«Schon seit längerem besorgt»

Der Berufsverband der Pflegefachpersonen äussert sich zu den Diskussionen um das Spital Heiden. Die Mitarbeitenden seien wegen verschiedener Geschehnisse verunsichert, ob der Spitalstandort Heiden bleibe.

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Edith Wohlfender Geschäftsleiterin SBK Sektion SG TG AR AI (Bild: pd)

Edith Wohlfender Geschäftsleiterin SBK Sektion SG TG AR AI (Bild: pd)

HEIDEN. «Der Berufsverband der Pflegefachpersonen SBK, Sektion SG TG AR AI, ist schon seit längerem besorgt über die Zukunft des Spitals Heiden und hat sich in den sozialpartnerschaftlichen Gesprächen bereits entsprechend geäussert», schreibt die Geschäftsleiterin Edith Wohlfender in einer Medienmitteilung.

Kein Grund für Optimismus

Die in der jüngsten Ausgabe der Ostschweiz am Sonntag am 3. Juli veröffentlichte Prognose des ehemaligen Chefarztes des Spitals Heiden, Harold Seiler, trage wenig dazu bei, dass die Angestellten des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden (SVAR) optimistisch sein können. Edith Wohlfender: «Das Spital ist jetzt aber darauf angewiesen, dass es weiterhin funktionieren kann und dass es das notwendige Personal dazu hat.»

Patientenrückgang, Defizit

Bereits in den letzten Monaten waren die Mitarbeitenden laut Mitteilung «infolge verschiedener Aussagen und interner Geschehnisse verunsichert, ob der Spitalstandort Heiden bleibt». Auf Anfrage nennt Edith Wohlfender als aktuelles Beispiel den Abgang von Jürg Nyfeler, CEO des Spitalverbunds, von letzter Woche. «Er hatte bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern grossen Rückhalt und auch ich habe ihn als Sozialpartner sehr geschätzt.» Aber auch Abgänge und Pensionierungen von renommierten Ärzten, ein allgemeiner Patientenrückgang und das Defizit haben laut Edith Wohlfender immer wieder für Unruhe und grosse Verunsicherungen unter den Mitarbeitenden gesorgt.

Wettbewerb mit Verdrängung

Die Geschäftsleiterin schreibt, dass die Folgen von DRG (Fallpauschalen), die nun seit 2012 in Kraft sind, «nach vier Jahren mit aller Wucht auf uns zukommen». Der Berufsverband habe bereits vor der Einführung von DRG davor gewarnt, dass damit niemals Kosten eingespart werden könnten. Und nun zeige sich die Wahrheit: Aus dem bisher staatlich koordinierten Spitalwesen sei ein Wettbewerb mit Verdrängungsmarkt entstanden. «Das Gesundheitswesen wandelte sich in einen Markt mit maximaler Gewinnorientierung.» Ob die geltenden «WZW-Behandlungsstandards (wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich) nicht der Budgetoptimierung unterliegen, bleibe dahingestellt.

Für die Pflegenden einstehen

Als Sozialpartnerin wird der Berufsverband der Pflegefachpersonen ein wachsames Auge auf die sich anbahnenden Veränderungen werfen, heisst es abschliessend. «Wir werden jederzeit für die Pflegenden einstehen.» (pd/eg)

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