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SCHÖNENGRUND: Fränzi regiert Henderhamm

Auch dieses Jahr haben die Narren am Aschermittwoch wieder die Regentschaft übernommen. Den Gemeinderat haben sie bis Blochmontag abgesetzt.
Karin Erni
Obernärrin Fränzi XIV, alias Ochsenwirtin Franziska Signer, wird feierlich enthüllt. (Bild: Karin Erni)

Obernärrin Fränzi XIV, alias Ochsenwirtin Franziska Signer, wird feierlich enthüllt. (Bild: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

In Schönengrund ist die Fasnacht noch ein richtiges Ereignis. Die Mehrzweckhalle war am Aschermittwochabend gut gefüllt mit Fasnachtsbeizen. Das kundige Auge entdeckte sogar den einen oder anderen verkleideten Gemeindepolitiker in der Menge. Diese taugen derzeit aber nur als Statisten, denn sie werden traditionsgemäss während der Fasnacht unter einem fadenscheinigen Grund für 88 Stunden ihres Amtes enthoben. Diese Aufgabe oblag dieses Jahr dem «hochwohllöblichen Mitglied des Narrenrates, Gebi dem XI», alias Urs Helg. Er hat mit seiner kriminalistischen Spürnase eine Geheimbotschaft auf der Website der Gemeinde entdeckt. Einige Buchstaben aus den Namen der Gemeinderatsmitglieder in der richtigen Reihenfolge gelesen ergäben die Meldung: «Ferien rasch!», so Gebi. Diesem Wunsch, oder vielmehr Befehl, kamen die Narren gern nach und übernahmen umgehend die Führung der Gemeinde.

Eine Frau übernimmt die Führung

Ein «neues Obernarr» musste her. Zur Erklärung: Die Schönegröndler Narren verwenden konsequent und gendergerecht die neutrale Form. Obernarr Andi der XIII dankte nach einjähriger Regentschaft ab und gab sein gelbrotes Obernarrenkostüm ab. In einem burkaartigen Sackgewand wurde «das neue Obernarr» hereingeführt. Unter tosendem Guggensound enthüllten die Mitglieder des Narrenrats ihre neue Regentin. Ortskundige identifizierten diese schnell als Ochsenwirtin Franziska Signer. Fränzi XIV, so ihr offizieller Titel, erinnerte die Untertanen in ihrer Antrittsrede daran, dass Schönengrund einst zu Urnäsch gehört habe und die Örtlichkeit bis zum Bau der Kirche «Hender­hamm» geheissen habe. Für die nächsten Tage solle dieser Name wieder gelten. Weiter gelte ein Händedruck-Verbot. «Zur Verhinderung von unangebrachten Berührungen sind bei der Begrüssung beide Arme senkrecht nach oben zu strecken», forderte die neue Obernärrin. Am Chilbi-Gottesdienst vom Sonntag, 26. August, so mahnte sie die Anwesenden, sammle der Narrenrat die Kollekte ein. Über die Verwendung des Geldes werde dieser an der nächsten Gmändrotsabsetzig berichten. Eines der insgesamt neun Gesetze sorgte für besonders viele Lacher im Publikum: Der Extrem-Wurster Peter (notabene ihr Ehemann) habe sofort eine Wurst mit Namen Hinterhämmler zu kreieren und diese ab Donnerstagmittag, 15. Februar, im Laden feilzubieten, so die neue Regentin.

Traditionsgemäss darf an diesem Abend jeder die Bühne nutzen, der etwas Lustiges zu bieten hat. So gab es unter anderem ein Werbevideo zu sehen, in dem sich Schönengrund an den Amerikanischen Präsidenten Trump wendet: «Niceground, the sexiest Village in Switzerland.»

Schönegröndler Fasnacht

Heute Gugge-Treffe (ab 20 Uhr, Dorf und anschliessend MZA)

Samstag, 17. Februar, Umzug ab 13 Uhr, Dorf und MZA, Gugger-Maskenball (ab 20 Uhr, MZA),

Sonntag, 18. Februar Narre-Brunch (ab 10 Uhr, MZA), Montag, 19. Februar, Blochmäntig-Uslumpete (ab 18 Uhr, Fasnachtsbeizen Schönengrund)

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