Schnecken als Nahrungsmittel

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Es ist vielleicht noch nicht genugsam bekannt, was die Schnecken auch zur gegenwärtigen Jahreszeit für ein treffliches Nahrungsmittel sind. Ich kann aus eigener Erfahrung versichern, dass sie den ganzen Sommer über gespeist werden können, und noch schmackhafter sind, wenn man sie so frisch gesammelt erhält, als wenn man sie eingedeckelt bekommt, nachdem sie vorher lange in den Schneckengärten spärliche und oft schlechte Nahrung bekommen haben. Gegenwärtig sind sie für manche Leute hiesiger Gegend ein Surrogat (Ersatz, Anmerkung der Redaktion) für andere Lebensmittel: Doch wäre es zu wünschen, dass auf ihre Benutzung mehr Bedacht genommen würde. Die Zubereitung ist sehr einfach. Man lässt sie so lange, wie Eyer (Eier, die Red.), die man hart gesotten geniessen will, im Wasser kochen, dann zieht man sie aus den Gehäusen, reinigt sie von dem hintern, ungeniessbaren Theil und wäscht sie 6- bis 8-mal in lauem Wasser; dabey ist nöthig, dass sie jedesmal, ehe wieder von neuem Wasser zugegossen wird, mit den Händen stark ge­rieben werden, damit sich der Schleim absondere. Will man sie einige Stunden aufbewahren, so legt man sie in frisches, kaltes Wasser. Man kann sie nun in Stückchen zerschneiden, mit Salz, Pfeffer, Essig und Tischöl als Salat geniessen, oder auch nur mit etwas Salz, wie die Erdbirnen, speisen. In waldigen Gegenden, auch an Rainen, besonders wo es Gesträuche und Steine giebt, vorzüglich aber auf Viehweiden, findet man sie, besonders nach einem Regen, gegenwärtig in grosser Menge. Das verflossene Jahr scheint ihrer Vermehrung ausnehmend günstig gewesen zu seyn. (hed)