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Schummer: Schöpft den Rahm und hängt am Ohr

Mini Mundart

Der «Schummer» gehört zur Toggenburger und auch zur Appenzeller Tracht. Es handelt sich hierbei, wie dem Buch «Tòggeborger Spròòch ond Aart» von Kaplan Theo Kappler zu entnehmen ist, um ein «einseitiges Ohrgehänge». Dieses, so die Beschreibung weiter, habe die Form einer Kelle. Im Schweizerdeutschen Wörterbuch, dem Idiotikon, ist das Wort mit Verweis auf die Region Toggenburg auch zu finden, allerdings in anderer Schreibweise. «Schumer» heisst es dort in Spalte 780 in Band VIII, und es wird sogleich ein Bezug zu den «Schum-Chellen» hergestellt. Der «Schumer», so das Idiotikon, sei ein «Gerät der Sennen, kleiner als der Nidler», wobei der Nidler laut Spalte 675 in Band IV eine hölzerne Kelle ist, mit welcher der Senn in einem einzigen Schwung den ganzen Rahm aus einem Behältnis abschöpfen kann. Für das Appenzellerland gibt das Idiotikon auch die Verkleinerungsform «Schummerli» als Bezeichnung für ein «(goldenes) Ohrgehänge der Sennen in Form eines Schumers» an.

In «Tòggeborger Spròòch ond Aart» ist eine detailliertere Beschreibung zu finden: «Das Auffälligste am Trachtenschummer ist die offene, vergoldete Halbkugel; diese hängt mit einem feinen Kettchen am sogenannten Schlangenkopf, der rundgebogen durch das Ohrläppchen gezogen ist.» Die Darstellung des Tiers in Zusammenhang mit der Kelle, heisst es im Text weiter, sei Symbol der milchliebenden Schlange – in Anlehnung an den weit verbreiteten Mythos, der besagt, dass Kreuzottern und Ringelnattern dazu in der Lage seien, den Kühen und Ziegen auf der Weide die Milch aus dem Euter zu saugen. Ob dies bloss eine Sage ist oder eben doch der Wahrheit entspricht, lässt sich nicht restlos klären. Internetquellen geben aber an, dass sich das Schlangenmaul zum Saugen überhaupt nicht eigne.

Eine weitere Erklärung zur Schlange ist auf der Internetseite www.appenzell.ch zu finden. Dort steht, dass die sich selbst in den Schwanz beissende Schlange «den ewigen Zeitlauf von Leben, Tod und Auferstehung» symbolisiere. Der Schlangen-Ring wird übrigens von manchen Leuten, insbesondere Männern, auch im Alltag getragen. Dann fehlt allerdings die Kelle, der «Schummer», um den es hier geht und der nur in Zusammenhang mit einer Tracht zum Einsatz kommt.

Ein Blick auf die freie Enzyklopädie Wikipedia zeigt zu guter Letzt auf, worin sich das Tragen des traditionellen «Schummers» im Appenzellerland und Toggenburg unterscheidet: Toggenburger würden diesen ausschliesslich bei der Alpfahrt tragen, Appenzeller auch zu anderen Gelegenheiten. Wichtig ist aber in jedem Fall: Der «Schummer», mancherorts auch «Ohreschuefe» oder «Ohreschuefle» genannt, baumelt stets am rechten Ohr. Er ist in der Regel Ausdruck von Stand und Beruf seines Trägers. Im linken Ohr hingegen tragen die Sennen aus unserer Region ein Chüehli, ein Rösli, einen Knopf oder einen Facettring.

Anina Rütsche

Quellen: ? Idiotikon, Band IV, Spalte 675, und Band VIII, Spalte 780. ? Kaplan Theo Kappler: «Tòggeborger Spròòch ond Aart» , Bilder aus der Geschichte von Wattwil, Band 4, Seite 30. ? Appenzell.ch: www.appenzell.ch/de/kultur-und-braeuche/appenzeller-trachten/ohreschuefle.html. ? Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Appenzeller_Sennentracht.

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