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Schüler, informiert euch! An der Kantonsschule Trogen wird für den Klimawandel sensibilisiert

Die Klimagruppe des Gymnasiums Trogen veranstaltet Workshops zum Klimawandel. Der Anlass findet Anklang bei den Teilnehmern und Referenten. Die Organisation hat zudem bereits ausserhalb der Schule Einfluss.
Philipp Wolf
Michael Kellenberger vom Ausserrhoder Amt für Umwelt bringt Schülerinnen und Schülern die Politik rund um den Klimawandel näher. (Bild: Philipp Wolf)

Michael Kellenberger vom Ausserrhoder Amt für Umwelt bringt Schülerinnen und Schülern die Politik rund um den Klimawandel näher. (Bild: Philipp Wolf)

Nein, es ist nicht alles so normal, wie es auf den ersten Blick scheint. Ja, Schüler sitzen da und hören der Person vorne an der Wandtafel zu. Doch ist Michael Kellenberger, der vor den ersten Gymnasialklassen der Kantonsschule Trogen spricht, kein Lehrer. Er ist Mitarbeiter des Ausserrhoder Amts für Umwelt im Gebiet Klimaschutz und Energie. Und wider Erwarten steht Kellenberger nicht im Auftrag des Kantons vor der Klasse.

Kellenberger wurde von der Klimagruppe AR – einem Schülerkollektiv – des Gymnasiums eingeladen, um über Politik im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu referieren. So vermittelt Kellenberger sein Wissen im Rahmen des ersten «KantiTalks» an die Schülerinnen und Schüler. Für den «KantiTalk» organisierten 22 Mitglieder der Gruppe während eines Tages Workshops zu den Themen Politik, Wissenschaft und «Mein Beitrag». Letzteres wurde von Schülern selbst vorgetragen, für die anderen beiden Gebiete wurden fünf externe Experten eingeladen und eine Lehrerin der Kantonschule eingespannt.

Sachverhalte aufzeigen nicht indoktrinieren

Die Rolle der Schule beschränkt sich auf organisatorische Aspekte. Man engagiere sich lediglich dahingehend, die Meinungsbildung und die Partizipation zu fördern, sagt Rektor Marc Kummer.
Zur Meinungsbildung beitragen, das ist auch das grundlegende Ziel der Klimagruppe. «Wir wollen auf das Thema aufmerksam machen», sagt ein Mitglied. «Denn jeder, der genügend über den Klimawandel weiss, merkt, dass er etwas tun muss», ist eine andere Aktivistin überzeugt.

Die Referenten sind von diesem Grundsatz ebenso überzeugt, wie die Organisatoren. Es sei eine super Sache, den Schülern mit Informationen bei der Meinungsbildung zu helfen, sagt Kellenberger. Lehrerin Lillemor Spadin, die Workshops zum Thema Wissenschaft gab, zeigt sich ebenfalls begeistert. Sie hoffe, dass noch weitere solche Tage stattfinden werden und sei sofort wieder bereit, mitzuhelfen.

Erste Rückmeldungen sind positiv

Sowohl Kellenberger und Spadin als auch die jungen Aktivisten berichteten von positiven Rückmeldungen der Schüler. Viele seien sich der Klimaproblematik im Vorhinein noch nicht wirklich bewusst gewesen. In den nächsten Wochen wird die Klimagruppe mit Rektor Kummer zusammensitzen und ein Fazit dieses ersten «KantiTalks» ziehen. Ginge es nach den Schülern, stünde schon jetzt fest, dass von nun an jedes Jahr ein solcher Tag organisiert wird, um die jüngsten Gymnasiasten für Klimafragen zu sensibilisieren.

Die Ambitionen der Klimagruppe – die aus den überregionalen Streiks der Schüler hervorging – beschränken sich seit geraumer Zeit nicht mehr nur auf die Klassenzimmer des Gymnasiums. Längst hat die Gruppe ihre Anliegen und Forderungen Nationalrat David Zuberbühler und Ständerat Andrea Caroni mitgeteilt.

Politik und Gesellschaft nehmen die Gruppe ernst

Die Ausserrhoder Politik realisierte spätestens dann, wie engagiert die Jungen sind, als diese nicht mehr nur freitags bereit waren zu streiken, sondern auch in ihrer Freizeit. So zeigt nicht zuletzt das Beiwohnen von Regierungsrat Alfred Stricker, Vorsteher des Departements für Bildung und Soziales, an der Schlusszeremonie des «KantiTalks», dass die Politik die Aktivisten mittlerweile erst nimmt.

Die Klimagruppe muss derweil nicht mehr bei Vereinen und Unternehmen für ihre Sache weibeln. Im Gegenteil. Die Jugendlichen werden angesprochen und an Anlässe eingeladen. Das Kollektiv war beispielsweise an der Kulturlandsgemeinde vertreten. Kommende Woche wird es zudem im Kino Rosental in Heiden zugegen sein, wenn dort ein Film zum Klimawandel gezeigt wird. Und schliesslich werden die Schüler – auf Input der Elektrizitätswerke St. Gallen/Appenzell hin – demnächst eine Petition starten, damit das Gymnasium in Zukunft nur noch nachhaltigen Strom bezieht.

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