiker Joel von Lerber (Harfe), Edouard Mätzener (Violine) und François-Xavier Poizat (Klavier) hochprofessionelles Format und überzeugten sowohl solistisch als auch im Duo.

Bunte Programmpalette

Das Programm umfasste eine bunte Palette melodiöser Werke bekannter Komponisten aus dem 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt Frankreich. Das Konzert eröffnete der Harfensolist mit dem brillanten Vortrag einer wunderschönen Phantasie über Themen der Tschaikowsky-Oper «Eugen Onegin», stimmungsvoll arrangiert von der russischen Harfenistin Ekaterina Walter-Kühne (1870–1930). Die Zuhörer waren von den klangintensiven Möglichkeiten, den vollen Registern und den silberhellen Arpeggien der Harfe sichtlich berührt.

Französische Komponisten

Bei der farbenreichen «Fantasie für Violine und Harfe» von Camille Saint-Saëns (1835–1921), die sich durch musikalischen Einfallsreichtum, Leichtigkeit und Eleganz auszeichnet, liess der Violinist die melancholischen Kantilenen voll erblühen. Bei der Interpretation der sechssätzigen Klavier-Suite «Le Tombeau de Couperin» von Maurice Ravel (1875–1937) bewies der exzellente Pianist hohe Klasse. Die diffizilen polyphonen Stücke – vom Komponisten als Trauermusik dem Gedenken an gefallene französische Soldaten im Ersten Weltkrieg gewidmet – gestaltete er mit Feingefühl und Ausdruckskraft. Die populäre «Barcarole» op. 60 von Frédéric Chopin (1810–1849) interpretierte er mit blendender Technik ungemein spannungsvoll. Das romantische «Impromptu op. 86» von Gabriel Fauré (1845–1924) spielte der Harfenist sehr transparent und stimmungsvoll.

Bei den Hits des Geigenvirtuosen Fritz Kreisler (1875–1962) – den Bravourstücken «Recitativo und Scherzo Caprice» und «Gypsy Caprice» (Duo mit Klavier) – meisterte der temperamentvolle Solist auch die technischen Finessen der virtuosen Kompositionen vortrefflich. Lang andauernder stürmischer Beifall belohnte die Künstler für den feinen Musikgenuss.

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