Schule bewegt – eine neue Schulform sowieso

HEIDEN. In der Primarschule Heiden steht die Umstellung auf Altersdurchmischtes Lernen (AdL) bevor. Bereits auf das neue Schuljahr hin werden erste Schritte umgesetzt; abgeschlossen soll die Umstellung 2016 sein. Gut 200 Personen haben sich am Mittwoch darüber orientieren lassen.

Monika Egli
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HEIDEN. In der Primarschule Heiden steht die Umstellung auf Altersdurchmischtes Lernen (AdL) bevor. Bereits auf das neue Schuljahr hin werden erste Schritte umgesetzt; abgeschlossen soll die Umstellung 2016 sein. Gut 200 Personen haben sich am Mittwoch darüber orientieren lassen.

Öffentliche Skepsis eher gering

Stützt man sich auf die Diskussionsrunde, scheint AdL an der Schule Heiden mehr Befürworter denn Gegner zu haben. Skeptische, gar ablehnende Voten liessen sich an einer Hand abzählen. Dass die sich zu Wort meldenden Lehrkräfte durchwegs auf die Umstellung «gespannt sind», «sich freuen», «es angehen wollen», sendete zusätzlich positive Signale aus. Auch Erziehungsdirektor Rolf Degen zeigte sich «überzeugt davon, dass AdL eine gute Sache ist». Für dieses klare Bekenntnis musste Moderator Felix Mätzler, Journalist aus St. Gallen, allerdings nachhaken. Das tat er im Übrigen während des ganzen Anlasses: Mit nichtssagenden Phrasen kam ihm keiner davon, was immer wieder auch erheiterte.

«Leben ist AdL pur»

Um bei der Diskussion zu bleiben: Gemeindevizepräsident Ueli Rohner wies darauf hin, dass man in der Schule bekanntlich fürs Leben lerne und «Leben ist AdL pur». Ob in der Lehre, in der Berufswelt, in der Freizeit: Überall gehe es altersdurchmischt zu und her. Es wurde aber auch Unverständnis ausgedrückt: Dass man eine gut funktionierende Schule verändere, was erst noch höhere Kosten verursache; dass man die Vorteile nicht sehe: So seien doch zwei Jahrgangsklassen mit je rund 14 Kindern auch gut und individuell zu führen. An dieser Stelle wurde darauf hingewiesen, dass die Vorgaben des Kantons eine Klassenbandbreite von 16 bis 24 Schüler verlange.

AdL: Klassen zusammenlegen

Worum geht es? Die in den letzten Jahren eingebrochenen Schülerzahlen in der Primarschule Heiden pendeln sich nun ein, allerdings mit stark schwankenden Jahrgängen. Im Herbst 2012 wurde deshalb, damals noch unter der Ägide der Schulpräsidentin Judit Kantor, der Strategiewechsel eingeleitet. Seit Juni ist ihre Nachfolgerin Susann Metzger im Amt; sie zeigte am Mittwoch in der Begrüssung den Prozess hin zu AdL bis zum heutigen Zeitpunkt auf. Schulleiter Hans-Peter Hotz legte anschliessend die Neuorganisation ausführlich dar. Um flexibel planen zu können, werden künftig die beiden Kindergarten- sowie die erste und zweite Klasse, dann wieder die Dritt- und Viertklässler sowie die Fünft- und Sechstklässler gemeinsam unterrichtet. Keinesfalls, darauf pochte Schulleiter Hotz wiederholt, wolle man den Kindergarten aufheben. Und die heute schon hohe Qualität der Schule werde mit AdL noch optimiert, Mittagstisch und Betreuungsangebote bleiben bestehen. Er wies auch darauf hin, dass noch vor den Frühlingsferien alle Eltern, deren Kinder bereits in diesem Jahr von der Umstellung betroffen sind, separat informiert werden.

Nachteil: Weniger Ruhe

Anwesend waren auch zwei Lehrerinnen einer Schule, in der AdL schon eingeführt ist. Von Felix Mätzler nach Nachteilen gefragt, fiel es ihnen schwer, solche aufzuzählen. «Man kann sagen, dass es während der Unterrichtszeit nicht mehr ganz ruhig ist», fiel ihnen schliesslich ein. Das werde aber von keiner Seite als Problem betrachtet. Für Schüler, die sich lieber im Stillen konzentrieren, stehe ein «Flüsterzimmer» zur Verfügung.

Es ist vorgesehen, die neuen Klassen auf die Schulhäuser Wies und Dorf aufzuteilen.