«Schwarzarbeit ist ein Problem»

Die am Montag in Bazenheid festgenommenen Schwarzarbeiter sind in ihr Herkunftsland ausgeschafft worden. Der Vorfall ist möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs. Beim betroffenen Unternehmen geht niemand ans Telefon.

Hans Suter
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Auf einer der Baustellen sind acht Schwarzarbeiter aufgeflogen. (Bild: Hans Suter)

Auf einer der Baustellen sind acht Schwarzarbeiter aufgeflogen. (Bild: Hans Suter)

BAZENHEID. Es war kein Zufall, dass die Kantonspolizei St. Gallen am Montag um 13.30 Uhr acht serbische Schwarzarbeiter auf einer Baustelle an der Eichbühlhangstrasse festnehmen konnte. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen wurde von einer anderen Behörde auf Ungereimtheiten auf jener Baustelle aufmerksam gemacht. Deshalb wurde am Montagnachmittag eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt. Dort trafen die Kontrolleure auf acht Männer, die diverse Arbeiten illegal verrichteten.

Da sich die Männer nicht korrekt ausweisen konnten, sahen sich die Kontrolleure in ihrer Vermutung bestätigt und verständigten die Polizei. Laut Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli stellte sich heraus, dass die Männer aus Serbien stammen. Diese sehen sich allerdings nicht als Schwarzarbeiter. «Sie gaben an, für eine slowenische Firma zu arbeiten», sagt Roland Lippuner, Hauptabteilungsleiter Arbeitsbedingungen beim Amt für Wirtschaft und Arbeit. Ob dies der Wahrheit entspricht, müssen die weiteren Abklärungen zeigen. Einiges deutet zurzeit darauf hin, dass eine Fassadenbaufirma aus dem Raum St. Gallen ein Subunternehmen mit Arbeiten beauftragt hat.

Beim möglicherweise betroffenen St. Galler Unternehmen hat am Dienstag niemand das Telefon abgenommen.

«Schwarzarbeit ist für uns ein Problem», sagt Herbert Weber, Inhaber des gleichnamigen Wiler Maler- und Gipsergeschäfts. «Es kommt nicht selten vor, dass Arbeitskräfte aus osteuropäischen Ländern schwarz in der Schweiz arbeiten», sagt Weber, der sich als Mitglied der paritätischen Berufskommission eingehend mit der Problematik befasst hat. Mehr Kontrollen würde er begrüssen, hat aber Verständnis für die begrenzten Ressourcen des Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Paul Angele vom gleichnamigen Wiler Spenglerei- und Sanitärgeschäft ärgert sich auch. «Schwarzarbeit ist ein Problem für alle: für die Unternehmen, für die Schweizer Arbeitnehmer und für die Sozialwerke.»