Schnitzelheizung ist voll ausgelastet

Die Ortsgemeinde Alt St. Johann betreibt seit 20 Jahren erfolgreich eine Fernheizung. Nun ist zu befürchten, dass der in die Jahre gekommene Ofen in den nächsten Jahren ersetzt werden muss, dafür hat man nun vorsorglich Geld zurückgelegt.

Beatrice Bollhalder
Merken
Drucken
Teilen

ALT ST. JOHANN. Der Präsident der Ortsgemeinde Alt St. Johann, Walter Looser, durfte am Freitagabend 41 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger zur jährlichen Versammlung begrüssen. Er erläuterte zu Beginn der Versammlung, dass der Betrieb der Forstgemeinschaft Obertoggenburg (Foag) rund laufe, dass aber im vergangenen Jahr nur noch der normale Pachtzins ausbezahlt werden konnte. Dies, weil Beiträge gekürzt worden sind und weniger Nutzholz gerüstet worden ist. Turbulenzen habe es im Vorstand der Foag gegeben, orientierte er die Bürger weiter. Nachdem Präsident Hansueli Scherrer im vergangenen Jahr seine Zelte in der Schweiz abgebrochen und ins Ausland gezogen ist, musste Ersatz gesucht werden. Das Amt habe mit Willi Bösch aus Stein aber wieder gut besetzt werden können, führte Walter Looser weiter aus. Der Todesfall des Schreibers der Foag, Reini Kobelt, habe ebenfalls eine Lücke hinterlassen. Als neue Schreiberin konnte Ramona Bollhalder verpflichtet werden. Zudem konnte für den abtretenden Mario Schernthanner in der Person von Reto Hürlimann ein neuer Förster und Betriebsleiter gefunden werden.

Weniger Pachtzins

Der Brennholzverkauf bei der Foag ist massiv gestiegen. Ausserdem liefert und vermittelt die FOAG auch Hackschnitzel für die Fernheizungen von Nesslau und Wildhaus. Die Drittarbeit konnte erfreulicherweise ebenfalls gesteigert werden. Die schlechteren Zahlen der Foag betreffen die Ortsgemeinde Alt St. Johann bezüglich des normalen Pachtzinses, den die Foag für das vergangene Jahr ausbezahlt hat. In den letzten – finanziell besseren – Jahren ist dieser jeweils höher ausgefallen.

Bei der Alpenverwaltung Laui-Gräppelen und Mutteli konnte das Rietzimmer praktisch im Budget abgerechnet werden. Der kleine Mehraufwand geht darauf zurück, dass gleichzeitig noch zwei Quellen gefasst worden sind und man sich entschlossen hat, das Hagzimmer eingehen zu lassen. Jene 16 Plätze sind nun im Rietzimmer integriert worden. Am 11. August des vergangenen Jahres wurde gleichzeitig Aufrichte und ein Tag der offenen Tür gefeiert. Das Interesse am rund 70 Tiere fassenden Laufstall mit Melkstand war riesengross.

Einlage für neuen Ofen getätigt

Dank eines erneut guten Rechnungsabschlusses konnte auf den Alpgebäuden wiederum eine Abschreibung vorgenommen werden. Die Rechnung weist einen Gewinn von 245.30 Franken aus. Zum guten Ergebnis tragen jeweils der Erlös aus der Parkplatzbewirtschaftung, des Militärs sowie die Beiträge für das Moorgebiet bei. Diese haben sich erhöht, da wegen des zu schützenden Wiesenvögelchens in diesem Jahr mehr Alpweiden eingezäunt werden mussten.

Die Jahresrechnung der Ortsgemeinde schliesst mit einem Gewinn von 348.15 Franken ab. Es wurden im vergangenen Jahr wieder grössere Abschreibungen getätigt.

Der Betrieb der Fernheizung ist voll ausgelastet, läuft rund, und es war kein baulicher Unterhalt nötig. In diesem Jahr wurde eine Einlage von 30 000 Franken in die Vorfinanzierung für eine spätere Erneuerung des Ofens getätigt. Auch beim Wohnhaus Untermühle stehen in den nächsten Jahren Sanierungen an. Die Heizungsanlage wird erneuert werden müssen, und eine umfassende Fassadensanierung ist in Planung. Nachdem im vergangenen Jahr ein Anbau am Werkhof Horb realisiert worden ist, hat sich der Verwaltungsrat dazu entschieden, in diesem Jahr die Westfassade zu sanieren. Zudem wurden auf der Süd- sowie auf der Nordseite des Daches Schneefänger montiert. Damit ist das Gebäude wieder optimal im Stand. Der Werkhof Horb wird weiterhin an die Foag verpachtet.

Die Jahresrechnungen und Budgets sowohl der Alpenverwaltung als auch der Ortsgemeinde wurden genehmigt. Zum Schluss orientierte Walter Looser die Bürgerinnen und Bürger darüber, dass der St. Galler Ortsgemeindeverband ein Jahr der Einbürgerung lanciert. Die Zahl der Ortsbürger gehe nämlich langsam zurück. Es sollten dabei für den Einbürgerungswilligen keine grossen Kosten entstehen. Grosse Vorteile braucht aber auch niemand zu erwarten. Höchstens Landwirte haben einen Vorteil, da sie dann eher ein Alpzimmer pachten können, das einer Ortsgemeinde gehört.

Hohe Berge im Visier

Im Anschluss an die Versammlung erzählte Fritz Giger Interessantes von der Trekking- Tour nach Nepal, die er im vergangenen Herbst unternommen hat. Mit zahlreichen Bildern dokumentierte er das fremde Land. Gestaunt hat Fritz Giger bereits in der Hauptstadt Nepals, in Kathmandu. Der Alt St. Johanner Bauamtsmitarbeiter, der schon immer ein Mann war, den die Berge anzogen, konnte die Achttausender in den folgenden drei Wochen aus nächster Nähe bestaunen. Natürlich führte das Ziel dieser Tour auf einen Berg, nämlich den 5675 Meter hohen Kala Patthar mit Sicht auf den Mount Everest. Der Kala Patthar ist gemessen an Schweizer Verhältnisse bereits ein Riese. Zusammen mit Fritz Giger haben sich zwölf weitere Schweizer Teilnehmer täglich von Lodge zu Lodge immer weiter in die Bergwelt Nepals vorgewagt. 6407 Höhenmeter haben die Teilnehmer der Trekking-Tour überwunden und dabei 145 Kilometer in rund 110 Stunden zurückgelegt.