Schwarze Zahlen sind möglich

WILDHAUS. Die Bürger von Wildhaus-Alt St. Johann haben an der Bürgerversammlung vom Mittwoch den Voranschlag 2016 angenommen. Budgetiert ist ein Aufwandüberschuss von 476 000 Franken, der durch Eigenkapital gedeckt werden soll.

Sabine Schmid
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Die Stimmberechtigten an der Budgetversammlung in Wildhaus unterstützen den Bau des Klanghauses am Schwendisee. (Bild: Matthias Giger)

Die Stimmberechtigten an der Budgetversammlung in Wildhaus unterstützen den Bau des Klanghauses am Schwendisee. (Bild: Matthias Giger)

Anlass zu Diskussionen gab es keinen an der Bürgerversammlung der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann vom Mittwochabend im Mehrzweckgebäude Chuchitobel. Die 76 anwesenden Stimmbürger hiessen den Voranschlag für das Jahr 2016 gut. Es sei das letzte Budget, das der Gemeinderat in der laufenden Legislatur präsentiert, sagte Gemeindepräsident Rolf Züllig.

Zwar ist für das kommende Jahr ein Aufwandüberschuss von 476 000 Franken budgetiert. Grund zur Besorgnis gibt es aber keinen, denn in den vergangenen vier Jahren war jeweils ein Verlust budgetiert, die Rechnung schloss aber mit einem Plus ab. Somit hat sich Wildhaus-Alt St. Johann ein Eigenkapital von über 4 Millionen Franken erarbeitet. Aus diesem soll der Ausgabenüberschuss 2016 getilgt werden. Es sei aber auch möglich, dass die Reserven weiter anwachsen, denn der Gemeindehaushalt von rund 19 Millionen Franken sei Schwankungen unterworfen. Dies mache das Budgetieren schwierig, erklärte Rolf Züllig.

Keine grossen Veränderungen

Der Gemeindepräsident streifte die verschiedenen Bereiche und führte einige der vorgesehenen Ausgaben aus. Markante Veränderungen zum Budget des laufenden Jahres gibt es hingegen nicht. Rund 30 Prozent der Ausgaben entfallen auf den Bereich Bildung. «Die Schülerzahlen entwickeln sich erfreulich», stellte Rolf Züllig fest. Die Personalkosten bei der Schule steigen aufgrund des neuen Berufsauftrags, zudem wird in Wildhaus seit August eine zusätzliche Kindergartenklasse geführt. Die Zahl der Oberstufenschüler, die in Nesslau unterrichtet werden, ist praktisch unverändert. Im Bereich Soziale Wohlfahrt schlägt zu Buche, dass das Stellenpensum im Sozialamt erhöht wird. Im Bereich Verkehr sind diverse Strassensanierungen vorgesehen. Die Gemeinde schaue, dass die Investitionen in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den Ortschaften aufgeteilt würden, sagte Rolf Züllig.

Positive Zahlen im Bellevue

Erfreuliches berichtete er über die Heime. Im Frühjahr haben die Bürger einer Budgetkorrektur zugestimmt, um die Pflegeplätze im ehemaligen Bellevue in Wildhaus einzurichten. Entgegen den damaligen Annahmen werde die Rechnung positiv abschliessen, sagte Rolf Züllig. «Das Wichtigste aber ist, dass sich die Bewohner in unseren Heimen wohl fühlen», wand er der Heimleiterin Vreni Heierli und ihrem Team ein Kränzchen. Einen Überschuss erwartet die Gemeinde im kommenden Jahr beim Wärmeverbund Wildhaus.

Auf der Einnahmenseite sollen die Steuererträge leicht höher ausfallen. Dies, obwohl die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann den Steuerfuss bei 148 Prozent belässt. Rolf Züllig erklärte, dass man stark vom versteuerten Einkommen abhänge. «Wenige Steuerzahler können viel bewirken.»

Finanzausgleich anpassen

Obwohl der Gemeindehaushalt seit 2011 um rund 20 Prozent geschmälert wurde, hat Wildhaus-Alt St. Johann nie dringende Investitionen verschoben. Die Finanzplanung sieht aber bei gleichbleibendem Steuerfuss für die nächsten Jahre einen Aufwandüberschuss vor. Rolf Züllig forderte in diesem Zusammenhang, dass die Mechanismen des Finanzausgleichs angepasst werden müssen. Er sagte, dass seine Gemeinde mehr Geld aus dem Sonderlastenausgleich Weite erhalten würde, wenn der Kanton St. Gallen die Richtlinien des Bundes anwenden würde. Dies wäre auch von Vorteil für andere Toggenburger Gemeinden. «Die typische Streusiedlung im Toggenburg darf finanziell nicht von Nachteil sein», sagte er.