Schulreisen in der näheren Umgebung

Damals

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Vor 100 Jahren

18. August: Toggenburg. Am Mittwoch mittag kehrten 46 Kinder, 45 Knaben und 1 Mädchen aus Berlin und Umgebung, welche im Toggenburg einen vierwöchigen Ferienaufenthalt genossen, über Konstanz wieder heim. Scheinbar hatten sich dieselben ganz gut erholt, obschon eine Grossstadtpflanze nicht so schnell Farbe annimmt. Von den Kindern waren 34 im St. Josefsheim in Wildhaus untergebracht, während 9 in Wattwil, 3 in Lichtensteig freundliche Aufnahme fanden. Meistens entstammten sie unbemittelten Eltern, fast alle hatten den Vater an der Front. Man war im allgemeinen recht zufrieden mit ihnen; die Berliner Lebhaftigkeit konnten sie natürlich nicht verleugnen. Auffällig war aber ihre streng religiöse Erziehung; dieser Umstand mag viel dazu beitragen, dass die Kinder trotz des langen Krieges und der durch ihn geschaffenen schwierigen Verhältnisse moralisch gut geblieben sind. Jedenfalls haben die Kinder eine bleibende Erinnerung mit heimgenommen und werden auch in späteren Jahren noch dankbar für den Aufenthalt in der Schweiz sein. Unter dem nicht genug zu verdammenden Aushungerungskrieg hat vor allem die unschuldige Jugend schwer zu leiden und es wird fast zur unabweisbaren Pflicht, nach Möglichkeiten beizutragen, um den unberechenbaren Schaden durch reine Nächstenliebe etwas mildern zu helfen.

22. August: Toggenburg. Ein Transport österreichischer Ferienkinder, der in Buchs eingetroffen ist, wurde nach Wil weitergeleitet. Die Kinder werden in Wil und im Toggenburg Unterkunft finden.

Vor 50 Jahren

21. August: Wattwil. Schulreisen der evang. Primarschulen Grüenau und Wis. Frau Gantenbein: Bahn Degersheim; Fuchsacker-Bergli-Dicken-Postauto Degersheim. Frl. Dätwyler: Bahn Schachen; Schwänberg-Kolumbanshöhle-Gossau. H. Schaffner: Starkenbach-Wildmannlisloch-Sellenmatt-Alt St. Johann. H.P. Vogt: Postauto Hemberg- Fuchsloch-Mistelegg-Hinterfallenchopf-Seebensäge. R. Kyburz: Unterwasser-Gräppelensee- Windenpass-Risipass-Nesslau. J. Meier: Nesslau-Blässchopf-Speergipfel-Weesen. W. Rüdisühli: Linthal-Tierfehd-Limmernboden-Muttsee. M. Oertly: Postauto Hemberg-Bendel-Aemelsberg-Krummenau. Frl. Roth: St. Gallen-Haggen-Sittertobel-Kubel-Gübsensee-Herisau. H. Störi: Wasserauen-Ebenalp-Schäfler-Wildkirchli-Seealpsee.

23. August: Ebnat-Kappel. Ostschweiz. Seifenkistenrennen Flawil von Ebnat-Kappler gewonnen. Rolf Egloff siegte mit seinem Seifenkisten-Auto am Ostschweizerischen Seifenkistenrennen. Man sah ca. 50 Fahrer aus der ganzen Ostschweiz am Start. Der Sieger Rolf Egloff darf per Flugzeug an den Automobilsalon nach Genf reisen.

Vor 20 Jahren

21. August: Bazenheid. Das Modell der Tierkörperbeseitigung in der Schweiz stösst auch in europäischen Nachbarländern auf grosses Interesse. Eine Delegation der Veterinärbehörden von Bayern und Baden-Würtemberg besuchte die TMF Extraktionswerk AG, Bazenheid. Die Delegation, unter der Leitung von Erich Gantert, liess sich durch Geschäftsführer Werner Käufeler sowie Kantonstierarzt Thomas Giger umfassend über die Tierkörperentsorgung in der Schweiz informieren. Im Mittelpunkt des Interesses standen die Trennung und unterschiedliche Verwertung von risikofreien und risikobehafteten tierischen Abfällen. In keinem anderen europäischen Land werden tierische Abfälle nach ähnlich strengen Auflagen getrennt entsprechend unterschiedlich verwertet. Ob dem Schweizer Modell auch für die EU-Staaten eine Pionierrolle zukommt, wird die Zukunft zeigen. Die Delegation aus Bayern und Baden-Württemberg zeigte sich vom Schweizer Modell immerhin äusserst beeindruckt.

Vor 10 Jahren

22. August: Brunnadern. Der Reithof Neckertal bereitet sich auf die Weltmeisterschaft für Islandpferde im August 2009 vor. Noch dauert es zwei Jahre, bis der Reithof Neckertal als Organisator der Islandpferde-WM die Blicke der Pferdesport-Interessierten auf sich ziehen wird. Die Vorbereitungen sind allerdings bereits sichtbar in Gange. Sichtbar darum, weil seit anfangs August an einer neuen Anlage mit einer Ovalbahn von 250 Meter Umfang, einer Passstrecke und einem Reitplatz von 20 auf 40 Meter gebaut wird. Die von schweren Baumaschinen getätigten Erdbewegungen sind weitherum sichtbar. Roger Scherrer vom Reithof Neckertal spricht von einer der grössten Baustellen, die es im Neckertal je gegeben hat. Die laut Scherrer «noch grössere und noch schönere neue Anlage» wird die bisherige ergänzen, die während der Weltmeisterschaft lediglich als Aufwärm- und Trainingsbahn dienen soll. Der Bau von Ovalbahn, Passstrecke und Reitplatz erfolgt nach genau definierten, im Reglement festgehaltenen Vorgaben. Als wichtigste Voraussetzung steht ein völlig ebenes Gelände. Für die Weltmeisterschaft erwarten Sandra und Roger Scherrer 200 Pferde und Reiter auf ihrem Reithof. Und dazu weit über 30 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Um den Gästen einen optimalen Blick auf die Wettkämpfe zu bieten, wird eigens für diesen Anlass eine Tribüne mit 11 000 Sitzplätzen eingebaut. Für die Durchführung dieses Grossanlasses ist ein Betrag von 2,5 Millionen Franken budgetiert.