Schöner wohnen mit …

Eltern kleiner Kinder kennen die Angst, der Nachwuchs könnte seine Kreativität statt auf dem Papier plötzlich auf Wänden, Böden und Möbeln ausleben.

Mea Mc Ghee
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Bild: Mea Mc Ghee

Bild: Mea Mc Ghee

Eltern kleiner Kinder kennen die Angst, der Nachwuchs könnte seine Kreativität statt auf dem Papier plötzlich auf Wänden, Böden und Möbeln ausleben. Undefinierbare Kritzeleien, Heerscharen von Strichmännchen oder expressionistische Farbexperimente – sonst durchaus gerne gesehen und gebührend gelobt – lassen Eltern vor Entsetzen erstarren, tauchen sie plötzlich an unerwünschter Stelle auf falscher Unterlage auf. Wie erkläre ich das bloss dem Vermieter, ist der erste Gedanke, gefolgt von der Frage: Gibt es ein Wundermittel, das Blei-, Farb- oder Filzstift, Neocolor oder Wasserfarben – je nach Vorliebe des jungen Künstlers – wegzaubern kann, möglichst ohne Spuren zu hinterlassen?

Es sei hier gleich gesagt: Unsereins war – ich hoffe es bleibt dabei – von obigem Szenario nie betroffen. Der Nachwuchs zeigte bisher wenig Ambitionen, in die Fussstapfen von Paul Klee, Picasso oder van Gogh zu treten. Dennoch mussten wir kürzlich einen Maler beauftragen, einer Wand wieder zu ihrer ursprünglichen Unbeflecktheit zu verhelfen. Wenn schon der Sohn nichts zur Buntheit in der Wohnung beiträgt, übernimmt das flugs die Mutter…

Spinatpesto, hausgemacht, stand vor einiger Zeit auf dem Menuplan. Spinatblätter, Olivenöl, Knoblauch, Pinienkerne und Parmesan wollten püriert sein. Ungeschickterweise beliess die Teilzeit-Hausfrau den Mixstab im Plastikbecher – ohne die Wirkung der Schwerkraft einzurechnen. Die letzte Physikstunde liegt ja auch Jahre zurück. Es folgte das Unglück, das kommen musste: Der Becher samt Spinatpesto kippte, fiel von der Arbeitsfläche und landete unsanft auf dem Boden. Die grünen Spritzer, grössere und kleinere, an der weissen Küchenwand, konnten nicht einmal unter dem Motto «schöner Wohnen mit mc» freudvoll betrachtet werden.

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