Schweizer Meister aus Ebnat-Kappel

EBNAT-KAPPEL. Der 20jährige Polybauer Stefan Hickert aus Ebnat-Kappel nahm vergangene Woche an den Schweizer Meisterschaften in Les Paccots im Kanton Freiburg teil. In der Fachrichtung Abdichten liess er alle Kontrahenten hinter sich und sicherte sich den Schweizer Meistertitel.

Lucas Lüdi
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Vor dem Materiallager: Stefan Hickert arbeitet bei der Roth Bedachungen Fassaden AG, Ebnat-Kappel. (Bild: Lucas Lüdi)

Vor dem Materiallager: Stefan Hickert arbeitet bei der Roth Bedachungen Fassaden AG, Ebnat-Kappel. (Bild: Lucas Lüdi)

Am 24. August kämpften 23 Polybauer in den Disziplinen Abdichten, Dachdecken, Fassadenbau und Gerüstbau um den Schweizer Meistertitel. Unter ihnen waren auch zwei Polybauer der Roth Bedachungen Fassaden AG, Ebnat-Kappel. Stefan Hickert aus Ebnat-Kappel wurde in der Fachrichtung Abdichten Berufsmeister 2013. Sein Arbeitskollege Mark Thoma aus Amden verpasste das Podest bei den Dachdeckern nur hauchdünn und musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Dank guter Noten

Stefan Hickert hat sich dank guter Noten für die Schweizer Meisterschaften qualifiziert. Er war einer von lediglich sechs jungen Polybauern aus der ganzen Schweiz, welche in der Fachrichtung Abdichten teilnehmen durften. Als Vorbereitung diente ein Übungstag im neu eröffneten Campus Polybat in Les Paccots, wo einen Monat später auch der Wettkampf stattfand. Den Teilnehmern wurden unter Begleitung der Instruktoren die Kriterien für die Punkteverteilung aufgezeigt. «Es war eigentlich gleich wie auf dem Bau, einfach in Miniaturformat», meinte Stefan Hickert zum Modell, an dem er am Übungstag arbeiten durfte. In den Monaten vor den Schweizer Meisterschaften bemühte er sich wie gewohnt bei allen Arbeiten genau, sauber und qualitätsbewusst zu arbeiten. Seit er vor einem knappen Jahr den Brief zur Teilnahmeberechtigung erhalten hatte, versuchten seine Vorgesetzten und Mitarbeitenden unter anderem sein Arbeitstempo sowie seine Präzision zu erhöhen. Diese Kombination sei ein wichtiges Kriterium, um erfolgreich zu sein. «Wer es schafft schnell, aber trotzdem exakt und sauber zu arbeiten, hat gute Chancen zu gewinnen», erklärt Niklaus Roth, ehemaliger Geschäftsführer und Verwaltungsratsmitglied der Roth Bedachungen Fassaden AG. Genau diese Kombination gelang Stefan Hickert. «An diesem Tag hat von Beginn weg einfach alles geklappt», freut er sich und fügt an: «Auch der zeitliche Faktor hat mir keine Mühe bereitet.»

Der Wettkampf in der Kategorie Abdichten bestand aus zwei Prüfungen. Beim ersten Modell musste das Dach mit einer einlagigen Kunststofffolie abgedichtet werden. Das zweite Modell musste mittels Bitumen, einem aus Erdöl gewonnenen Gemisch, zweilagig abgedichtet werden. Die Modelle waren zwischen eineinhalb und zwei Quadratmeter gross. Die Experten schnitten Stefan Hickerts Modelle komplett auf, um sich zu vergewissern, wie hoch die Qualität seiner Arbeit war. Unter den Experten befanden sich traditionell auch die amtierenden Welt- oder Schweizer Meister. Sie bewerteten die Konstruktionen nach korrekter Ausführung, fachlicher Richtigkeit, Sauberkeit und Arbeitssicherheit.

Ausgezeichnete Qualität

Laut Marianne Heller, Kommunikationsleiterin des Vereins Polybau Uzwil, war die Qualität der Arbeiten in allen vier Fachrichtungen ausgezeichnet. Dementsprechend knapp hätten sich auch die Ergebnisse präsentiert. Umso erfreulicher, dass sich der junge Ebnat-Kappler Stefan Hickert trotzdem gegen das starke Teilnehmerfeld durchsetzen und mit der Goldmedaille nach Hause zurückkehren konnte. Er gewann vor Steve Weber aus Schöfflisdorf ZH und Eloy Garcia Val aus Versegères VS. Sein Sieg stiess firmenintern auf grosse Anerkennung. Aber auch Familie und Kollegen freuten sich für ihn und über seinen grossen Erfolg. «Es ist schön zu wissen, dass man schweizweit mithalten kann und gute Arbeit leistet», sagt ein zufriedener Stefan Hickert.

Nun an die Weltmeisterschaften

Dank dem Sieg an den Schweizer Meisterschaften darf er nächstes Jahr im Oktober an den Weltmeisterschaften in Rumänien teilnehmen. «Die Vorbereitung wird um einiges intensiver und anstrengender», ist sich Stefan Hickert bewusst. Trotzdem freut er sich sehr darauf und hofft, ebenfalls starke Leistungen zeigen zu können.