Schulter-polster

Vor dreissig Jahren trugen wir Schulterpolster – und jetzt sind sie wieder en vogue.

Gabriele Barbey
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Bild: Gabriele Barbey

Bild: Gabriele Barbey

Vor dreissig Jahren trugen wir Schulterpolster – und jetzt sind sie wieder en vogue. Die Alten haben erst gerade ihre weinroten, weitärmligen, gepolsterten Lumber mit Strickborten ins Texaid gegeben, während die Jungen schon länger die Nachfolge-Modelle tragen. Nun ja, breite Schultern kann man immer brauchen. Gehen kleine Frauen wie ich mittags durch belebte Innenstädte wie Zürich, Genf oder sogar Bern, dann können wir Schulterpolster ganz gut einsetzen. Von Städten wie Moskau ganz zu schweigen (habe ich mir sagen lassen).

Herisau ist diesbezüglich kein Problem, da bin ich froh, überhaupt jemandem zu begegnen im mittäglich ruhigen Ortskern. Ich freue mich sogar, wenn Militär im Vierfruchtkostüm die Trottoirs belebt. Auch modisch inspirieren Uniformen immer mal wieder – gerade die Vierfruchtfarben lassen an die herbstliche Farbpalette denken: Erd- und Laubtöne gehen immer, vor allem wenn man sie dann mit Zwetschgenblau aufpeppt. Probieren Sie's!

Schütteln Sie den Kopf? Sagen Sie nur, dass Sie sich bestimmt nicht ausgerechnet von mir «stilberaten» lassen.

Dann also Themawechsel: Heute ist Freitag, der dreizehnte. Ach, was kümmert uns dieses Datum, uns aufgeklärte, liberale, offene Menschen. Passen Sie trotzdem auf, wenn Sie aus dem Haus gehen, achten Sie auf die schwarze Katze, die von links kommt … und die heute irgendwie besonders gross und kräftig wirkt – ist's ein Panther gar? Lassen Sie dem Katzenpanther vorsichtshalber den Vortritt, er schert sich nämlich keinen Deut um unsere Schulterpolster, jetzt wo er die Gitterstäbe endlich hinter sich gelassen hat.