Schulhaus unter dem Schutz der drei Könige

EBNAT-KAPPEL. Gestern übergaben drei Vertreter des Einwohnervereins Wintersberg-Bendel-Schwand und der Arbeitsgruppe Aussenschulen Bendel-Wintersberg eine Petition mit 535 Unterschriften an den Gemeinde- und den Schulrat von Ebnat-Kappel. Sie fordern die Erhaltung der beiden Aussenschulhäuser.

Sabine Schmid
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535 Unterschriften: Ruth Keller übergibt die Petition für die Aussenschulen an Schulratspräsident Pierre Joseph. (Bild: sas)

535 Unterschriften: Ruth Keller übergibt die Petition für die Aussenschulen an Schulratspräsident Pierre Joseph. (Bild: sas)

Nicht Kaspar, Melchior und Balthasar, die drei Könige aus dem Morgenland, besuchten gestern das Ebnat-Kappler Gemeindehaus, sondern Hansruedi Rohner, Patrick Buchmüller und Ruth Keller, drei Vertreter des Einwohnervereins Wintersberg-Bendel-Schwand und der Arbeitsgruppe Aussenschulen Bendel-Wintersberg. Und statt Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten sie einen Dreikönigskuchen und ein Paket mit Unterschriftenbögen mit. «Ich habe im Internet gelesen, dass von den drei Königen starke Schutzkräfte ausgehen.

Solche wünschen wir uns für die Aussenschulen Bendel und Wintersberg», erklärte Patrick Buchmüller.

535 Unterschriften in kurzer Zeit

Ruth Keller überreichte das Paket an den Schulratspräsidenten Pierre Joseph. Dieses enthielt eine Petition mit 535 Unterschriften – dies entspricht elf Prozent der Bevölkerung Ebnat-Kappels, welche der Einwohnerverein Wintersberg-Bendel-Schwand innerhalb von sechs Wochen gesammelt hat.

Dass ein so grosser Teil der Bevölkerung der ganzen Gemeinde hinter dem Anliegen der Aussengegend steht, freute die Vertreter der Petitionäre besonders.

Drei Forderungen

Die Unterzeichnenden fordern, dass die Schulhäuser im Wintersberg und im Bendel erhalten bleiben. Zudem soll eine Gruppe, bestehend aus Vertretern des Gemeinderats, des Schulrats, der Arbeitsgruppe Aussenschulen und aus externen Fachpersonen gebildet werden, um Alternativen für die Nutzung

der Schulhäuser zu suchen, falls der Schulbetrieb nicht in seiner jetzigen Form aufrecht erhalten wird. Zudem fordern die Petitionäre einen Zeitplan für die Umsetzung von solchen alternativen Lösungen.

Die Zukunft der Aussenschulen im Bendel und im Wintersberg beschäftigt die Einwohner dieser Aussengegenden schon seit sechs Jahren. «Wir haben uns vor allem auf die Erhaltung des Schulhauses Bendel konzentriert», erklärte Ruth Keller.

Dabei seien sie davon ausgegangen, dass die Mittelstufe im Wintersberg solange erhalten bleibe wie es eine Unterstufe im Bendel gebe. Die Diskussion um die Erhaltung der Schule im Wintersberg, die im vergangenen Herbst aufgrund der Schülerzahlen aufgenommen wurde, kam auch für die Arbeitsgruppe daher überraschend. Patrick Buchmüller erklärte bei der Petitionsübergabe gegenüber dem Gemeinde- und dem Schulratspräsidenten, dass die Zeit seit der Informationsveranstaltung von Anfang Dezember 2009 nicht gereicht habe, um eine Vision für eine neue Nutzung auszuarbeiten.

Er würde lieber ein weiteres Jahr Zeit haben. Denn dass die Klasse geschlossen und das Schulhaus später anders genutzt wird, daran glaubt er, aufgrund früherer Beispiele in der Gemeinde Ebnat-Kappel nicht.

Emotionales Thema

Gemeindepräsident Christian Spoerlé und Schulratspräsident Pierre Joseph nahmen die Petition entgegen. Für beide ist klar, dass das Thema der Schliessung eines Schulhauses sehr emotional ist.

Die beiden Räte werden die Zukunft der Aussenschulhäuser und die eventuelle Schliessung einer Klasse in der Mittelstufe in den nächsten Tagen eingehend besprechen.

Den definitiven Entscheid fällt der Schulrat in seiner Sitzung vom 19. Januar.

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