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SCHWARZARBEIT: Anonyme Hinweise gibt es selten

60 bis 80 Betriebe kontrolliert das Arbeitsinspektorat pro Jahr. Ab und zu wird ein Fall von Schwarzarbeit aufgedeckt. Arbeitsinspektor Marcel Gabathuler gibt einen Einblick in seine Arbeit.
Astrid Zysset
In einem Restaurationsbetrieb in Hundwil wurde ein Fall von Schwarzarbeit aufgedeckt. (Symbolbild: PD)

In einem Restaurationsbetrieb in Hundwil wurde ein Fall von Schwarzarbeit aufgedeckt. (Symbolbild: PD)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

In einem Restaurationsbetrieb in Hundwil wurden zwei serbische Staatsangehörige aufgegriffen, die ohne Arbeitsbewilligung beschäftigt waren. Ein Einzelfall? Arbeitsinspektor Marcel Gaba- thuler, Amt für Wirtschaft und Arbeit, nimmt Stellung.

Wie viele Betriebe hat das Arbeitsinspektorat in den letzten Jahren bezüglich Schwarzarbeit kontrolliert?

Gabathuler: In den Jahren 2014 bis 2016 wurden in den beiden Appenzeller Kantonen zwischen jeweils 60 und 80 Betriebskontrollen durchgeführt. Bei ungefähr der Hälfte erfolgte die Kontrolle aufgrund eines Verdachtsmoments.

Gehen Sie jedem Hinweis nach?

Grundsätzlich ja. Bevor wir aber zu einer tatsächlichen Kontrolle ausrücken, stellen wir Hintergrundinformationen zusammen, sprich: verschiedene Behörden wie Bundesstellen, Ausgleichskassen, Polizei und Sozialämter werden angefragt. Erst dann wird abgewogen, ob ein Besuch beim fraglichen Betrieb vonnöten ist.

Klingt sehr zeitaufwendig.

Wir haben unsere bewährten Kontakte bei den Amtsstellen, sodass ein effizientes Arbeiten möglich ist. So viel Zeit nimmt das Sammeln der Hintergrundinformationen nicht in Anspruch. Und durch dieses Vorgehen kann verhindert werden, dass Ressourcen bei uns wie auch beim allenfalls betroffenen Betrieb unnötig besetzt werden.

Trotzdem: Die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden und deren 10 000 Betriebe sahen 2016 für das Arbeitsinspektorat gerade einmal 1,1 Stellen vor. Reicht das überhaupt?

Unsere Ressourcen sind tatsächlich begrenzt. Aber es reicht. Wir kommen damit aus und können den Hinweisen nachkommen.

Wie lange dauert es durchschnittlich vom Erhalt eines Hinweises bis zur tatsächlichen Kontrolle vor Ort?

Das lässt sich nicht pauschalisieren. Arbeitnehmer müssen erst im Zuge der Abrechnungen bis zum 30. Januar des Folgejahres bei der Ausgleichsklasse gemeldet werden. Erhalten wir also im Februar einen Hinweis, kann es bis zur tatsächlichen Kontrolle rund ein Jahr dauern.

Beim Fall in Hundwil wird gemunkelt, dass erste Hinweise schon vor drei Jahren bei Ihnen eingingen.

Das stimmt nicht.

Wer reicht denn Hinweise ein?

Das können unterschiedliche Personen sein. Wir erhalten Inputs von Nachbarn, Behörden oder auch von betroffenen Arbeitnehmern selbst. Auf unserer Homepage ist ein Formular aufgeschaltet, über welches auch anonym Hinweise eingereicht werden können. Diese Möglichkeit wird aber selten genutzt.

Viele Fälle von Schwarzarbeit werden aber nie entdeckt. Gehen Sie von einer hohen Dunkelziffer aus?

In den Appenzeller Kantonen dürfte diese nicht höher sein als im schweizweiten Vergleich. Aber das ist nur eine Vermutung meinerseits.

Welche Sanktionen erwarten Arbeitnehmer und -geber?

Das entscheidet die Staatsanwaltschaft. Wir vom Arbeitsinspektorat sind nur Drehscheibe beziehungsweise Kontrollbehörde. Sanktionen sprechen wir keine aus.

Wie viele Fälle pro Jahr werden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet?

Vermuten wir Verstösse gegen die jeweiligen Spezialgesetze, werden die Behörden darüber informiert. Es liegt dann an den jeweiligen Spezialbehörden, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erheben.

Marcel Gabathuler ist Arbeitsinspektor beim Amt für Wirtschaft und Arbeit. Bild: PD

Marcel Gabathuler ist Arbeitsinspektor beim Amt für Wirtschaft und Arbeit. Bild: PD

Marcel Gabathuler ist Arbeitsinspektor beim Amt für Wirtschaft und Arbeit. Bild: PD

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