Schubert war einer von vielen

An der Kanti-Schubertiade zeigten die Solistinnen und Solisten sowie Duette und Ensembles ihr Können. Das Niveau der Schülerinnen und Schüler von Claudia Dischl und Wolfgang Sieber war erstaunlich hoch.

Michael Hug
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Vierhändig spielten Simon Jud (hinten) und sein Lehrer Wolfgang Sieber «En Bateau» von Claude Debussy. (Bild: Michael Hug)

Vierhändig spielten Simon Jud (hinten) und sein Lehrer Wolfgang Sieber «En Bateau» von Claude Debussy. (Bild: Michael Hug)

WATTWIL. Trotz tropfender Decke können in der Kantonsschule noch hochstehende Konzertdarbietungen stattfinden. Gelegentlich muss sich das Publikum wohl mit Regenschirmen ausrüsten. Hauptsache, es tropft nicht ins Klavier. Denn dieses, es war vielmehr ein Flügel, stand im Mittelpunkt der Schubertiade vom Freitagabend. Traditionell zeigen an der Schubertiade Solistinnen und Solisten am Flügel und weiteren Instrumenten ihr Können. Dazu wird auch gesunden, im Duett oder im Ensemble.

Lange Liste

Aus der langen Liste der Darbieterinnen und Darbieter seien die bemerkenswertesten Vorträge herausgezupft. Schon beim zweiten Kurzvortrag wurde es still in der Aula. Rebekka Flotron spielte Frédéric Chopins «Valse a-Moll», und zwar so feinfühlig, wie es der grosse Meister vorgesehen hatte und wohl auch selbst nicht gefühlvoller hätte spielen können. Franz Schubert sei längst nicht derart im Licht gestanden wie sein französischer Komponistenkollege, sagte Moderator Wolfgang Sieber. Dennoch habe er eine Epoche geprägt. Und mit dem «Blinden Knaben» auch ein Stück zum Programm am Freitagabend beigesteuert. Intoniert wurde es von Mezzosopranistin Stefanie Oberhänsli und Olivia Emmenegger am Flügel.

Lied ohne Worte

Weiter ging es mit dem «Lied ohne Worte» von Felix Mendelssohn mit Deline Manetsch an den Tasten, und an ebendiesen mit «En Bateau» von Claude Debussy mit Simon Jud und seinem Lehrer Wolfgang Sieber. Dann drei Intermezzi von Samuel Ostendarp an der Klarinette mit Flügelbegleitung von Claudia Dischl. Elisabeth Rutz intonierte «Beloved» des Südkoreaners Yruma. «Für Gemütlichkeit gibt es keine Grenzen» hiess dann ein Stück des Schweizer Komponisten Mischa Käser. Gespielt wurde es von Samuel Ostendarp, Christina Alpiger und Franco Metter mit Klarinette und Stimme.

Kein steifer Anlass

Die Kanti-Schubertiade ist beileibe kein steifer Anlass im Zeichen klassischer Musik. Je später der Abend, desto moderner wurde der Sound. Simon Jud interpretierte Giovanni Alevis «Back to Life» ebenso gefühlvoll wie Sonja Rutz «Bridge over troubled Water» von Paul Simon. Schliesslich beendete Evelin Arnold, Caroline Morger, Anja Vandersmissen und David Deuber an ihren Querflöten mit drei Sätzen aus Jaques Castérèdes «Flûtes en Vacances» den sehr stimmungsvollen Abend, der im Übrigen von sehr vielen Eltern der Vortragenden besucht wurde. Dazu ist die Schubertiade auch gedacht: Zum ungezwungenen Gedankenaustausch zwischen Eltern und Musiklehrpersonen über Musik, die Fortschritte ihrer Zöglinge und tropfende Dächer.

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