Schulschliessungen stossen auf Widerstand

REGION. Das Departement Bildung des Kantons Appenzell Ausserrhoden hat zum Thema Entwicklung und Zukunft der Volksschule im Kanton eine Konsultation durchgeführt. Dilemma: Die Schülerzahlen sinken, aber die Bevölkerung will nicht weniger Schulen.

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Dabei zeige sich in Bezug auf die künftige Organisation der Sekundarschulen ein Dilemma, schreibt die Ausserrhodische Kantonskanzlei in einer Medienmitteilung. «Der Handlungsbedarf angesichts sinkender Schülerzahlen ist unbestritten. Aber die vorgeschlagenen Optionen einer markanten Reduktion der Anzahl Sekundarschulen und der Kantonalisierung der Trägerschaft werden mehrheitlich abgelehnt.» Die Konsultation zeige auch, dass weitere Abklärungen notwendig seien und Machbarkeitsszenarien entwickelt werden müssten. «Diese Arbeiten müssen gemeinsam von den zuständigen kantonalen und kommunalen Behörden angegangen werden. Kindergarten und Primarschule sollen – wie bisher – weiterhin in der Wohngemeinde besucht werden können», heisst es weiter im Schreiben.

Schülerzahlen gehen zurück
Im Jahr 2000 wurde das Ausserrhoder Schulgesetz erlassen. Neun Jahre danach nahm das Departement Bildung eine Standortbestimmung vor und legte Berichte zur Entwicklung der Volksschule und zur Zukunft der Sekundarstufe I vor. Eine besondere Herausforderung stelle der massive Rückgang der Schülerzahlen dar, schreibt die Kantonskanzlei. Zu Schlüsselthemen der beiden Berichte sei eine öffentliche Konsultation durchgeführt worden. Insgesamt seien 108 schriftliche Antworten eingegangen. Die im Schulsystem respektive in den Gemeinden tätigen Personen und Gremien hätten in grosser Zahl aktiv an der Konsultation teilgenommen. Eine breite Öffentlichkeit habe sich jedoch nicht im erhofften Masse beteiligt.

Option «Trägerschaft» abgelehnt
Laut Kantonskanzlei sehen über 95 Prozent der Antwortenden eine Herausforderung darin, angesichts der sinkenden Schülerzahlen rechtzeitig organisatorische und strukturelle Massnahmen zu ergreifen. Die Option einer Trägerschaft der gesamten Volksschule durch den Kanton wird von rund 90 Prozent der Befragten abgelehnt, eine Trägerschaft der Sekundarschulen durch den Kanton von rund 70 Prozent und eine Reduktion der Anzahl Sekundarschulen auf fünf Standorte von rund 60 Prozent. Gefordert wird in verschiedenen Kommentaren, die vertiefte Prüfung von Schulmodellen für Kleinstschulen, zum Beispiel mit altersdurchmischtem Lernen in integrierten Sekundarschulen. Insbesondere die Stellungnahmen von Gemeindebehörden betonen die eigenen, bestehenden Kompetenzen und mahnen vor einer Schwächung des Gemeindeeinflusses auf die Volksschulen. In vielen Kommentaren wird die Identifikation mit der Schule im Dorf hervorgehoben.(pd/ss.)