Schnelle Fasern brauchen Zeit

In den nächsten Tagen ist Baustart für das Gossauer Glasfasernetz. Einige können schon 2015 profitieren. Andere müssen sich noch acht Jahre gedulden.

Tim Wirth
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GOSSAU. Noch mehr Bandbreite für Internet, Fernsehen und Telefon: Das soll in der Stadt Gossau durch den Bau eines Glasfasernetzes möglich gemacht werden. Am 24. November ist der Baustart des Projekts, in acht Jahren, also 2022, soll das Netz flächendeckend gebaut sein. «Für die insgesamt 8600 Anschlüsse ist eine Etappierung nötig», sagt Beat Lehmann, Geschäftsleiter der Stadtwerke Gossau. Doch wer kommt schon jetzt und wer erst in acht Jahren in den Genuss einer schnelleren Verbindung?

Vielzahl von Kriterien

Für den Bau, den sogenannten Roll-out, sind laut Lehmann verschiedene Kriterien entscheidend. Die bestehende Rohrinfrastruktur spielt eine wichtige Rolle. «Dort, wo sowieso Sanierungen nötig sind, werden wir die Glasfasertechnologie gleichzeitig umsetzen», sagt Lehmann. Ein anderer Punkt ist die Zahl von Wohnungen pro Gebäude. Zuerst werden Liegenschaften berücksichtigt, in denen möglichst viele Personen von der Verbindung profitieren können. Zusätzlich wird darauf geschaut, dass Neubauten direkt mit Glasfasern versorgt werden und dass Synergien mit anderen Bauarbeiten genutzt werden können.

«Die Roll-out-Planung wird als Grobkonzept festgelegt», sagt Lehmann. Auf dieser Grundlage erfolgt die rollende Detailplanung, die es ermöglicht, neue Einflussfaktoren einzubeziehen. So weiss man immer 12 bis 15 Monate im voraus, welche Gebiete als nächstes an die Reihe kommen. «Momentan sind wir wegen der Verzögerung der Kreditfreigabe sehr gedrängt unterwegs», sagt Gaby Krapf, Stadträtin von Gossau.

Mettendorf als erstes Quartier

Als erstes Gebiet werden die Liegenschaften im Mettendorf, also im Dreieck Witenwis-, Ahorn- und Neuchlenstrasse, berücksichtigt. Laut Lehmann verfügt dieses Gebiet über ein altes Trasseesystem sowie die höchste Anzahl Wohnungen pro Liegenschaft im ganzen Stadtgebiet. In Kürze beginnen die Arbeiten an der Rohrinfrastruktur, im Frühjahr werden die Glasfasern eingezogen. «Alle Hauseigentümer haben den Erschliessungsvertrag unterzeichnet», sagt Krapf. Ab Sommer 2015 werden die Bewohner das Glasfasernetz nutzen können. Welche Dienste und Produkte darüber bezogen werden, bestimmt der Nutzer selbst.

Neubauten sind privilegiert

An der Ringstrasse, auf dem ehemaligen Tipper-Tie-Areal, entsteht die Überbauung Neuring mit 84 Mietwohnungen und Gewerberaum. Im Juni 2015 sind die ersten Wohnungen bezugsbereit. «Es ist sinnvoll, mit der Neuerschliessung auch gleich die Glasfasertechnologie zu installieren», sagt Lehmann. Nach dem Mettendorf wird also in der Überbauung Neuring das Glasfasernetz installiert. «Für die zukünftigen Eigentümer entsteht ein Zusatznutzen», sagt Doris Hörler von der Firma Sproll & Ramseyer, welche die Wohnungen verkauft. Auch die Bauherrschaft Implenia begrüsst den Einbau von Glasfasern. «Die Stadt und die Swisscom sind schon im Jahr 2012 auf uns zugekommen», sagt Mediensprecherin Natascha Mathyl.