«schöpfen durch Schöpfen»

«Der schöpferische Akt ereignet sich stets in einem Meer von Zufällen», schreibt Kuratorin Elisabeth Keller-Schweizer im Begleitheft zur Ausstellung von Roswitha Merz. «Die Künstlerin denkt, der Zufall lenkt.» Was für ihre Kunst gilt, lässt sich auch auf den Lebenslauf von Roswitha Merz übertragen.

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Roswitha Merz Künstlerin

Roswitha Merz Künstlerin

«Der schöpferische Akt ereignet sich stets in einem Meer von Zufällen», schreibt Kuratorin Elisabeth Keller-Schweizer im Begleitheft zur Ausstellung von Roswitha Merz. «Die Künstlerin denkt, der Zufall lenkt.»

Was für ihre Kunst gilt, lässt sich auch auf den Lebenslauf von Roswitha Merz übertragen.

Roswitha Schüller, wie sie ledig hiess, wird im Heft als kreativ und handwerklich überaus begabte Schülerin beschrieben. Sie liebäugelte denn auch mit dem Besuch der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie den Vorkurs abschloss. Nach ihrem erfolgreichen Abitur im Jahr 1962 reiste sie aber in die Schweiz, um in einer Herisauer Blusenfabrik zu arbeiten. Hier lernte sie ihren späteren Mann Hans Rudolf Merz, den Sohn des Patrons, kennen. Wieder zurück in Deutschland, absolvierte sie eine Ausbildung zur Directrice von Damenoberbekleidung. 1968 erfolgte die Heirat mit Hans Rudolf Merz und in den folgenden Jahren die Geburt der drei Söhne. Der Drang, künstlerisch tätig zu werden, liess sie auch als Familienfrau nie ganz los, sie versuchte sich in verschiedenen Techniken wie Scherenschnitt, Eimerdeckeli-, Porzellan- und Seidenmalerei. Doch erst das Papierschöpfen, das sie in den 80er- Jahren für sich entdeckte, brachte die prozesshafte Arbeitsweise, die Roswitha Merz endlich das Gefühl gab, «Kunst» zu machen. Im Jahr 2003 eröffnet sie ihr eigenes Atelier in der St. Galler Altstadt, viele Jahre war sie Vorstandsmitglied im Kunstverein. Sie unternahm verschiedene Kunstreisen und engagierte sich für benachteiligte Menschen. Wie zuletzt für ein medizinisches Projekt in Ghana, das blinden Kindern das Augenlicht schenken sollte.

Roswitha Merz – schöpfen durch Schöpfen

Ausstellung bis 18. Oktober im Hof Speicher

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