Schneeentsorgung war legal

Das Strassenkreisinspektorat liess Schnee bei Wattwil Bunt in die Thur kippen. Das Amt für Umwelt erlaubt das, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind.

Martin Knoepfel
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Diese Schneedeponie im Wattwiler Dorfbach stammt nicht vom Strassenkreisinspektorat. (Bild: Martin Knoepfel)

Diese Schneedeponie im Wattwiler Dorfbach stammt nicht vom Strassenkreisinspektorat. (Bild: Martin Knoepfel)

WATTWIL. Die starken Schneefälle nach dem Stephanstag brachten den Räumungsdiensten nicht nur lange Arbeitstage. Sie verursachten auch Probleme bei der Ablagerung der weissen Pracht. Zwischen Wattwil und Bunt kippten Lastwagen Schnee in die Thur.

Das sei legal, da der Schnee nicht älter als drei Tage sei. Es sei Schnee von Gehwegen der Gemeinde und von Kantonsstrassen, sagte Felix Brander, Wattwiler Strassenkreisinspektor.

Kantonales Merkblatt

Es gebe Vorschriften des Amts für Umwelt und Energie (AFU) zur Ablagerung von Schnee. An diese halte man sich, sagt Felix Brander. Älterer Schnee werde deponiert, und man lasse ihn abtauen. Manchmal werde Schnee deponiert, da der Weg bis zur Thur zu lang wäre, etwa von Schönengrund her.

Ein Merkblatt des AFU erlaubt in der Tat, frischen, nicht oder wenig verschmutzten Schnee am Ufer von Flüssen und Bächen oder direkt in diese zu entsorgen. Frisch bedeutet in diesem Fall nicht über fünf Tage alt, wobei es bei wenig befahrenen Strassen auch älterer Schnee sein kann. Man solle aber nicht zu kleine Gewässer wählen, rät das AFU. Zudem schreibt es unter anderem vor, die Ufervegetation und die Laichplätze zu schützen sowie keinen Rückstau zu verursachen.

Die Ablagerung in Seen und Weihern ist hingegen nur nach Rücksprache mit dem AFU erlaubt. Wenn Schnee auf befestigten Plätzen abgelagert wird, muss der nach dem Tauen zurückbleibende Schmutz in jedem Fall als Strassenwischgut entsorgt werden.

Salzmenge geht zurück

Der stellvertretende kantonale Strasseninspektor Bruno Bulgheroni sagte gegenüber dieser Zeitung, dass heute viel weniger gesalzen werde als früher. Früher seien 10 bis 20 Gramm Salz pro Quadratmeter ausgebracht worden.

Heute seien es noch fünf Gramm. Das wirke sich natürlich auch auf die Fliessgewässer aus, in denen das Salz am Schluss landet. Heute gebe es Geräte, die es erlaubten, die Salzmenge viel feiner zu dosieren.