Schützenfest feiert Höhepunkt

An drei Wochenenden wurde auf allen Schiessständen in Appenzell Innerrhoden sowie in Altstätten um Kränze, Medaillen und Naturalgaben geschossen. Die starken Resultate lassen spannende Finaldurchgänge am kommenden Sonntag erwarten.

Clemens Fässler
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Bereits über 85 000 Schützinnen und Schützen nutzten das Innerrhoder Schützenfest, um ihr Programm zu absolvieren. (Bilder: pd)

Bereits über 85 000 Schützinnen und Schützen nutzten das Innerrhoder Schützenfest, um ihr Programm zu absolvieren. (Bilder: pd)

SCHIESSEN. Über 8500 Schützen haben während der ersten drei Wochenenden des Innerrhoder Schützenfestes ihr Programm absolviert. Damit ist das Ziel bezüglich Schützenzahl bereits erreicht, obwohl noch drei Tage geschossen wird. Dieses Wochenende findet mit dem Festsiegerausstich der Höhepunkt statt. Die Qualifikationsrangliste, welche sich aus der Summe von einzelnen Resultaten ergibt, lässt spannende Finaldurchgänge erwarten. Die Spitzenresultate sind hoch und liegen nahe beieinander. So erreichten die zwölf Finalteilnehmer in der Kategorie Sportgewehr Elite bei einer Maximalpunktzahl von 430 ein Resultat zwischen 414 und 419 Punkten. Aus Appenzeller Sicht ist erfreulich, dass mit Patrick Wetter vom SV Eggerstanden und Oliver Müller vom SV Inf. Gonten zwei Innerrhoder in den Finaldurchgang starten. Auch in der Kategorie Sportgewehr Nachwuchs sind die Innerrhoder mit Natalie Räss vom SV Eggerstanden vorne dabei.

Heimwehappenzeller

An den Finaldurchgängen nehmen knapp 100 der insgesamt über 9000 Schützen teil. Doch auch die anderen gehen nicht leer aus. Einerseits belieben die schönen Kranzabzeichen aus der Hand von Baschi Fässler sowie die Meisterschaftsmedaille. Die Naturalgaben von Mostbröckli bis Sennengurt sind zu einem Renner geworden, und tausend Franken Preisgelder sind über den Auszahlungsschalter gegangen. Andererseits herrscht auf allen Ständen eine fröhliche Feststimmung. Darum reisen die Schützen teils von weither nach Appenzell. Nebst Westschweizern und Tessinern ist die Anreise jenes Auslandschweizers aus Thailand wohl die weiteste. Da er die Meisterschaftsmedaille von Innerrhoden bislang noch nicht gewinnen konnte, ist für ihn der Besuch am Innerrhoder Schützenfest klar. Ebenfalls aus dem Ausland ist die Schützensektion des Schweizervereins München angereist. Ihre Mitglieder wundern sich über die Warnermädchen und Warnerbuben, die für ihren Einsatz schulfrei erhielten. Ein Nachhausekommen ist das Schützenfest aber auch für zahlreiche Appenzeller. Die Pistolenschützen aus Lucens sind stets dabei – der alten Heimat eines ihrer Veteranen. Die Verbundenheit mit Appenzell kommt schliesslich bei jenen zum Tragen, die sich verschiedentlich mit dem Schreiberling über ihre Familien- und Spitznamen austauschten. Dabei werden nicht ohne Stolz Verwandtschaften über mehrere Grade und mit Verschwägerungen in Amerika festgestellt. Die Welt ist klein, und die halbe scheint nach Appenzell gekommen zu sein.

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Doch nicht nur den Heimwehappenzellern gefällt der Aufenthalt am Schützenfest. Zahlreiche Vereine nutzen es als zweitägigen Jahresausflug. Die Feldschützen aus Kaisten widmeten sich am Freitag ganz dem Schiessen, während ihre Partnerinnen die Zeit für einen Abstecher in die Hauptgasse nutzten. Nach einem Nachtessen im Restaurant Hof unternahmen sie am Samstag eine Dorfführung und besuchten den Schnuggebock. Warum wählten sie gerade das Appenzeller Kantonalschützenfest aus? «Eben weil es Appenzell ist!» Hier seien die Leute stets freundlich, und von der Organisation des Schiessbetriebs bis zum Nachtessen sei alles von bester Qualität. Schon vor zwölf Jahren habe man im Hof genächtigt und vor zwei Jahren dort wieder gebucht. Am Samstag sind sie wieder ins Fricktal gefahren und werden dort beste Botschafter für Appenzell sein – wie die anderen 10 000 Besucher auch.