Schneesportzentrum in Lisighaus

WILDHAUS. Gestern präsentierten der Kanton St.Gallen und die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann ihre Bewerbung für ein nationales Schneesportzentrum. Obwohl die Konkurrenz für den Standort namhaft ist, sind die Verantwortlichen optimistisch.

Sabine Schmid
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Setzen sich für ein nationales Schneesportzentrum in Wildhaus ein: (Von links) Gemeindepräsident Rolf Züllig, Regierungspräsident Stefan Kölliker, Max Nadig (Präsident von Toggenburg Tourismus), Alex Müller der Strittmatter Partner AG und Patrik Baumer, Leiter Amt für Sport. (Bild: Sabine Schmid)

Setzen sich für ein nationales Schneesportzentrum in Wildhaus ein: (Von links) Gemeindepräsident Rolf Züllig, Regierungspräsident Stefan Kölliker, Max Nadig (Präsident von Toggenburg Tourismus), Alex Müller der Strittmatter Partner AG und Patrik Baumer, Leiter Amt für Sport. (Bild: Sabine Schmid)

Regierungspräsident Stefan Kölliker, Gemeindepräsident Rolf Züllig und Patrik Baumer, Leiter des Kantonalen Amts für Sport, sind sich einig: Das Nationale Schneesportzentrum gehört nach Wildhaus. Nachdem das Bundesamt für Sport (Baspo) per Ausschreibung einen Standort für ein solches Zentrum gesucht hat, erarbeiteten Vertreter des Kantons, der Gemeinde, der Planungsbüros Deér & Gugger und Strittmatter Partner AG sowie von Toggenburg Tourismus ein Bewerbungsdossier. Dieses wurde fristgerecht Ende September eingereicht. Gestern haben die Verantwortlichen die Unterlagen vor den Medien vorgestellt.

Infrastruktur vorhanden

Man sei mit der Bewerbung dem zentralen Anliegen des Baspo gerecht geworden, nämlich der Förderung von Schneesportlagern für Kinder, erklärte Alex Müller vom Büro Strittmatter Partner AG. Die Erarbeitung des Bewerbungsdossiers hat ergeben, dass die Infrastruktur bezüglich der vom Bund geforderten Sportanlagen im Skigebiet Wildhaus-Unterwasser-Alt St. Johann bereits besteht. Auch die Sparten Langlauf, Biathlon und Skitouren können im Obertoggenburg angeboten werden. Für den Sommerbetrieb, den das Baspo ermöglichen will, ist die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann ebenfalls gut aufgestellt. Gefordert sind Angebote in den Bereichen Klettern, Mountainbike, Wandern und Inlineskating, was im Rheintal betrieben werden könnte.

Investitionen sind jedoch in den Bereichen Unterbringung, Verpflegung, medizinische Versorgung, Parkplätze und Verwaltung nötig. Gefordert seien Unterkünfte mit 450 Betten in Einer-, Zweier- und Sechserzimmern, führte Alex Müller aus. Dazu kommen ein Speisesaal von 650 Quadratmetern und die Möglichkeiten, bis zu 550 Mahlzeiten zuzubereiten. Um dies zu ermöglichen, sieht die Bewerbung der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann einen Komplex mit fünf Gebäuden vor, die durch den Speisesaal verbunden sind. Diese Anlage soll in Lisighaus zwischen dem Schulhaus und dem Curlingzentrum entstehen. Bezüglich der übrigen Bereiche will man Bestehendes nutzen. Die präsentierte Optimalvariante sieht eine Erweiterung des Curlingzentrums vor, in welcher die Parkplätze und darauf die Büros und die Therapieräume untergebracht sind.

Voraussetzungen gegeben

Mit dem Standort Lisighaus erfüllt Wildhaus-Alt St. Johann eine weitere Bedingung des Baspo, nämlich eine rasche Umsetzung. Der Boden, auf welchem das nationale Schneesportzentrum zu stehen käme, gehört der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann und liegt in der Bauzone. «Der Standort ist zentral und im Dorf integriert. Zudem ist der Weg zu den Skiliften kurz», streicht Alex Müller hervor. Die präsentierte Optimalvariante lässt auch bezüglich der Realisierung einigen Spielraum. «Wir sind flexibel in der Realisierung einzelner Etappen», sagt Alex Müller. Falls vom Baspo gefordert, könnte gegenüber dem Curlingzentrum zusätzlich eine Dreifachturnhalle gebaut werden.

Ostschweizer Anspruch

Mit Regierungspräsident Stefan Kölliker hat die Obertoggenburger Bewerbung einen prominenten Fürsprecher. Er sei von der ersten Minute an von der Idee des Standorts des nationalen Schneesportzentrums im Obertoggenburg begeistert gewesen, sagt er. «Projekte wie dieses stärken Regionen wie das Toggenburg», ist er überzeugt. Stefan Kölliker meldet auch einen Anspruch der Ostschweiz auf einen Standort eines nationalen Sportzentrums an: Das Schneesportzentrum ist das dritte nach den Sommersportzentren in Magglingen und Tenero.

Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann erlebte als Kind Skilager im Obertoggenburg und verknüpft dies mit guten Erinnerung. «Mit dem Schneesportzentrum können wir auf unserer Infrastruktur aufbauen und sie weiterentwickeln». Er ist sich bewusst, dass namhafte Skiorte sich ebenfalls um das nationale Schneesportzentrum bewerben. «Einige Orte im Bündnerland sind ohne Zweifel grösser und mondäner als Wildhaus. Aber unsere Möglichkeiten sind besser», sagt er selbstbewusst. Stefan Kölliker streicht gerade die Kleinheit des Orts als Vorteil heraus. So sei es den Sportlern möglich, sich auf den Sport zu konzentrieren.

Entscheid bis Ende Jahr

Patrik Baumer, Leiter des kantonalen Amts für Sport, erklärte das weitere Vorgehen. Im Oktober werden die Bewerbungen auf einer ersten Stufe geprüft. Dabei zählen Faktoren wie die Erschliessung innerhalb des Orts, die Erreichbarkeit und die Schneesicherheit. In einer zweiten Evaluationsstufe werden Kriterien wie die Abdeckung des Infrastruktur- und Raumbedarfs geprüft. Das nationale Schneesportzentrum soll Schulen für Schneesportlager sowie für Aus- und Weiterbildungskurse im Schneesport dienen. Gleichzeitig soll es auch den Ansprüchen des Leistungssports genügen.

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