Schnell wie das Licht in die Zukunft

ALT ST.JOHANN/STEIN. Hauseigentümer von Alt St. Johann und Stein können mit der unterschriebenen Retournierung des erhaltenen Vertrages dafür sorgen, dass die SAK das Glasfaserkabel schon in diesem Sommer gratis bis zu ihrem Haus installiert.

Beatrice Bollhalder
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Die SAK sorgt in Zukunft nicht nur für genügend Licht in Alt St. Johann, sondern unter anderem auch für schnellere Leitungen im Internet. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Die SAK sorgt in Zukunft nicht nur für genügend Licht in Alt St. Johann, sondern unter anderem auch für schnellere Leitungen im Internet. (Bild: Beatrice Bollhalder)

«Mit Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft» verspricht ein Brief der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK), der Anfang dieser Woche bei einigen Hauseigentümern in Alt St. Johann und Stein in den Briefkästen landete. In Zukunft können diese also ihre Lieblingssendungen und Filme schauen, wann immer sie Zeit und Lust dazu haben. Sie können aber auch Musik, Filme und Fotos so schnell downloaden wie noch nie. Auch für das Erstellen von Fotobüchern benötigt man nun weniger Zeit. Aber auch dazu, wenn jemand seinen Gesprächspartner beim Telefonieren sehen möchte, wird mit der neuen Technologie Hand geboten. Und wer viel zu Hause arbeitet und gerne flexibel und unabhängig ist, wird sich auf die mediale Zukunft freuen können. Um die schnelleren Verbindungen im Internet nutzen zu können, brauchen die angeschriebenen Personen nur den vom Hauseigentümerverband geprüften und empfohlenen Vertrag zu unterschreiben. Dabei ist es für die SAK wichtig, dass möglichst viele Hauseigentümer mitmachen, denn nur so kann diese Installation auch kostengünstig gehalten werden.

Baubeginn im Juli

Die SAK hat sich vor drei Jahren vorgenommen, den Bau des SAKnet in jenen Gebieten, in denen sie Strom-Direktversorgerin ist, an die Hand zu nehmen. Angeschlossen an das Glasfasernetz der SAK werden dabei aber nur Liegenschaften innerhalb von Bauzonen.

Der Start zum Bau erfolgte damals in Herisau, wo die SAK während mehrerer Monate im Rahmen eines FttH-Pilotprojekts bereits wichtige Erfahrungen im Bau und Betrieb eines Glasfasernetzes gesammelt hatte. Im vergangenen Oktober ist bereits der 10 000. Hausanschluss durch die SAK verlegt worden. Und jeden Monat kommen 600 weitere Anschlüsse dazu. Der Bau des Glasfasernetzes erfolgt in einer rollierenden Planung. Dabei werden günstige Gelegenheiten, wie etwa jene in Wildhaus, beim Schopf gepackt. Dort wurde das Glasfaserkabel nämlich vor rund drei Jahren zusammen mit den Rohren, die für die Fernwärmeleitungen genutzt werden, verlegt. Und nun sind also die Dörfer Alt St. Johann und Stein an der Reihe. Der Vertrag kann noch bis zum 3. Februar unterschrieben retourniert werden, Baubeginn ist dann im kommenden Juli.

Keine neuen Geräte nötig

Mit «Fiber to the Home» FttH wird die Kabelnetzinfrastruktur des SAKnet umschrieben. Mit Fiber ist das eingesetzte Glasfaserkabel gemeint. Mit dem Ausdruck Home wird die durch das Glasfaserkabel belieferte Einheit, nämlich die Wohnung, beschrieben. Somit kann vereinfacht gesagt werden: FttH = Glasfaserkabel bis in die Wohnung. Glasfasernetze transportieren Daten mit bis zu 1000 MBit pro Sekunde. Das ist bis zu 20mal mehr als die bestehende Dateninfrastruktur der Kabelnetze.

Glasfaser-Angebote gibt es für TV, Internet und die Telefonie. Verschiedene Anbieter eröffnen dabei neue Dimensionen der Unterhaltung, Geschwindigkeit, Vernetzung und Kommunikation. Digitales TV ermöglicht Fernsehen in bester Qualität, auch in HD-TV. Damit können also die Möglichkeiten der heute schon recht häufig verwendeten Flachbildschirme voll genutzt oder das Fernsehprogramm zeitversetzt abgerufen werden. Internetfernsehen, Online-Videotheken und interaktives Fernsehen sind weitere Vorteile. Es macht aber keinen Unterschied, ob der Nutzer über ein Gerät der neuen Generation oder einen älteren Fernseher verfügt, Glasfaser ist auch kompatibel mit bisherigen Endgeräten. Es sind also keine weiteren Anschaffungen nötig. Das zukünftige Internet ist bei diesem Anschluss stabiler und auch schneller. Geschwindigkeiten bis zu einem Gigabyte, also tausendmal schneller als heute, versprechen die neuen Zugänge. Zudem soll die Telefonie wesentlich günstiger werden.

Freie Wahl der Serviceanbieter

Das Glasfasernetz ist für die Kunden kostenlos. Diese können dann via einen der sieben Serviceanbieter – yplay, green.ch, mhs@internet, 1aspeed, leunet, iway.ch oder easyzone – die Dienste beziehen. Die Swisscom ist noch nicht als Dienstanbieter auf dem SAKnet vertreten. Die SAK baut das Glasfasernetz ohne die Swisscom, um einen uneingeschränkten, freien Zugang für unterschiedliche Provider auf ihrem Netz zu garantieren. In einigen Regionen betreibt die Swisscom nämlich ein eigenes Glasfasernetz, das den Nutzer jedoch exklusiv an die Swisscom bindet und ihm – im Unterschied zum SAKnet – nicht die Vorteile eines offenen Netzes bietet. Die Verhandlungen mit der Swisscom brauchen deshalb noch etwas Zeit. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass auch die Swisscom bald zu den Dienstanbietern auf dem SAKnet zähle, erklärte Thomas Schwarz, Projekte SAK. Wer den neuen Glasfaseranschluss noch nicht gleich nutzen möchte, braucht nach der Erschliessung nichts zu tun. Gewohnte Telefon- und Kabelanschlüsse können nach wie vor uneingeschränkt genutzt werden. Man kann sich bei Bedarf aber jederzeit für ein Dienstangebot auf dem SAKnet entscheiden. Durch die Erschliessung ist bereits alles vorbereitet, um das gewünschte Angebot einfach und schnell in Anspruch zu nehmen.

Investition in die Zukunft

Die Installation zwischen Glasfasersteckdose und den jeweiligen Endgeräten (PC, Telefon, TV) liegt in der Verantwortung des Eigentümers beziehungsweise des Mieters und wird nicht durch die SAK ausgeführt und finanziert. Mit dem Bau des SAKnet investiert die SAK in die Infrastruktur der Zukunft für die Ostschweiz. Das Glasfasernetz ermöglicht es der SAK darüber hinaus, das bestehende Leitungssystem besser auszunutzen und ein zukunftsfähiges Geschäftsfeld aufzubauen. Um das SAKnet für seine Nutzer so attraktiv wie möglich zu gestalten, schliessen sie die Liegenschaft kostenlos an.

«Beim Anschluss eines Gebäudes nutzt die SAK die bestehende Kabelinfrastruktur. Eventuell notwendige Baumassnahmen werden von uns individuell mit den Eigentümern abgestimmt», erklärt Thomas Schwarz. Die SAK trage aber sämtliche Kosten in Zusammenhang mit der Erstinstallation der Glasfaseranschlussleitung, führt er weiter aus. Der SAK ist es zudem wichtig zu kommunizieren, dass die Signale im Glasfaserkabel rein optisch durch Licht übertragen werden und dabei keine elektromagnetischen Felder entstehen. Das Kabel ist elektrisch nicht leitend, also besteht auch keine Gefahr oder Beeinträchtigung durch Blitzschläge oder sonstige Überspannungen.

Ausführliche Infos zum neuen Angebot unter www.saknet.ch.

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