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Schmutzige Hände erwünscht

Die PHSG will sowohl Schülern als auch angehenden Lehrpersonen technische und naturwissenschaftliche Berufe näherbringen. Gestern durften daher 15 Kinder bei Huber+Suhner eine Taschenlampe herstellen und vergolden.
Larissa Flammer
Ginja und Sharona amüsieren sich beim Tüfteln prächtig.

Ginja und Sharona amüsieren sich beim Tüfteln prächtig.

HERISAU. Eine Lehrperson durchläuft als Kind selber die Schule, studiert dann an einer Fachhochschule und kehrt für ihren Beruf an eine Schule zurück. «Im Normalfall kennt eine Lehrperson den Arbeitsalltag in einem Industriebetrieb nicht», sagt Nicolas Robin. Der Leiter des Instituts für Fachdidaktik Naturwissenschaften an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) hat auch aus diesem Grund den Kinder-Technikcampus ins Leben gerufen. «Das Projekt soll die Schule und die Welt der Technik etwas näher zusammenbringen.»

Eine Taschenlampe herstellen

Das Projekt Kinder-Technikcampus findet diesen Sommer bereits zum zweiten Mal statt. In der ersten und jetzt in der letzten Ferienwoche bieten die PHSG und die Lienhard-Stiftung Kindern die Möglichkeit, verschiedene Industriebetriebe der Ostschweiz kennenzulernen. Gestern durften sie die Firma Huber+Suhner in Herisau besuchen. Während ein Teil der Kinder eine Taschenlampe herstellte, durfte die andere Gruppe bei verschiedenen Experimenten tüfteln. «Die Kinder sollen schmutzige Hände kriegen», sagt Robin. Führungen sind nicht der Sinn der Sache.

Das Ziel sei es, die Kinder für naturwissenschaftliche und technische Fächer zu begeistern. «Der persönliche Kontakt ist auch sehr wichtig. So wird ein Kind später vielleicht eine Lehre in der Firma beginnen, in der es ihm während des Technikcampus gut gefallen hat», sagt Robert Furrer, der operative Leiter des Projekts. Angesprochen werden Kinder der fünften und sechsten Primarklasse sowie der ersten Oberstufe.

Auch die Lehrpersonen lernen

Begleitet wird das Projekt von Studierenden der PHSG. Jeweils drei von ihnen bereiten für jeden Tag Experimente vor. Diese werden am Nachmittag im Labor oder in der Werkstatt der Hochschule durchgeführt. Dabei dürfen die Kinder einfach mal probieren. «Wir wollen ihre Problemlösungskompetenz fördern», sagt Nicolas Robin. Ein zweites Ziel des Projekts ist es, auch den angehenden Lehrpersonen die technischen Berufe näherzubringen und sie so auf die Berufsberatung vorzubereiten. «Mit den Erkenntnissen aus dem Projekt werden wir unsere Lehrerausbildung anpassen», sagt Robin. Eine dritte Zielgruppe sind die Eltern. Sie dürfen am Ende des Tages eine Zeit lang mit ihren Kindern tüfteln und lernen durch ihre Töchter und Söhne neue Berufe und Betriebe kennen.

Ein Drittel sind Mädchen

Bei Huber+Suhner nahmen sich die Lehrlinge Zeit, um den Kindern jeden Schritt zu erklären. Die Schülerinnen und Schüler stellten das Gehäuse der Taschenlampe aus drei Teilen her. Diese mussten sie anhand eines Plans bearbeiten. Zum einen mittels einer programmierbaren Maschine, zum anderen mit Hilfe einer Drehmaschine. Jedes Kind durfte zudem seinen Namen in das Aluminium eingravieren. Die fertige Taschenlampe wurde vergoldet.

Innert wenigen Tagen war das Angebot ausgebucht, einige Kinder mussten auf nächstes Jahr vertröstet werden, wie Robert Furrer sagt. Jedes Kind darf an drei der zehn angebotenen Campustage teilnehmen. Maximal 16 Kinder können pro Tag mitmachen. «Etwa ein Drittel der Teilnehmenden sind Mädchen», sagt Furrer. Noch würden vor allem solche Kinder am Projekt teilnehmen, die den Bereich der Technik und der Naturwissenschaft schon etwas kennen. Zwei Mädchen – Ginja und Sharona aus Wittenbach beziehungsweise Lichtensteig – scheint der Tag Spass zu machen: Sie kichern die ganze Zeit. Einen technischen Beruf wollen sie jedoch nicht ergreifen. «Zu schwierig», so Sharona. Trotzdem gefällt den beiden das Tüfteln. Sonst sei es langweilig in den Ferien.

Alina darf ihren Namen auf die Taschenlampe gravieren.

Alina darf ihren Namen auf die Taschenlampe gravieren.

Unter den wachsamen Augen eines Lehrlings bearbeitet Matteo an der Drehmaschine ein Stück seiner Taschenlampe. (Bilder: Larissa Flammer)

Unter den wachsamen Augen eines Lehrlings bearbeitet Matteo an der Drehmaschine ein Stück seiner Taschenlampe. (Bilder: Larissa Flammer)

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