Schweizer Brauchtum nach Rom gebracht

Jodelchörli Lütisburg unternimmt Vereinsreise

Reto Eisenhut
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Das Jodelchörli Lütisburg genoss auf der Vereinsreise schöne Stunden in Rom und Umgebung. (Bild: PD)

Das Jodelchörli Lütisburg genoss auf der Vereinsreise schöne Stunden in Rom und Umgebung. (Bild: PD)

Seit zehn Jahren reden wir davon, jetzt ist es Tatsache geworden: Das Jodelchörli Lütisburg flog nach Rom. Was eigentlich als Höhepunkt unseres 50-jährigen Vereinsjubiläums gedacht war, wurde mit etwas Verspätung doch noch Tatsache. Wir besuchten einen ehemaligen Lütisburger Schweizergardisten.

Kürzlich versammelten wir uns fast komplett mit unseren Frauen gut gelaunt am Bahnhof Lütisburg und fuhren, wie es sich gehört, mit dem öV zum Flughafen Zürich-Kloten. Das Einchecken ging zügig voran und so blieb Zeit für ein erstes Jodellied vor internationalem Publikum. Dieses staunte nicht schlecht ob der Gruppe edelweisshemdtragender Jodler. Nach einer guten Stunde landeten wir sicher in Rom, wo wir nahe beim Petersplatz in einer Viersternabsteige unsere Zimmer für die nächsten drei Nächte bezogen.

Immer wieder waren wir Jodler in der touristenüberfüllten Stadt ein beliebtes Fotosujet und wir dankten es jeweils sehr gerne mit einigen Jodelliedern. Schliesslich wollten wir den Römern ja mal etwas Kultur bieten. Am nächsten Morgen war die Besichtigung des Vatikans angesagt. Nach intensiven Sicherheitskontrollen wie am Flughafen betraten wir den riesigen Petersdom. Und spätestens als wir in diesem imposanten Bauwerk ein Jodellied anstimmen durften, lief es auch dem einen oder anderen Nichtkatholiken kalt den Rücken hinunter. Als wir unserem Reiseführer erklärt haben, dass wir nicht unbedingt jede der 950 Römerkirchen gesehen haben müssen, war ein Besuch des Kolosseums angesagt. Zur vorgerückten Stunde trafen wir uns auf dem Petersplatz, wo wir leider nach sechs tollen Jahren unseren Dirigenten Res Hinterberger verabschieden mussten. Es wurde emotional, als wir ihm vor dieser imposanten Kulisse ein Abschiedslied sangen.

Am Sonntagmorgen waren wir eingeladen, im Gottesdienst der deutschen Kirche des Vatikans die Jodlermesse zu singen. Danach stiegen wir für ein Fotoshooting auf die Kuppel des Petersdoms, wo wir bei einem Frühschoppen eine herrliche Aussicht auf Rom genossen. Dann ging es in den Untergrund. Metrofahrt mit «Zäuerli», das haben wohl noch die wenigsten Römer gesehen. In einem urigen Lokal ausserhalb der Stadt lernten wir das Metzgerhandwerk der Italiener kennen. Schinken, Salami, Mortadella und vieles mehr, alles vom Allerfeinsten.

Am letzten Tag fuhren wir ausserhalb der Stadt auf einen Biobetrieb. Schliesslich reichte die Zeit dann noch für einen Abstecher ans Meer, wo wir unser letztes italienisches Mittagessen genossen und unseren Reiseleiter verabschiedeten. Nach vier Tagen Frühlingswetter kehrten wir überglücklich wieder in die nasskalte Schweiz zurück und wir sind uns einig, dass diese Reise in die Geschichte des Jodelchörli Lütisburg eingehen wird.

Reto Eisenhut