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Schule weckt Forschungstrieb

Mathematik, Geographie und Zeichnen mal anders: Viertklässler des Schulhauses Waisenhaus haben in der vergangenen Woche in der Natur gelernt.
Primarschüler trotzen dem Wetter und erkunden im Rahmen der neuen «ausserschulischen Lernorte» die Natur. (Bild: PD)

Primarschüler trotzen dem Wetter und erkunden im Rahmen der neuen «ausserschulischen Lernorte» die Natur. (Bild: PD)

Am Obstmarkt-Kreisel Autos zählen und auf die Woche hochrechnen. Die Ramsenburg-Ruine abzeichnen und ergänzen, wie sie früher ausgesehen haben könnte. Auf der Polishöchi, dem höchsten Punkt Herisaus, die auf dem Wanderwegweiser angegebenen Orte auf einer Karte einzeichnen. So lauten einige der Aufgaben, die sich den Schülern an den neu konzipierten «ausserschulischen Lernorten» stellen.

Die Klasse von Ladina und Samuel erarbeitete diese Woche als erste in Herisau in der freien Natur Schulstoff gemäss dem neuen Konzept. Seit Montag haben die Viertklässler vom Waisenhaus im Wald in der Nähe der ARA Bachwis unter zwei Plachen Quartier bezogen. «Wir haben zum Beispiel möglichst viele Blätter gesammelt und 24 verschiedene gefunden», erzählen Samuel und Ladina. Für andere Schüler von Klassenlehrer Andreas Stucki ist es das erste Mal, dass sie in einem Bach waten, selber Feuer machen, Holz zersägen oder einen Frosch sehen. Ausgangspunkt ist jeweils der ehemalige Baustellenwagen, den Lehrer und Schulleitung zu einem Forschungswagen mit Kisten zu den unterschiedlichsten Themen umgebaut haben.

Vom Kindergärtler bis zum Sekschüler

«Wir wollen Erlebnisse schaffen, die früher selbstverständlich waren, und gleichzeitig den Schulstoff vermitteln», sagt Marcel Hartmann, der für die Primarschule zuständige Schulleiter. «Wann haben Sie zum letzten Mal ein Kind auf einen Baum klettern sehen? Das fehlt heute oft. Mit dem Forschungswagen und den ausserschulischen Lernorten geben wir den Kindern diese Chance», erklärt Hartmann. Die Aufgaben in den verschiedenen Forschungskisten sind mehrstufig aufgebaut, so dass meist alle, vom Kindergärtler bis zum Sekschüler, stufengerecht gefordert und gefördert werden. Aufgestellt werden kann der Forschungswagen unter anderem an Standorten am Saumweiher, am Gübsensee oder am Schochenberg. Zudem gibt es für das Sportzentrum, den Friedhof sowie das Schulhaus Ifang umfangreiche Aufgabenmappen, wie der Unterrichtsstoff draussen in der freien Natur vermittelt werden kann. Ein Vorteil, wie Untersuchungen belegen: Der Mensch kann 20 Prozent von dem behalten, was er hört, aber 90 Prozent von dem, was er tut. Ein angenehmer Nebeneffekt ist zudem: Die Kinder lernen Herisau kennen.

Ziel ist es gemäss Schulleiter Marcel Hartmann, dass jedes Schulhaus vor Ort einen eigenen ausserschulischen Lernort einrichtet und diesen oder den Forschungswagen mindestens einmal pro Jahr eine Woche lang nutzt. (pd)

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