Schnellster «Toggenburger Sesselfurzer»

WATTWIL. Zum zweitenmal fand am Samstag auf dem Schmidberg bei Wattwil das Funrennen des Einwohnervereins statt. Zum Einsatz kamen Bobby-Cars, Bürostühle und Getränkeharasse. Für Geschwindigkeit sorgte die Schwerkraft.

Michael Hug
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Im Rennen auf Bürostühlen wurde «der schnellste Sesselfurzer des Toggenburgs» ermittelt. (Bild: Michael Hug)

Im Rennen auf Bürostühlen wurde «der schnellste Sesselfurzer des Toggenburgs» ermittelt. (Bild: Michael Hug)

Einen guten Quartiergeist hatten die Schmidbergler schon immer. Und einen aktiven Einwohnerverein mit aussergewöhnlichen Ideen noch dazu. Vor zwei Jahren hatten die Schmidberger die Idee, ein Rennen für Kinder auf Bobby-Cars zu organisieren. Bobby-Cars sind vierrädrige, lenkbare Kinderfahrzeuge aus Kunststoff, für die man üblicherweise die Füsse braucht, um vorwärts zu kommen. Für Kinder ein ideales Spass-Gefährt, für Eltern manchmal ein Graus, weil die Kinderschuhe nicht nur an der Sohle abgenützt werden.

Bobby-Cars ersteigert

«Wir haben ein halbes Jahr lang alle auf Ricardo angebotenen Bobby-Cars ersteigert», lacht Christian Eichholzer, Vereinspräsident und OK-Chef des Funrennens. Im letzten Jahr haben Eichholzer und seine Helfenden das Rennen zum erstenmal organisiert: «Es sind überraschend viele Teilnehmer gekommen, auch vom Dorf unten.» Das war auch den Kategorien «Bürostuhl» und «Harass» zu verdanken. Denn wo Kinder sich in einem Rennen messen, wollten auch die Erwachsenen nicht abseits stehen. Für sie waren die beiden Spass-Kategorien gedacht: Mit einem Bürostuhl oder auf einem Harass mit Rädern möglichst schnell die Strecke hinunterdonnern.

Spass haben bei der Sache

Wo bei «hinunterdonnern» leicht übertrieben ist. Es gibt auf der Strasse zum Schmidberg steilere Abschnitte als der beim Schulhaus. Doch wenn es zu steil ist, lauern Gefahren, und man wollte doch Spass haben bei der Sache. Die ausgewählte Rennstrecke vom Milchhüsli bis zum Schulhaus aber war steil genug, um auf ein wenig Tempo zu kommen, man konnte oder musste manchmal mit den Füssen nachhelfen. Die Kinder starteten am frühen Nachmittag in vier Alterskategorien. Es galt das Cup-System: Die Schnellsten kamen weiter, bis im Final nur noch vier Rennfahrer oder Rennfahrerinnen dabei waren. Auch die Erwachsenen auf Stühlen und Harassen massen sich im Cup-System. Es wurde viel gelacht, auf und an der Strecke.

Sieht schräg aus

Denn auf Bürostühlen einen Berg hinunterzufahren sieht schon irgendwie schräg aus. Doch man kann sich nicht einfach auf den Stuhl setzen und sich von der Schwerkraft treiben lassen. Es braucht Geschicklichkeit und Taktik. Geschicklichkeit, weil der Stuhl sich dreht, meistens unvorhersehbar, ausserdem hatte die Strecke eine grosse Kurve und zudem hatte das OK noch Strohballen-Hindernisse in die Strecke gebaut. Taktik brauchte es in der Handhabung des Rennstuhls: Soll die Lehne hinten oder vorne sein? Sind vier Rollen besser als fünf? Soll ich meinen eigenen Rennstuhl mitbringen? Es sieht leichter aus als es ist. Das sagt auch OK-Chef Eichholzer: «Ich habe einen langsamen Stuhl erwischt und bin darum früh ausgeschieden.» Zufrieden kann Eichholzer trotzdem sein. Es gab keine einzige Schramme an Kinder- oder Erwachsenenbeinen. Ausserdem gab's für jeden Teilnehmenden eine Schoggimedaille vom Thurbeck. Lars Rotach holte sich den Titel des «schnellsten Toggenburger Sesselfurzers».